Spartenbericht

Turmdrehkrane

Die Sparte Turmdrehkrane erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Verkaufserlös von 537 Mio. €. Damit steigerte die Sparte ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 127 Mio. € oder 31,0 %.

Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr
Umsatz nach Absatzregionen 2017

Das Marktumfeld der Sparte Turmdrehkrane war im Jahr 2017 von einer erneuten Intensivierung des Preisdrucks geprägt. Dies ist vor allem auf die rückläufige Investitionsbereitschaft außerhalb Europas zurückzuführen. Zudem ging der Trend der Branche hin zu mehr Miet- und Gebrauchtgeräten, was sich ebenfalls auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt hat.

Positiv beeinflusste den Umsatz vor allem das erhöhte Bauvolumen in Deutschland, den Beneluxländern und Skandinavien sowie die Umsetzung einiger Großprojekte, unter anderem „Grand Paris“ in Frankreich. Vor diesem Hintergrund verlief das Geschäft insgesamt sehr erfreulich. Am Ende des Geschäftsjahres standen Erlöse von insgesamt rund 537 Mio. € zu Buche, was eine Steigerung um 31,0 % bedeutet.

Entscheidend für das Umsatzplus der Sparte war das Neugerätegeschäft.

Konzentration auf westeuropäische Märkte

Betrachtet man die Umsatzentwicklung nach Regionen, lässt sich eine deutliche Konzentration auf die westeuropäischen Märkte erkennen. In Deutschland verbuchte die Sparte ein starkes Umsatzplus von 47 Mio. € oder 41,8 %. In Osteuropa war keine echte Nachfragebelebung zu beobachten, auch wenn in Russland ein Umsatzwachstum von 40,2 % verbucht werden konnte. Auf dem amerikanischen Kontinent wurde der Umsatz um 18,6 % gesteigert, in Fernost / Australien sowie im Nahen und Mittleren Osten setzte die Sparte Turmdrehkrane jeweils rund 15 % um.

Entscheidend für das Umsatzplus der Sparte war das Neugerätegeschäft, das um 64 Mio. € gegenüber dem Vorjahr zulegte. Hier überzeugten die Untendreherkrane, die Obendreherkrane sowie die Mobilbaukrane. Lediglich das Geschäft mit den Verstellausleger-Kranen war leicht rückläufig. Auch konnte die Sparte ihre Umsätze mit Miet- und Gebrauchtmaschinen deutlich steigern. Das individuelle Projektgeschäft, das in den vergangenen Jahren zu einigen Großaufträgen führte, blieb in 2017 weitgehend aus.

Zahlreiche Entwicklungen wurden abgeschlossen

Bei der Produktentwicklung waren einige Meilensteine zu verzeichnen. So wurde der Prototypenbau für einen neuen großen Untendreher ebenso abgeschlossen, wie die Entwicklung der Obendreherkrane 190 HC-L und 230 HC-L. Auch die Entwicklung des ersten Flat-Top-Krans der neuen EC-B Baureihe, ist abgeschlossen. Trotz deutlicher Gewichtsreduzierung der Bauteile konnten die Spitzentraglasten um 19,0 % gesteigert werden. Die Entwicklung des zweiten Gerätes der neuen EC-B Baureihe hat auch schon begonnen.

Die Entwicklung des hochfesten Faserseils soLITE® ist nun nahezu abgeschlossen. Aktuell werden bereits Versuchskrane mit der neuen Seiltechnologie im Praxiseinsatz getestet, um weitere Felderfahrungen zu sammeln und die geplante Markteinführung im Rahmen der Fachmesse Bauma 2019 vorzubereiten.

Außerdem haben Experten der Sparte im Berichtsjahr damit begonnen, die Kransoftware für eine neue Steuerungsgeneration zu entwickeln. Die Hardware der Steuerung wurde von Liebherr selbst entwickelt und wird nun von mehreren Werken der Firmengruppe genutzt. In diesem Projekt sollen auch Eingabegeräte, wie Displays, über alle Kranbaureihen hinweg standardisiert werden, sodass die Menüführung vieler Liebherr-Maschinen vereinheitlicht wird.

Mit einem Investitionsvolumen von rund 70 Mio. € bewegte sich die Sparte Turmdrehkrane im Berichtsjahr auf dem Niveau von 2016. Insbesondere wurde in die Erweiterung des Mietparks investiert.

Für das laufende Jahr ist aufgrund des hohen Auftragsbestands und eines stabilen konjunkturellen Umfelds innerhalb der Kernregion Westeuropa von einer Geschäftsentwicklung auf ähnlich hohem Niveau auszugehen.