Maritime Krane
Im Jahr 2025 lag der Umsatz im Produktsegment Maritime Krane bei 1.246 Mio. € und somit 234 Mio. € oder 23,1 % über dem Vorjahresniveau.
Umsatz in Mio. € von 1.012 + 23,1% |
Beschäftigte von 4.152 + 0,9% |
Umsatzanteile nach Absatzregionen
24,2%
Europäische Union
6,7%
Nicht-EU-Länder
16,5%
Nordamerika
8,8%
Mittel- und Südamerika
20,4%
Asien und Ozeanien
23,4%
Afrika / Naher und Mittlerer Osten

Resilienz sichert Umsatzwachstum
Geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten stellten den Markt für maritime Krane im Jahr 2025 vor Herausforderungen. Nachdem die Investitionstätigkeit im Segment der Hafenmobilkrane zuerst sank, stieg die Nachfrage im zweiten Halbjahr und brachte Liebherr dadurch zusätzliche Marktanteile. Im Bereich der Schiffskrane waren seitwärts bewegende Fracht- und Charterraten zu beobachten, die sich positiv im Markt niederschlagen. Auch der globale Markt für Containerkrane bleibt robust, der Schwerpunkt der Branche liegt weiterhin auf der Dekarbonisierung, Elektrifizierung und Automatisierung. Im Offshore-Segment sorgt die Stabilität bei den fossilen Energien für erhöhten Kranbedarf und die globale Nachfrage nach General-Purpose-Offshore-Kranen gilt als stärkster Impuls der vergangenen Jahre. Im Kundendienst ist durch ein umfangreiches Angebot an Serviceleistungen, Ersatzteilen und weiteren Serviceprodukten eine positive Umsatzentwicklung zu verzeichnen.
Liebherr zeigte sich gegenüber den Herausforderungen widerstandsfähig. In Nord-, Mittel- und Südamerika verzeichnete die Firmengruppe ein deutliches Umsatzwachstum, insbesondere dank der starken Nachfrage von Containerkranen in den USA. Trotz positiven Ergebnissen in Deutschland entwickelten sich die Geschäfte in der Europäischen Union rückläufig, ebenso in den Nicht-EU-Ländern. Zuwächse erreichte Liebherr in den Regionen Afrika / Naher und Mittlerer Osten sowie Asien und Ozeanien. Hierzu trugen die Absätze von Containerkranen in Südafrika sowie von Schiffs- und Offshore-Kranen in China bei.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen setzt Liebherr auf Resilienz und Flexibilität und konzentriert sich auf Digitalisierung, Elektrifizierung und Sicherheitsinnovationen.
Digital, elektrisch, sicher
Im Produktsegment Maritime Krane konzentrierte sich Liebherr im Jahr 2025 auf Digitalisierung, Elektrifizierung und Sicherheitsinnovationen. Einen Meilenstein markierte die erfolgreiche Auslieferung von zwei vollelektrischen Schiffskran-Modellen, dem CBG 500 E und dem LS 800 E.
Mit der Einführung des LHM unplugged wurde das Hafenmobilkran-Portfolio um Modelle ohne lokalen CO2-Ausstoß erweitert. Neben der Elektrifizierung steht auch die Digitalisierung im Mittelpunkt: Mit dem Assistenzsystem Distance-Alert kommt erstmals eine aktive Umfelderkennung zum Einsatz, was zu mehr Sicherheit im Betrieb führt. Weiter erfolgte die breite Markteinführung des LiSIM move, eines mobilen Simulators für sicheres Training außerhalb des Hafens.
Der Simulator kommt als LiSIM ROS (Remote Operator Station) auch bei Containerverladebrücken zum Einsatz. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) wurde im Rahmen einer Partnerschaft mit einem solchen Simulator ausgerüstet. Liebherr versorgte das Unternehmen zudem mit der ersten Serie von automatisierten Dual-Trolley-Kranen. Diese wurden teilmontiert geliefert und mit einem Liebherr-eigenen Hub- und Seilsystem hochgezogen. Außerdem wurde das Angebot an gummibereiften Stapelkranen durch eine modulare und vereinfachte Bauweise erweitert. Der Fokus liegt auf Elektro- und Hybridmodellen, wobei letztere bereits an viele Kunden in aller Welt gingen.
Im Offshore-Bereich wurden diverse RL-Krane (Ram Luffing Cranes) in die nächste Generation überführt. Diese Standardisierung reduziert Wartungsaufwände und vereinfacht die Ersatzteilversorgung. Ende des Berichtjahrs bereitete Liebherr die Schließung des Standorts Sunderland (Vereinigtes Königreich) vor. Die Entscheidung basiert unter anderem auf der wachsenden Nachfrage nach größeren Krantypen, die in Sunderland nicht produziert werden können. Die Produktion wird in die weiteren Werke des Segments verlagert.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen setzt Liebherr auf Resilienz und Flexibilität, erwartet aber im Produktsegment Maritime Krane für das Jahr 2026 einen leichten Rückgang.