03.05.2018 Deutsche Aushängeschilder auf Finalkurs bei der Tischtennis-WM in Schweden

Sabine Winter (Deutschland) und Sofia Polcanova (Österreich).

Sabine Winter (Deutschland) und Sofia Polcanova (Österreich).

Für die vier Teams aus Deutschland und Österreich sind die Vorrunde und die Achtelfinals bei der Liebherr Tischtennis-WM im schwedischen Halmstad planmäßig und nahezu nach Wunsch gelaufen. Bei den Herren zog der topgesetzte Europameister Deutschland mit seinem Spitzenduo Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov wie erhofft als Gruppensieger ins Viertelfinale ein. Die beiden deutschen Aushängeschilder sind damit nur noch zwei Spiele vom erträumten Showdown im Endspiel gegen Titelverteidiger China entfernt. Österreichs Männer sicherten sich mit Können und vor allem Nervenstärke zunächst den angestrebten Platz im Achtelfinale, wo Team Austria im Duell der früheren EM-Champions gegen Portugal ranmusste. Im Damen-Turnier verhinderte das Los eine Idealbilanz von zwei Plätzen im Viertelfinale, denn in der Runde der besten Zwölf warf Österreich im direkten Duell Deutschland nach sehr ansprechenden Vorstellungen beider Mannschaften in den Gruppenspielen mit 3:2 aus dem Turnier.

Boll und Co. spielten sich in der Vorrunde sukzessive in Medaillenform. Die Mannschaft von Bundestrainer Jörg Roßkopf behielt in ihren fünf Vorrundenspielen standesgemäß eine weiße Weste und überzeugte besonders bei den Erfolgen gegen Rumänien und Schweden (beide 3:0) sowie Hongkong (3:1). Die wichtigste Erkenntnis für Chinas Herausforderer Nummer eins ist bislang, dass der vor WM-Beginn angeschlagene Weltcupsieger Ovtcharov offenbar durchhalten kann.

Einen Coup landeten schon die österreichischen Herren: Gegen Medaillenkandidat Frankreich feierte das Team um Stefan Fegerl einen überraschend klaren 3:0-Erfolg und belohnte sich später im „Endspiel“ um den Einzug ins Achtelfinale gegen Indien trotz eines 0:2-Zwischenrückstands durch einen 3:2-Sieg.

Eine erfolgreiche Aufholjagd brachte auch die ÖTTV-Damen ins Viertelfinale gegen Weltmeister China. Gegen Deutschland lagen Liu Jia und ihre Mitspielerinnen zweimal zurück, kämpften sich allerdings jedes Mal zurück und hatten letztlich durch Lius Fünfsatz-Erfolg gegen ihre Bundesliga-Klubkollegin Sabine Winter das bessere Ende für sich. Für die deutsche Mannschaft war das Aus nach insgesamt drei Niederlagen in Spielen über die volle Distanz umso bitterer, als dass Petrissa Solja im vierten Spiel gegen Sofia Polcanova nur noch zwei Punkte vom Sieg und damit vom Gesamterfolg ihrer Mannschaft entfernt war.

Gleichwohl können die EM-Zweiten, für die Liebherr ebenso wie für ihre männlichen Kollegen und die beiden österreichischen Mannschaften als Team-Sponsor fungiert, zufrieden die Heimreise antreten: Ohne ihre nicht spielberechtigten Top-Asse Han Ying und Shan Xiaona überzeugte die deutsche Auswahl in Schweden in der Vorrunde und verbuchte durch die Teilnahme an der Zwischenrunde trotz einiger Probleme in der WM-Vorbereitung ein überaus achtbares Ergebnis.