Das temporäre Kunstwerk „La Caverne du Pont-Neuf“, eine begehbare Felsgrotte, entstand als Hommage an die legendären Verhüllung des Pont Neuf durch das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude im Jahr 1985. Die neue Konstruktion bestand aus einer rund 120 Meter langen aufblasbaren Struktur. Anfang Juni beschädigten heftige Windböen und Hagel Teile der Außenhülle. Bereits wenige Stunden später entwickelte das französische Hebe- und Industriedienstleistungsunternehmen Ponticelli gemeinsam mit den Projektverantwortlichen eine geeignete Hebelösung. „Wir waren bereits wenige Stunden nach dem Schadensfall vor Ort, um gemeinsam mit dem Kunden die beste technische Lösung zu erarbeiten“, sagt Louis-Arthur de Quatrebarbes, Chef d'Agence Manutention/Levage bei Ponticelli. „Neben der Reparatur der Plane mussten wir einen Hebevorgang unter nahezu ständigem Wind und großem Zeitdruck sicher durchführen.“
Maßgeschneiderte Lösung für den Pont-Neuf
Die Arbeiten fanden auf der ältesten Brücke von Paris statt – einem denkmalgeschützten Bauwerk mit begrenzter Stellfläche und hohem Besucheraufkommen. Lastverteilungsplatten reduzierten die Bodenpressungen im Bereich der historischen Brückenkonstruktion, während umfangreiche Sicherheits- und Verkehrsmaßnahmen den Einsatz absicherten.
Ursprünglich war ein größerer Mobilkran vorgesehen. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten erwies sich der Liebherr MK 88-4.1 jedoch als die deutlich geeignetere Lösung. Sein 45 Meter langer Katzausleger erreichte alle beschädigten Bereiche der Installation. Die vierachsige Konstruktion ermöglichte zudem ein schnelles Umsetzen von der einen auf auf die gegenüberliegende Brückenseite ermöglichte, auf der ebenfalls Sturmschäden behoben werden mussten.
Ein besonderer Vorteil war die auf Arbeitshöhe verfahrbare Krankabine. Sie verschaffte dem Kranführer eine ausgezeichnete Sicht auf das rund 18 Meter hohe Bauwerk und die Seilzugangstechniker. Die Auslegerscheinwerfer sorgten während der nächtlichen Einsätze für eine optimale Ausleuchtung des Arbeitsbereichs.
Präzision bei Nacht
Die Reparaturarbeiten wurden in vier Nachteinsätzen durchgeführt. Beschädigte Gewebeteile mit einem Gewicht von 200 und 400 Kilogramm wurden gemeinsam mit Seilzugangstechnikern angehoben und wieder befestigt. Da sich die Baustelle in einem Windkorridor entlang der Seine befand, wurden die Wetterbedingungen kontinuierlich überwacht. Die Kommunikation zwischen Kranführer und den Höhenarbeitern erfolgte permanent per Funk.
Vor Beginn der Arbeiten wurden Baustellenbesichtigungen, Lastberechnungen sowie Kollisionsanalysen mit den umliegenden Gebäuden durchgeführt. Ein 360-Grad-Test bestätigte anschließend die geplante Kranaufstellung.
Technik wird Teil der Kunst
Für Ponticelli war das Projekt weit mehr als ein klassischer Hebeeinsatz. „Wir sind stolz, Teil dieses Kunstwerks gewesen zu sein. Um JR zu zitieren: 'Die Installation des Kunstwerks ist Teil des Kunstwerks' – und somit auch der Kran“, erklärt Louis-Arthur de Quatrebarbes. „Der bildgewaltige Einsatz des MK-Krans schuf einen magischen Moment.“
Mit seinem erfolgreichen Einsatz auf dem Pont-Neuf demonstrierte der Liebherr-Mobilbaukran MK 88-4.1 seine Stärken bei anspruchsvollen innerstädtischen Projekten. Wo Denkmalschutz, beengte Platzverhältnisse und höchste Präzision zusammentreffen, bietet der Mobilbaukran die passende Kombination aus Reichweite, Kompaktheit und Flexibilität.