
Greifautomat auf Liebherr-Art
Bei der Liebherr-Verzahntechnik GmbH entwickelten und bauten Auszubildende verschiedener Fachrichtungen gemeinsam ein interaktives Exponat für Events und Aus bildungsmessen – angelehnt an einen Kirmes-Greifautomaten.
Jeder, der schon einmal auf der Kirmes war, kennt sie: die Greifautoma-ten, in denen man bunte Plüschtiere angeln kann. Im Ausbildungszentrum der Liebherr-Verzahntechnik GmbH entstand eine ganz eigene Variante: Statt Plüschtieren müssen farbige Metallkugeln mithilfe eines Magnetgreifers möglichst schnell den passenden Stationen zugeordnet werden.
Hinter dem spielerischen Konzept steckt ein gemeinsames Ausbildungsprojekt mehrerer Fachrichtungen. Ziel war es, einen interaktiven Besuchermagneten für Events und Ausbildungsmessen zu entwickeln und dabei Auszubildende verschiedener Lehrjahre in einem praxisnahen Projekt zusammenarbeiten zu lassen.
Von der Idee bis zum fertigen Automaten
Von der ersten Idee bis zur fertigen Anlage vergingen nur wenige Monate. „Der Automat war ursprünglich fürs Kemptener Stadtfest im Juli 2025 geplant. Irgendwann kam dann die Idee auf, ihn vielleicht doch schon zur Lehrstellenbörse im März fertigzubekommen. Das haben wir geschafft: Bis Freitagvormittag wurde noch montiert und getestet – um 12:45 Uhr war die Anlage fertig, um 13:00 Uhr wurde verladen. Eine echte Punktlandung“, erinnert sich Ausbilder Michael Wölfle.
Gemeinsame Umsetzung im Ausbildungszentrum
Am Projekt waren Auszubildende vom ersten bis zum dritten Lehrjahr aus den Bereichen Technisches Produktdesign, Industriemechanik sowie Elektronik für Betriebstechnik beteiligt. Unterschiedliche Teams arbeiteten an Konstruktion, Baugruppen, Montage und elektrischer Verdrahtung.
Die Bauteile wurden weitgehend im Ausbildungszentrum und innerhalb des Unternehmens selbst gefertigt und montiert. Nur einzelne Komponenten mussten zugekauft werden. Die elektrische Verdrahtung übernahmen die Auszubildenden selbst, ebenso große Teile der Montage und Anpassungsarbeiten. Die Programmierung entstand in Zusammenarbeit mit Michael Wölfle.
Anforderungen an die Konstruktion
Eine der größten Herausforderungen lag in der Mechanik des Greifers: Die Schnur musste sich trotz der speziell angeordneten Antriebstechnik zuverlässig auf- und abwickeln lassen, was erst nach mehreren Versuchsschleifen funktionierte. Auch die Bauweise erforderte einige Überlegungen: Der Automat sollte einfach zu transportieren sein und sich für den Einsatz auf Messen und Veranstaltungen in wenigen Handgriffen zerlegen lassen.
„Bei unserem Greiferautomaten kamen viele unterschiedliche Aufgaben zusammen – von Konstruktion und Mechanik bis zur elektrischen Verdrahtung und Programmierung. Genau solche praxisnahen Projekte verdeutlichen den Azubis, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen ist“, sagt Ausbildungsleiter Matthias Fendt.
Erfahrungen aus dem Projekt
Auch für die Auszubildenden war das Projekt eine besondere Erfahrung. „Wir konnten selbstständig Ideen entwickeln, Probleme lösen und gemeinsam passende technische Lösungen finden. Besonders wertvoll war dabei der direkte Austausch mit den Ausbildern aus Mechanik und Elektronik“, berichtet Jonah Müller, Auszubildender zum Technischen Produktdesigner. Sein Teamkollege Noel Sciuto ergänzt: „Im Projekt konnten wir viele Erfahrungen sammeln – von der Planung über die Konstruktion bis zur Umsetzung. Besonders spannend war zu sehen, wie aus den einzelnen Ideen am Ende ein funktionierender Automat entstanden ist.“


