21.05.2019 Liebherr LTC 1050-3.1: Tiefergelegt durch die Festung Ehrenbreitstein

  • Liebherr LTC 1050-3.1 bei Einsatz in Festungsanlage nahe Koblenz
  • Kompaktkran arbeitet sich durch engste Durchlässe
  • Liftbare Krankabine bietet hohe Sicherheit durch ideale Sicht

Zum Auf- und Abbau von tonnenschweren Kunstwerken hatte ein Liebherr-Fahrzeugkran LTC 1050-3.1 mehrere Hübe auf der Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz zu erledigen. Auf dem Weg durch die mächtigen Verteidigungsmauern zu seinem Einsatzort musste der Kompaktkran zwei Engstellen passieren. Anspruchsvoll für Fahrer und Einweiser wurde es in einem 25 Meter langen Tunnel: hier betrug der Abstand zwischen Kran und historischer Bausubstanz an manchen Stellen gerade einmal zwei Zentimeter.

Zum Aufwärmen: Projektleiter Herbert Schellberg lotst den tiefergelegten Kran durch das nicht ganz so enge Feldtor am Eingang zur Festung.

Zum Aufwärmen: Projektleiter Herbert Schellberg lotst den tiefergelegten Kran durch das nicht ganz so enge Feldtor am Eingang zur Festung.

Die abenteuerliche Fahrt durch die Wehranlagen der über Koblenz thronenden Festung wirkte fast so, als ob die Baumeister, die vor 200 Jahren die Anlage in der heutigen Form geplant und errichtet hatten, mit den Ingenieuren von Liebherr zusammengesessen und um die letzten Zentimeter Durchlassbreite und die finale Fahrzeug-Abmessung gefeilscht hätten. Zentimetergenaue Lenkmanöver und präzise Kommandos der einweisenden Kollegen waren erforderlich, damit der LTC 1050-3.1 des Neuwieder Kranbetreibers Hack Schwerlastservice GmbH sich sicher durch den Tunnel des Grabentores in den großen Festungsgraben der Anlage zwängen konnte.

Knifflige Strecke: tatkräftig unterstützt von Einweisern steuert Thomas Berg seinen Liebherr-Kran sicher durch den 25 Meter langen Tunnel.

Knifflige Strecke: tatkräftig unterstützt von Einweisern steuert Thomas Berg seinen Liebherr-Kran sicher durch den 25 Meter langen Tunnel.

„An den schmalsten Stellen hatten wir noch Zwei Zentimeter Luft zwischen Kran und Tunnelwand.“

Der Kran hatte im letzten Jahr bereits das Aufstellen der Skulpturen in der mächtigen Wehranlage ausgeführt. Thomas Berg, der Mann hinter dem Steuer dieses modernen Kompaktkrans, musste sein Fahrzeug über die Achsfederung um zehn Zentimeter tiefer legen, bevor er in die Festung einfahren konnte. Zusammen mit der Absenkung des Teleskopauslegers wurde die Durchfahrtshöhe um insgesamt 80 Zentimeter auf nur knapp über drei Meter reduziert. Für das Passieren der schmalsten Durchfahrt war diese geringe Fahrzeughöhe entscheidend, denn bereits zwei Meter über dem Boden verjüngt sich hier der Tunnelquerschnitt. „An den schmalsten Stellen hatten wir noch zwei Zentimeter Luft zwischen Kran und Tunnelwand“, berichtet Herbert Schellberg, Projektleiter bei Hack. Für die Tunnel-Durchfahrten hatte Schellberg sich jeweils auf dem Kranfahrzeug positioniert, um die Abstände zur Wand zu kontrollieren und seinen Fahrer über Funk zu informieren.

Geschafft: die Kranfront ist schon wieder im Freien, als die Lotsen noch das Heck sicher durch den 200 Jahre alten Durchgang manövrieren.

Geschafft: die Kranfront ist schon wieder im Freien, als die Lotsen noch das Heck sicher durch den 200 Jahre alten Durchgang manövrieren.

Nicht nur wegen seiner kompakten Bauweise war der LTC 1050-3.1 für diesen Auftrag die ideale Wahl. Auch beim Hub der Kunstwerke im Festungsgraben konnte der Kompaktkran seine Stärken voll ausspielen. Die Ausstellungsstücke, mächtige, etwa fünf Tonnen schwere Stammskulpturen, mussten vom angrenzenden Festungsbauwerk aus rund sieben Meter Höhe in den Graben geholt und dort zum Weitertransport verladen werden. Über die teleskopierbare Kabine hatte Kranfahrer Thomas Berg die Last beim Anschlagen und Anheben stets im Blick – bereits beim Aufstellen der Skulpturen ein unschätzbarer Vorteil für die Sicherheit während der Kranarbeiten.

Überblick: und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Auf fast acht Meter Höhe kann der Kompaktkran seine Fahrerkabine anheben.

Überblick: und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Auf fast acht Meter Höhe kann der Kompaktkran seine Fahrerkabine anheben.

Neben seinen geringen Abmessungen war auch die ausgesprochen große Wendigkeit des Liebherr-Krans beim Verfahren innerhalb der Festungsanlage von großem Vorteil. Insgesamt fünf Lenkprogramme stehen dem Fahrer des LTC 1050-3.1 zur Verfügung. Damit und durch die kompakte Bauweise beträgt der Wenderadius des Fahrzeugs gerade mal 7,5 Meter. Unter extrem beengten Verhältnissen kann dieser durch Aufwippen des Teleskopauslegers und den Abbau des vorderen Staukastens sogar nochmals reduziert werden.

Der Liebherr-Kompaktkran LTC 1050-3.1 ergänzt seit letztem Sommer den Fuhrpark des in Neuwied angesiedelten Kran- und Schwerlast-Logistikers Hack und wird vorwiegend für Arbeiten in Industriehallen eingesetzt. Das Unternehmen betreibt zwischen Düsseldorf und Frankfurt mehrere Niederlassungen, unter anderem für Baukrane, Bergedienst und Schwertransporte. Die Kranflotte besteht aus über 20 Fahrzeugkranen, der Großteil davon sind Geräte aus dem Liebherr-Werk in Ehingen.