Liebherr Data Suite: Daten ganzheitlich nutzen
In Verzahnmaschinen entstehen enorme Mengen wertvoller Daten, die für Anwender ein Schlüssel zu besserem Prozessverständnis, höherer Qualität und gezielter Optimierung sein können. In der Praxis bleiben diese Potenziale jedoch oft ungenutzt: Daten sind verteilt, schwer zugänglich und häufig nicht sinnvoll verknüpft. Die Liebherr Data Suite vereint aufeinander abgestimmte Software-Tools zu einem durchgängigen System für die gezielte Datennutzung.
Daten aus Prozessüberwachung, Messtechnik und Steuerung werden in Verzahnmaschinen meist getrennt erfasst und gespeichert – häufig in proprietären Formaten und ohne einheitliche Struktur. Eine zentrale Datensammlung fehlt, IT-Landschaften sind entsprechend fragmentiert und Systeme aus Sicherheitsgründen oft nur eingeschränkt vernetzt. Vorhandene, wertvolle Daten lassen sich nur mit erheblichem Aufwand zusammenführen und nutzen – damit liegt ein großer Teil ihres Potenzials brach.

Durchgängiges, ganzheitliches System
Genau an dieser Stelle setzt die Liebherr Data Suite an: „Wir schaffen die Voraussetzungen dafür, alle relevanten Informationen in einem durchgängigen System zusammenzuführen. Damit entsteht ein umfangreicher Datenpool, der sehr differenziert ausgewertet werden kann“, beschreibt Florian Schuon, Leiter PLM & Digital Solutions, das Konzept. Grundlage ist ein einheitliches Containerformat (.prec), in dem sämtliche Daten abgelegt werden können – von Prozessparametern über Messwerte bis hin zu Metadaten. Ein neues Software-Tool, der LHProcessRecorder, zeichnet Werkstückdaten kontinuierlich und direkt auf der Maschine auf. Optional können weitere Daten über Software-Tools wie LHProcessMonitoring oder LHFingerprint erfasst werden.
Effiziente Speicherung und Verarbeitung
Die Daten sind in einer SQL-Datenbank abgelegt, die sich schnell und gezielt durchsuchen lässt. Eine Versionierung stellt sicher, dass sie langfristig nutzbar bleiben und sowohl rückwärts- als auch vorwärtskompatibel sind. Gleichzeitig ermöglicht das streamingfähige Format eine effiziente Verarbeitung auch großer Datenmengen. Die Daten werden im ProcessRecordViewer visualisiert und auf dem LHRecordServer im lokalen Netzwerk gespeichert. So bleiben sie vollständig erhalten – auch bei unterbrochener Netzwerkverbindung. Eine Cloud-Anbindung ist optional.
Eigenständige Auswertung
Für den Zugriff stehen zwei Wege zur Verfügung: Mit einer Web-App lässt sich der Datenbestand direkt über den LHRecordServer durchsuchen, filtern und übersichtlich darstellen. Für die Visualisierung steht mit dem LHRecordViewer auch eine Desktop-Anwendung bereit. „Wir stellen alle notwendigen Tools zur Verfügung, damit unsere Kunden ihre Daten eigenständig verwalten und auswerten können. Für den technischen Support arbeiten wir mit der gleichen Systemumgebung und können die Analyse gezielt unterstützen“, erläutert Florian Schuon.
Datenhoheit bleibt beim Kunden
Bei der Entwicklung der Liebherr Data Suite wurde großer Wert auf Datensicherheit gelegt – insbesondere in sensiblen Produktionsumgebungen, in denen Prozess-Know-how einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellt. Standardmäßig bleiben alle Daten im lokalen Netzwerk des Kunden. Gleichzeitig behalten Anwender die volle Kontrolle: Sie entscheiden selbst, ob und in welchem Umfang Daten – etwa anonymisiert – für weiterführende Analysen bereitgestellt oder in eine Cloud übertragen werden. Damit können Daten gezielt und in wesentlich größerem Umfang nutzbar gemacht werden: zur Analyse von Prozessabweichungen, zum Vergleich von Werkstücken oder Maschinen sowie zur systematischen Optimierung von Fertigungsparametern.


