Die Trucks belegten in der Gesamtwertung die Plätze drei und fünf. Der dritte Truck schied aufgrund eines Unfalls auf schwierigem Gelände bereits in der zweiten Etappe aus. Mitte März 2014 war einer der auf der Rallye eingesetzten Trucks mit Fahrer Eduard Nikolaev zu Besuch bei der Liebherr Machines Bulle SA, wo die Motoren entwickelt und gefertigt wurden.
Kamaz bei der Rallye Dakar
Die Rallye Dakar ist eine der härtesten Herausforderungen für Fahrer, Fahrzeuge und deren Komponenten. Seit 2009 findet sie aus Sicherheitsgründen nicht mehr in Nordafrika, sondern in Lateinamerika statt. Im Jahr 2014 kamen insgesamt 204 Fahrzeuge in den Kategorien Motorräder, Quads, Autos und Trucks am Ziel in Valparaíso, Chile, an – das sind insgesamt nur rund 47 % aller gestarteten Fahrzeuge. In der Kategorie Trucks starteten 71 Fahrzeuge am Ausgangspunkt in Rosario, Argentinien. Davon erreichten 50 die Ziellinie nach einer auf 13 Etappen verteilten Gesamtdistanz von etwa 9.370 km.
Das vor 25 Jahren gegründete Kamaz Master-Team dominiert das Rennen im Bereich Trucks seit Jahren und hat seit 1996 insgesamt zwölfmal gewonnen, so auch 2013 mit dem Team um Fahrer Eduard Nikolaev und 2014 mit dem Team um Fahrer Andrey Karginov.
Liebherr-Motoren für Kamaz Master
Aufgrund veränderter Regularien im Motorenbereich, die unter anderem eine Hubraumbegrenzung auf 16,5 Liter vorschreiben, kann Kamaz Master ab 2016 nicht mehr die bisher verwendeten Motoren einsetzen. Im Wettbewerb mit anderen Motorenlieferanten machte schlussendlich Liebherr das Rennen. Wladimir Guba, Technischer Direktor des Kamaz-Rennteams, wählte die Liebherr-Motoren vor allem wegen ihrer Zuverlässigkeit aus: „Um ein Rennen zu gewinnen, sind nicht nur eine hohe Motorleistung und hohe Geschwindigkeit entscheidend, sondern auch eine geringe Ausfallwahrscheinlichkeit und möglichst kurze Reparaturzeiten.“ In dieser Hinsicht hatte er von Anfang an großes Vertrauen in die Motoren von Liebherr, da sie sich Tag für Tag in Mining-Baggern und anderen Geräten bei ähnlich extremen Bedingungen bewähren, wie sie bei der Rallye Dakar gegeben sind.
Die meisten Teams setzen bei der Rallye Dakar spezielle Rennmotoren ein. Kamaz setzt bewusst auf Serienkomponenten, um während des Rennens deren Belastbarkeit zu testen und Erkenntnisse zur Weiterentwicklung der Kamaz-Produktpalette zu gewinnen. Bei der Auswahl des 8-Zylindermotors D9508 A7 von Liebherr, dessen Leistung in der Serie mit 505 kW bzw. 686 PS angegeben wird und dessen maximales Drehmoment knapp über 3.000 Nm liegt, waren beide Firmen zuversichtlich, große Leistungsreserven nutzen zu können.
In der von Kamaz und Liebherr erarbeiteten Racing-Konfiguration wird eine maximale Leistung von insgesamt 720 kW oder 965 PS und einem maximalen Drehmoment von 4.000 Nm erzielt. Der Motor mit Common-Rail-Einspritzsystem von Liebherr hat ein Hubvolumen von 16,2 Litern. Die 8,9 Tonnen schweren Trucks können im Rennen eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h erreichen. Sie beschleunigen in 10 Sekunden von 0 auf 100 km/h.