Spartenbericht

Maritime Krane

Die Sparte Maritime Krane erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 733 Mio. €. Sie blieb damit 83 Mio. € oder 10,2 % hinter ihrem Vorjahresumsatz zurück.

Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr
Umsatz nach Absatzregionen 2017

Fehlender Rückenwind aus den Märkten

Im abgelaufenen Geschäftsjahr sah sich die Sparte Maritime Krane mit einem schwierigen Marktumfeld konfrontiert. Tonnageüberkapazitäten führten dazu, dass die Investitionen in neue Schiffe auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres verharrten. Entsprechend gering fiel die Nachfrage nach Schiffskranen aus. Stagnierende Absatzzahlen kennzeichneten auch den Markt für Offshore-Krane. Vor allem die Überversorgung mit Rohöl und die damit verbundene geringe Investitionsneigung verhinderte eine Belebung der Nachfrage. Stabil entwickelten sich die Märkte für Containerkrane, Hafenmobilkrane, Floatingkrane und Reachstacker.

Trotz fehlenden Rückenwinds aus den Märkten hielt die Sparte Maritime Krane ihr Umsatzniveau in Westeuropa auf Vorjahresniveau. Positiv entwickelten sich insbesondere die Erlöse in Deutschland und Belgien. Bemerkbar hingegen machte sich die geringe Wachstumsdynamik in den Regionen Amerika, Fernost / Australien und Afrika. Äußerst erfreulich entwickelten sich die Geschäfte in Osteuropa und im Nahen und Mittleren Osten.

Sparte Maritime Krane baut Marktposition aus

Konzentrationstendenzen, Markteintritte von Mitbewerbern und ein Wachstum auf niedrigem Niveau prägten den Weltmarkt für Hafenmobilkrane. Diesen Bedingungen zum Trotz festigte Liebherr seine Position als Weltmarktführer weiter. Kräftig gewachsen sind die Umsätze vor allem in Südamerika und Osteuropa. Bei den Containerkranen behauptete die Sparte ihre sehr gute Position am amerikanischen Markt durch viele Verkäufe und Neuaufträge. Eines der Highlights war die Lieferung von fünf Containerbrücken in Megamax-Klasse nach Hamburg (Deutschland).

Ein Rückgang bis zum fast vollständigen Erliegen der Investitionstätigkeit prägte die Marktentwicklung bei den Schiffs- und Offshore-Kranen. Auch Liebherr verzeichnete in beiden Produktbereichen rückläufige Umsätze. Positiv stimmten jedoch ein zunehmendes Marktinteresse an Großkranen im Bereich Offshore und Schiffsbau.

Zu den Auslieferungen großdimensionierter Krane zählten unter anderem der Transport dreier voll aufgebauter Containerbrücken von Irland nach Puerto Rico sowie zweier elektronischer gummibereifter Stapelkrane nach Russland. Im Zuge der Automatisierungsentwicklungen wurden drei gummibereifte Stapelkrane in den USA mit Automatisierungspaketen ausgestattet.

Ein erfolgreiches Jahr für die Entwickler

In 2017 führte die Sparte zahlreiche Entwicklungsprojekte weiter. So trieben die Ingenieure die Arbeiten zur weiteren Effizienzsteigerung der Geräte und zur Einführung alternativer Antriebskonzepte voran. Parallel wurde das Design des Reachstackers LRS 545-31 weiterentwickelt, sodass das Gerät den Kunden zukünftig in zusätzlichen Varianten zur Verfügung steht.

In der Produktlinie der Offshore-Krane war die Optimierung des Grunddesigns dreier General Purpose Krane ein wichtiges Entwicklungsprojekt. Im Schwerlastsegment widmeten sich die Ingenieure der Entwicklung des HLC 295000, der auf die Installation von Windparks und den Rückbau von Offshore-Anlagen spezialisiert ist. Mit einer Traglast von bis zu 5.000 Tonnen bei einer Ausladung von 35 m und einer maximalen Hubhöhe von mehr als 170 m ist er der größte jemals von Liebherr gebaute Kran.

Fortschritte erzielte die Sparte auch beim Ausbau ihres Programms von Dienstleistungsprodukten. Zu den Neuheiten zählte ein Schulungssimulator für den Schiffskran CBG 350/360. Mit Hilfe des Telematiksystems LiDAT smartApp können Anwender Prozess- und Performancedaten in Echtzeit analysieren und so ihr Umschlagsequipment effizienter nutzen.

Einen Fokus legte die Sparte auch auf ihre Produkt- und Sortimentspolitik. So wurden kleinere Lücken im Hafenmobilkran-Produktprogramm geschlossen. Seit Juli 2017 vermarktet die Sparte den neuen Vierseilgreifer-Schiffskran CBG 360, der sukzessive den Vorgängertyp CBG 350 ersetzt.

In 2017 führte die Sparte zahlreiche Entwicklungsprojekte erfolgreich weiter.

Mit Innovationen und Investitionen zu künftigem Wachstum

Prognosen zufolge prägen auch in 2018 Überkapazitäten und ein niedriger Ölpreis das Marktumfeld der Sparte Maritime Krane. Entsprechend verhalten dürfte sich die Nachfrage nach Schiffs- und Offshore-Kranen entwickeln. Dem gegenüber stehen Chancen bei FCC- und TCC-Baureihen – also fest installierten oder schienengebundenen Kranen für Häfen - sowie bei Hafenmobilkranen. Vor diesem Hintergrund erwartet die Sparte im kommenden Jahr einen Umsatz in der Größenordnung von 2017. Mit dem weiter verstärkten Engagement in den Bereichen Produktentwicklung und Digitalisierung sowie der gezielten Aus- und Weiterbildung der Belegschaft wird sich die Sparte für künftiges Wachstum rüsten.