Als Liebherr 2017 den neuen LTM 1090-4.2 präsentierte, war so mancher Kenner der Branche beim Anblick des Krans von der Seite etwas irritiert. Er sah irgendwie ungewöhnlich aus. Aber was war es genau? Das Fahrgestell war wohl etwas auseinandergezogen worden. Normalerweise liegen die Achsen von vierachsigen All-Terrain-Kranen ziemlich dicht beieinander und die Abstützungen sind ganz vorn und ganz hinten positioniert. Anders beim neuen Liebherr-90-Tonner: Die vorderen Abstützungen liegen zwischen Achse 1 und 2. Jan Keppler, Leiter Produktmanagement, erklärt die Vorteile und warum Liebherr 2020 beim LTM 1120-4.1 zum Wiederholungstäter wurde.

Ja, wir haben es tatsächlich wieder getan. Auch beim neuen LTM 1120-4.1 liegt der vordere Schiebeholm zwischen der ersten und zweiten Achse. Zugegeben, die neuen Fahrgestelle sind nicht ganz so kompakt wie diejenigen der Vorgängermodelle. Aber die Vorteile der neuen Anordnung überwiegen.

Jan Keppler, Leiter Produktmanagement
Jan Keppler, Leiter Produktmanagement

Im Bereich der Ballastablage auf dem Unterwagen entsteht so deutlich mehr Platz, der eine sehr große Verstellung des Ballastradius ermöglicht. Denn den neuen 4-Achsern LTM 1090-4.2 und LTM 1120-4.1 haben wir unseren innovativen VarioBallast® verpasst. Die Krane können mit zwei verschiedenen Ballastradien betrieben werden: Über mechanisch schwenkbare Ballastierzylinder wird der Ballastradius schnell und einfach um 94 Zentimeter verstellt. Beim LTM 1090-4.2 bleibt der kleine Ballastradius sogar innerhalb der Abstützbreite. Und beim LTM 1120-4.1 ist er sogar noch 28 Zentimeter geringer als bei seinem Vorgänger. Diese Lösung ist bei beengten Einsatzbedingungen ein wesentlicher Vorteil der neuen Krane.

Alles sicher verstaut: Neue Kiste im Bereich der Ballastablage.
Alles sicher verstaut: Neue Kiste im Bereich der Ballastablage.

Wenn dann auf der Baustelle ausreichend Platz zur Verfügung steht, spielt der große Ballastradius seine Stärken aus: Durch den deutlich längeren Hebelarm des Gegengewichts sparen sich die neuen Modelle eine Menge Ballastgewicht ein – rund sechs Tonnen beim LTM 1090-4.2 und über sieben Tonnen beim LTM 1120-4.1.

Und noch ein Vorteil: Der größere Achsabstand zwischen Achse 2 und 3 wird als Stauraum für Unterleghölzer genutzt. So entfällt eine Hölzerkiste am Fahrzeugheck. Zusätzlich bieten die neuen 4-Achser weitere Staufächer für Anschlagmittel und Ausrüstung am Kranfahrgestell.

Übrigens, auch wenn die Achsabstände etwas länger geworden sind, haben unsere Konstrukteure die Wendigkeit der neuen Krane auf einem hohen Niveau gehalten.

Zum Schluss noch etwas für die Kenner unter Ihnen: Wir haben vor Jahren schon einmal einen vierachsigen LTM gebaut, bei dem die vorderen Schiebeholme zwischen der ersten und zweiten Achse positioniert waren. Wenn Sie wissen, um welchen Krantyp es sich handelt, schreiben Sie uns an . Unter den Einsendungen verlosen wir drei Modelle LTM 1090-4.2 im Maßstab 1:50. Tipp: Er wurde nur für bestimmte Märkte angeboten.

Bei den neuen 4-Achsern sind die Staukästen integriert. Ein Staukasten am Fahrzeugheck wird daher nicht mehr benötigt.
Bei den neuen 4-Achsern sind die Staukästen integriert. Ein Staukasten am Fahrzeugheck wird daher nicht mehr benötigt.

Dieser Artikel erschien im UpLoad Magazin 01 | 2020.

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