13.05.2015 Spannender Nachteinsatz von Gertzen – Liebherr-Mobilkrane bestücken Luxusliner auf Papenburger Meyer Werft

  • Zwei Liebherr-Mobilkrane vom Typ LTM 1750-9.1 vollenden Kreuzfahrt-Giganten
  • Schlotverkleidung und Aussichts-Gondel in Tandem-Hüben montiert
  • „Anthem of the Seas“ mit 348 Meter Länge größtes in Deutschland gebautes Kreuzfahrtschiff

Ende Februar wurde in Norddeutschland die „Anthem of the Seas“, das bisher größte in Deutschland gefertigte Kreuzfahrtschiff aus der riesigen Halle 2 der Papenburger Meyer Werft ausgedockt. Die Montagen der Schlotverkleidung und der Aussichtsgondel „North Star“ konnten aufgrund der Größe des Schiffes nur im Freien durchgeführt werden. Der Auftrag dafür ging an die Firma Gertzen aus dem benachbarten Kluse, die den Job mit dem Einsatz zweier 750-Tonnen-Mobilkranen souverän erledigte. Dabei setzte Gertzen den Liebherr LTM 1750-9.1 aus dem eigenen Fuhrpark und einen von Thömen angemieteten LTM 1750-9.1 ein.

In Zeitlupentempo aus dem Baudock: Schleppschiffe manövrieren den neuen Luxus-Liner ins Freie.

In Zeitlupentempo aus dem Baudock: Schleppschiffe manövrieren den neuen Luxus-Liner ins Freie.

Der ungebremste Boom bei der Nachfrage für Kreuzfahrten lässt die Schiffsneubauten inzwischen in bis vor kurzem noch unvorstellbare Dimensionen wachsen. So reicht selbst das weltweit größte überdachte Baudock, die 504 Meter lange und 75 Meter hohe Werfthalle 2 der Papenburger Meyer Werft inzwischen nicht mehr aus, um den Schornsteinen der großen Luxus-Liner die Verkleidung überzustülpen.

Diese Aufgabe erledigten nach dem Ausdocken des Luxusliners zwei große Liebherr-Mobilkrane vom Typ LTM 1750-9.1 am Ausrüstungskai der Werft. Starke Böen verzögerten zunächst den äußerst eng getakteten Zeitplan. Der 350 Meter lange Meeresgigant musste beim Verlassen der engen Werfthalle mit starken Schleppschiffen gegen den Wind gezogen werden. Das langwierige Manöver des neuen Schiffes wurde von Hunderten von Zuschauern am Rande des Werftgeländes verfolgt und dauerte bis in die Nachtstunden hinein an.

Fingerspitzengefühl auch nachts um drei: Behutsam fädeln die beiden Kranfahrer die Schlotverkleidung zwischen den Wippspitzen hindurch.

Fingerspitzengefühl auch nachts um drei: Behutsam fädeln die beiden Kranfahrer die Schlotverkleidung zwischen den Wippspitzen hindurch.

Gegen drei Uhr morgens konnte das Team von Gertzen dann endlich die Traverse an die riesige Schlotverkleidung anschlagen. Äußerst behutsam mussten die Kranfahrer die 26 Meter lange und 18 Meter hohe Konstruktion nach dem Anheben zwischen beiden Gitterspitzen durchfädeln, um die Last schließlich über das Kreuzfahrtschiff schwenken zu können. Bei einer Ausladung von 34 Metern wurde die 42 Tonnen schwere Verkleidung bei einer Hakenhöhe von 74 Meter über dem Kamin abgesetzt.

Einen deutlich größeren Lastfall stellte am Folgetag der Hub der Aussichts-Gondel „North Star“ dar. 110 Tonnen schwer ist die Attraktion aus Kranarm und Gondel, mit der die Passagiere auf 90 Meter über Meereshöhe gehoben werden können. Der Mobilkran von Gertzen hatte dabei mit 65 Tonnen die größere Last zu bewältigen und war daher zusätzlich mit der traglaststeigernden Teleskop-Abspannung ausgerüstet worden.

Die „Anthem of the Seas“, was übersetzt etwa „Hymne der Meere“ bedeutet, ist seit Ende April im Dienst einer US-Reederei. 4.180 Passagiere können beherbergt und von der 1.550 Personen starken Crew versorgt werden.