Turmdrehkrane
Im Produktsegment Turmdrehkrane verbuchte Liebherr im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 406 Mio. €, was einem Plus von 91 Mio. € oder 28,9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Umsatz in Mio. € von 315 + 28,9% |
Beschäftigte von 2.515 + 1,9% |
Umsatzanteile nach Absatzregionen
60,6%
Europäische Union
14,3%
Nicht-EU-Länder
3,3%
Nordamerika
7,1%
Mittel- und Südamerika
11,3%
Asien und Ozeanien
3,4%
Afrika / Naher und Mittlerer Osten

Europäische Union weiterhin wichtigster Absatzmarkt
Trotz globaler Unsicherheiten verzeichnete die weltweite Bauwirtschaft ein leichtes Wachstum, das vor allem von den Schwellenländern getragen wurde, während die Industriestaaten eher zurückhaltend abschnitten. Der Tiefbau zeigte sich dabei stabiler als der Industrie- und Gewerbebau, der durch verzögerte Investitionen gebremst wird. In Europa sorgte ein guter Start ins Jahr für vorsichtige Zuversicht, jedoch wuchs der Wohnungsbau im Jahresverlauf nur schwach.
Vor dem Hintergrund der verhaltenen globalen Konjunktur und der weiterhin gedämpften Investitionsbereitschaft zeigte sich auch der Absatz für Turmdrehkrane regional unterschiedlich. Insgesamt entwickelten sich die Märkte in der Europäischen Union trotz anhaltender Unsicherheiten stabiler als im Vorjahr. Der Anstieg resultierte größtenteils aus der erhöhten Nachfrage nach Neugeräten in Ländern wie Deutschland, Italien oder Benelux und machte die Region damit weiterhin zum wichtigsten Absatzmarkt. Die Entwicklung außerhalb der Europäischen Union verlief heterogener. Die Nicht-EU-Länder verzeichneten eine leichte Umsatzsteigerung. In Mittel- und Südamerika sorgte ein Projekt mit Kranen des Typs 710 HC-L auf den Bahamas für ein deutliches Umsatzplus. In den USA belastete die zurückhaltende Bautätigkeit das Marktvolumen und führte zu einem deutlichen Umsatzrückgang. In der Region Afrika / Naher und Mittlerer Osten normalisierte sich das Geschäft nach einem projektbedingt außergewöhnlich starken Vorjahr wieder. Positiv stechen Asien und Ozeanien hervor, wo der Absatz insbesondere in Australien weiterhin erfreulich zunahm.
Liebherr investiert bis 2034 einen dreistelligen Millionenbetrag in das Produktsegment und treibt damit die Zukunft der Turmdreh- und Mobilbaukranproduktion mit einer umfassenden Modernisierung voran.
Investition in den Industriestandort Deutschland
Im Geschäftsjahr 2025 standen im Produktsegment Turmdrehkrane die neuen Schnelleinsatzkrane 43 K, 61 K und 91 K im Mittelpunkt. Sie sind mit der richtungsweisenden Steuerung Tower Crane Operating System 2 ausgestattet und können mit den aktiven Assistenzsystemen Positioning Pilot, Guided Hook, Sway Control Plus und Vertical Line Finder optional ausgerüstet werden. Die letzteren beiden wurden von der BG BAU mit dem Eurotestpreis 2025 im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz ausgezeichnet. Das unterstreicht die kontinuierliche Verbesserung von Effizienz und Sicherheit auf Baustellen.
Weiter wurde mit der Einführung des 620 HC-L ein Verstellauslegerkran mit deutlich gesteigerter Leistungsfähigkeit und praxisrelevanter Außerbetriebsstellung auf den Markt gebracht.
Liebherr investiert bis 2034 einen dreistelligen Millionenbetrag in das Produktsegment und treibt damit die Zukunft der Turmdreh- und Mobilbaukranproduktion mit einer umfassenden Modernisierung voran. In der ersten Phase geht es um den Um- und Neubau der Produktionsbereiche am Standort in Biberach an der Riß (Deutschland), die bereits im laufenden Betrieb umgesetzt werden können. Damit betont die Firmengruppe ihr klares Bekenntnis zum Standort Deutschland und zu ihren hochqualifizierten Mitarbeitenden. Die Werke in Pamplona (Spanien) und Pune (Indien) werden strategisch in das Produktionsnetzwerk eingebunden. Um höchste Flexibilität, Effizienz und Nachhaltigkeit zu gewährleisten, sind die neuen Fertigungsstrukturen modular aufgebaut und auf die nächste Generation von Produkten ausgerichtet.
Auf das Geschäftsjahr 2026 blickt Liebherr im Produktsegment Turmdrehkrane verhalten optimistisch.