Am Puls der Zeit

Ein Blick zurück auf die Geschichte der Digitalisierung und ihren Verbesserungen, die wir Ihnen bieten.
Schon gewusst? Ursprünglich wurde als Digitalisierung die Behandlung eines Menschen oder Warmblüters mit Digitalis bezeichnet. Digitalis ist, wohlgemerkt, der lateinische Name für Fingerhüte.

Die Behandlung mit Digitalis, Fingerhut, galt als Heilmittel für verschiedene Herzrhythmusstörungen. In hohen Dosen wird aus dem Heilmittel jedoch Gift. Ein Vergleich, der sich auch auf die heutige Verwendung des Begriffs beziehen lässt: Digitalisierung ist ein Heilmittel, kann aber in zu hohen Dosen auch schaden. Vielleicht sollten wir mal drüber nachdenken, wenn wir ständig aufs Handy schauen, ob eine neue Nachricht gekommen ist oder nervös werden, wenn der Akku leer wird. Auch so mancher Hirnforscher warnt vor der unkontrollierten Nutzung digitaler Geräte, insbesondere durch Kinder.

Die Geschichte der Digitalisierung

Kaum jemand denkt jedoch noch an Fingerhüte, wenn er den Begriff Digitalisierung hört. Damit wird seit den 1970er Jahren das Umwandeln von analogen Werten in digitale Formate bezeichnet. Diese Entwicklung war bahnbrechend. Das Abspeichern und Vervielfältigen von Informationen wurde schnell und einfach. Für uns ist es heute selbstverständlich, ein Dokument zu fotografieren und ganz schnell per E-Mail oder WhatsApp zu verschicken. Und was für ein Segen, wenn man seine alten Dias nicht mehr in Magazine einordnen und in einen Projektor einlegen muss, sondern bequem am Notebook nicht nur anschauen, sondern dank Photoshop auch bearbeiten kann. Ein Hoch auf die Digitalisierung.

Doch es geht dabei um viel, viel mehr. Wir sprechen heute von der digitalen Revolution und der digitalen Transformation im Wirtschafts-, Gesellschafts-, Arbeits- und Privatleben. Fluch und Segen zugleich: der gläserne Mensch, Hackerangriffe und Cybermobbing auf der einen Seite, grenzenlose Verfügbarkeit von Information, Home Office und digitaler Unterricht auf der anderen, um nur einiges zu nennen. Gerade die Corona-Pandemie bringt aktuell die Vorteile und Möglichkeiten der Digitalisierung zum Glänzen.

Ein weiteres aktuelles Stichwort: „Industrie 4.0“, die umfassende Digitalisierung der industriellen Produktion. Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik – alles vernetzt, einschließlich der Lebenszyklen der Produkte, von der Wiege bis ins Grab. Der Weg ist das Ziel, denn ein Ende des digitalen Fortschritts ist nicht absehbar.

Der Dialog mit unseren Kunden ist uns wichtig

Wenn wir uns als Kranhersteller mit Digitalisierung befassen, geht es uns weniger darum, dass 3D-Design das Reißbrett ersetzt hat oder der Computer die Schreibmaschine. Das sind technische Entwicklungen, die die Arbeit leichter und besser machen genauso wie Software, die unsere Prozesse in nahezu allen Bereichen unterstützt.

Bei der Digitalisierung ist für uns die allerwichtigste Frage: Was haben unsere Kunden davon? Uns geht es um Sie – vom Kranfahrer über den Disponenten und Werkstattmeister bis zum Unternehmer. Ihre Anforderungen und Wünsche stehen im Fokus. Was hat Digitalisierung Ihnen und uns bisher gebracht? Schauen wir uns einige Beispiele an.

Der Mobilkran an sich ist eine hochdigitale Maschine, die sich permanent selbst überwacht. Digitalisierung ist bereits seit Jahrzehnten die Basis dafür, dass Ausleger länger und stärker werden konnten, Kranarbeiten sicherer und komfortabler wurden und der Kundendienst immer effizienter unterstützen kann.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit liegen uns allen am Herzen. Stickoxyde und Partikel in den Abgasemissionen von Dieselmotoren in unseren Mobil- und Raupenkranen wurden in den letzten 20 Jahren schrittweise um mehr als 96 Prozent gesenkt, auch dank Softwareanpassungen – ohne Digitalisierung nicht vorstellbar! Hinzu kamen in den letzten Jahren ECOmode und ECOdrive zur Reduzierung von Kraftstoffverbrauch und Lärm.

Sie wollen Kraneinsätze optimal vorbereiten und natürlich die perfekt dafür passende Ausrüstung einsetzen? Bereits seit 1994 unterstützt hier der LICCON-Einsatzplaner mit identischen Krandaten im PC und in der LICCONSteuerung. Ein Meilenstein, den wir nun noch verbessern: Der Crane Planer 2.0 wird zum zentralen Baustein für die Einsatzplanung mit Liebherr-Kranen. Minutenschnelle, detaillierte 3D-Baustellenplanung ohne aufwendiges CADProgramm. Aktuell arbeiten wir daran, unsere Geräte sukzessive einzupflegen. Und als Vorstufe gibt es nun den Crane Finder: Schnell und unkompliziert den richtigen Kran für einen angefragten Einsatz wählen anhand weniger Daten – den konkreten Einsatz planen Sie dann mit dem Crane Planer 2.0.

Schulung ist für sichere Kraneinsätze unabdingbar. Unser digitales Angebot: Mobilkranführerschein wann und wo Sie möchten – über E-Learning.

Flottenmanagement, Ersatzteilprozess, präventive Wartung: Gute Ansätze und Teillösungen sind bereits vorhanden, doch hier bietet die Digitalisierung sicherlich noch immense Potentiale. Insbesondere in diesen Bereichen möchten wir intensiver mit Ihnen ins Gespräch kommen. Alle bisher genannten Punkte sehen wir in den kommenden Jahren integriert in unserem Kundenportal MyLiebherr. MyLiebherr wird so zum digitalen Zuhause der kompletten Mobil- und Raupenkranwelt.

Die direkte und gute Kommunikation, die wir bereits über Jahrzehnte mit Ihnen haben, möchten wir weiter vertiefen. Neben den persönlichen Kontakten durch beispielsweise Vertrieb und Kundendienst soll auch unser Kundenmagazin UpLoad eine wichtige Rolle dabei spielen. Dafür haben wir die E-Mail-Adresse eingerichtet. Sie können diese gerne direkt benutzen, um uns Ihre Ideen und Anregungen zur Digitalisierung der Kranbranche mitzuteilen.

Lassen Sie uns das Thema Digitalisierung gemeinsam in den nächsten Ausgaben von UpLoad vertiefen. Wir denken dabei an Expertenbeiträge zu einzelnen Teilbereichen, Erfahrungsberichte unserer Kunden und gerne Verbesserungsvorschläge sowie ganz neue Ideen von Ihnen. Wir freuen uns auf die Diskussionen mit Ihnen!

Dieser Artikel erschien im UpLoad Magazin 01 | 2020.

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