Analyse heutiger Herausforderungen in der Bau- und Umschlagtechnikbranche
Um zunächst einen noch tieferen Einblick in die branchenspezifischen Herausforderungen zu bekommen, mit der Kunden heute in der Praxis konfrontiert sind, führten Liebherr-Experten im Vorfeld umfangreiche Interviews durch. Im Rahmen dieser Gespräche mit Kunden sowie Liebherr Vertriebs- und Servicepartner unterschiedlicher Ausrichtung und Größe stellte sich heraus, dass auch sehr unterschiedliche Geschäftssegmente oftmals ähnliche Herausforderungen mit sich bringen. So zeigt sich, dass Baustellenprozesse oder -projekte infolge fehlender oder nicht aktueller Maschineninformationen und -daten nicht immer optimal aufeinander abgestimmt werden können. Dies führt zu ineffizienten Maschineneinsätzen, die wiederum mit hohen Kosten und Terminverzögerungen bei der Projektausführung verbunden sind.
So berichtet Henri Backhaus, Werkstattmeister bei der Reinhard Feickert GmbH, aus der Praxis: „Teilweise hatten wir schon den Fall, dass eine Komponente dringend auf der Baustelle getauscht werden musste und die Maschine ungeplant stillstand. Hätten wir dies im Vorfeld bereits im Blick gehabt, hätte der Tausch im Rahmen einer der geplanten Inspektionen durchgeführt werden können.”
Daniel Weis, Bereichsleiter „mobile Aufbereitung & Recyclinganlagen“ bei der Weimer Gruppe führt an, dass es von Vorteil wäre, tiefere Einblicke in die Leistungsdaten der Maschinen zu haben. Beispielsweise wie die Auslastung der Maschine während eines bestimmten Projektes ist und wie hoch der Kraftstoffverbrauch dabei ist.
Olaf Jansen, Leiter Maschinentechnische Abteilung bei der Friedrich Vorwerk SE & Co. KG ergänzt, es fehle vor allem an einem herstellerübergreifenden Ansatz: „Denn Unternehmen in unserer Größe haben meist große Maschinenparks mit variierender Herstellerstruktur. Eine Plattform, in welcher meine gesamte Flotte inklusive Anbauwerkzeuge übersichtlich und mit allen relevanten Informationen zusammengefasst ist, wäre die optimale Lösung“.
Praxisnahe Entwicklung im Rahmen einer Lead-Kunden-Partnerschaft
Für Liebherr ist die Einbindung des Kunden bei der Entwicklung digitaler Lösungen, welche Kunden langfristig einen Mehrwert bieten soll, von entscheidender Bedeutung. Die Liebherr-EMtec GmbH setzt dies im Rahmen der Anfang 2021 ins Leben gerufenen Lead-Kunden-Partnerschaft um. In regelmäßigen Abständen finden Meetings mit ausgewählten Lead-Kunden statt, um deren Feedback einzuholen und neu ausgerollte Funktionen zu testen. Die Resonanz der Kunden, neue Ideen und priorisierte Anforderungen werden dann wiederum in die Entwicklung mit eingearbeitet.
Eugen Schobesberger, Geschäftsführer Technik bei der Liebherr-EMtec GmbH, fasst zusammen: „Unsere Strategie ‘Vom Markt zum Markt’ leben wir auch konsequent in der Digitalisierung. Von der ersten Idee bis zum heutigen Produktstand sind unsere Kunden als aktive Partner in die Entwicklung eingebunden. Dadurch ist die Lösung optimal auf die Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten und diese können sich verstärkt auf ihre Kernkompetenz fokussieren.”