
Von Rostock nach Ghana
Was passiert, wenn sich berufliche Perspektiven und private Träume verbinden? Anna Toni Paarmann wagt den Schritt nach Ghana – für die Liebe, ihre Familie und ihr nächstes Kapitel bei Liebherr.
Eine junge, sympathische Frau mit leuchtenden Augen und einem offenen, freundlichen Lächeln. Das ist Anna Toni Elisabeth Paarmann, 27 Jahre alt und von Anfang 2024 bis Ende Februar 2026 Mitarbeiterin bei der Liebherr-Rostock GmbH. Hier hat sie im Kundendienst den Job als Ersatzteilverkäuferin im Competence Centre Parts übernommen. Nach knapp zwei Jahren stellt sie sich einer neuen Herausforderung: der Aussendung zur Servicestelle nach Ghana. Solange sie denken kann, habe sie davon geträumt ins Ausland zu gehen, so die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau mit dem Rufnamen Toni. „Nach der Schule wollte ich gerne nach Schweden gehen“, grübelt sie rückblickend etwas verschmitzt. Doch erst etwas später sollte sich der Traum von der Auswanderung endlich erfüllen. Und das aus einem ganz besonderen Grund: Ihr Lebensgefährte, den sie in Rostock kennengelernt hat, lebt in Accra, der Hauptstadt von Ghana.
Schon oft hatte Toni auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung ein Auge auf die Firma Liebherr geworfen. Noch vor knapp zweieinhalb Jahren ist sie in einem Rostocker Unternehmen für den Einkauf, Verkauf und Kundendienst für Industriebedarf tätig, als sie bei einem erneuten Besuch auf der Liebherr-Website eine Stellenausschreibung findet, die perfekt auf ihr Profil passt. Kurzentschlossen bewirbt sie sich und wird nach einer erfolgreichen Bewerbungsphase zum festen Bestandteil des Kundendienst-Teams.
Als Schnittstelle zwischen Versand, Einkauf und den gemischten Vertriebsgesellschaften (gVGs) war Toni verlässliche Ansprechpartnerin für Kunden und gVG-Belange im Tagesgeschäft und verantwortlich für den Ersatzteilverkauf. Dabei galt es immer, einen kühlen Kopf zu bewahren, denn insbesondere größere Projekte wie gVG-Anbindungen oder Dockungen verlangten nicht nur ein hohes Maß an Einsatz, sondern auch besondere Organisations- und Koordinationsfähigkeiten. „Doch egal, wie herausfordernd der Arbeitsalltag auch war: unser starkes Teamgefüge war immer eine große Bereicherung und Hilfe. Indem wir uns gegenseitig unterstützten, haben wir unsere festgelegten Ziele erreicht.“ Dank ihres Jobs bei Liebherr habe sie viel dazu dazugelernt, vor allem ihren Weitblick auf Prozesse geschärft.
Mein Vater riet mir: Pack Deine Sachen, denn Du bist jung. Lebe Dein Leben und gehe durch die Türen, die sich Dir öffnen.
Nachdem sich ihr Lebensgefährte 2024 dazu entschloss, wieder zurück in sein Heimatland zu gehen, blieb die Frage im Raum und große Herausforderung, wie sie zusammen mit dem gemeinsamen Sohn ihre Zukunft als Familie gestalten können. Als sich bei Liebherr die Möglichkeit bietet, Job und Leben in Ghana miteinander zu verbinden, ist die Erleichterung und Begeisterung enorm. Familie und Freunde bestärkten sie und sprachen ihr Mut für diesen bedeutenden Schritt zu. Insbesondere ihr Vater, der selbst viele Jahre zur See gefahren ist, und zeitweise verschiedene Häfen der Welt seine Heimat nannte, gab ihr die größte persönliche Unterstützung. „Pack‘ Deine Sachen, denn Du bist jung. Lebe Dein Leben und gehe durch die Türen, die sich Dir öffnen“, riet er ihr.
Das Leben fühlt sich hier leicht an, die Menschen wirken weniger gestresst.

Viele Restaurants und Bars, Musik auf den Straßen und immer frisches Essen – Toni beschreibt das Leben in Ghana als „not easier, but very beautiful".
„Das Leben fühlt sich hier leicht an, die Menschen wirken weniger gestresst.“ Zudem sagt sie, gibt es viele Möglichkeiten, mit Kindern etwas zu unternehmen. Viele Restaurants und Bars laden zu Besuchen ein, es läuft Musik auf den Straßen, die voller Leben sind, und bei ganzjährig gutem Wetter wird überall immer frisches Essen angeboten. Besonders beeindruckt hat sie das einzigartige Verständnis von Familie, die in Ghana einen außerordentlich hohen Stellenwert einnimmt. Mit dem sehr herzlichen Kennenlernen ihrer zweiten Familie in Ghana verbindet sie einmalige Erinnerungen. Zusammengefasst beschreibt sie das Leben dort als „not easier, but very beautiful.“

An den Straßenständen in Accra wird eine Auswahl an lokal angebautem Obst verkauft.
Auch wenn Toni die Veränderung mit offenen Armen begrüßt hat und die Vorfreude schließlich überwog, bleibt natürlich ein Wermutstropfen: Sie musste ihre Freunde, Familie und Kollegen in Rostock zurücklassen. Dennoch geht sie hoffnungsvoll davon aus, regelmäßig nach Deutschland reisen zu können, um auch den persönlichen Kontakt zu ihnen aufrechtzuerhalten. Hinter ihr liegt sowohl beruflich als auch privat eine aufregende und manchmal auch kräftezehrende Zeit, die Toni dank ihres Organisationstalents, ihrer Beständigkeit und nicht zuletzt beruflicher und privater Unterstützung von Familie, Freunden und Kollegen mit Bravour gemeistert hat. Nicht alle Dinge haben einen Platz in ihren Koffern gefunden. Was sie auf jeden Fall mitgenommen hat, ist das Silberbesteck ihrer Oma und viele schöne Erinnerungen an ihre Zeit in Rostock. Ob Toni irgendwann dauerhaft in ihre Heimatstadt zurückkehren wird? „Das wird die Zeit zeigen“, sagt sie mit einem verträumten Lächeln.











