Spezialtiefbau
Im Produktsegment Spezialtiefbau verbuchte Liebherr im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 480 Mio. €. Dieser lag somit um 81 Mio. € oder 20,3 % über dem Vorjahresniveau.
Umsatz in Mio. € von 399 + 20,3% |
Beschäftigte von 1.371 + 14,8% |
Umsatzanteile nach Absatzregionen
40,4%
Europäische Union
12,9%
Nicht-EU-Länder
29,0%
Nordamerika
1,0%
Mittel- und Südamerika
6,7%
Asien und Ozeanien
10,0%
Afrika / Naher und Mittlerer Osten

Volatile Märkte fordern Flexibilität
Die globale Bauwirtschaft wuchs 2025 leicht, jedoch moderater als im Vorjahr. Dazu trugen unter anderem geopolitische Spannungen und die volatile Wirtschaft bei. Trotz dieses verhaltenen Umfelds profitierte der Markt für Spezialtiefbaugeräte von anhaltender Investitionsbereitschaft in Infrastruktur und Energie. In den für das Segment relevantesten Regionen zeigten sich unterschiedliche Treiber: In Europa sorgten Impulse aus dem Tiefbau und der Trend zu nachhaltigen Projekten für Aufschwung, in Nordamerika höhere Investitionen in Industrie- und Gewerbebauten.
Die Geschäfte waren im Berichtsjahr von großen regionalen Unterschieden geprägt. Die Bautätigkeiten sorgten in der Europäischen Union für eine deutliche Belebung. Besonders Deutschland sowie Frankreich und Italien verzeichneten eine positive Entwicklung. In den Nicht-EU-Ländern entwickelte sich der Umsatz im Berichtszeitraum ebenfalls erfreulich. In Afrika sowie im Nahen und Mittleren Osten war der Umsatz rückläufig, trotz positiven Impulsen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch in Asien und Ozeanien lagen die Geschäfte unter dem Vorjahresniveau. In Amerika zeigt sich ein geteiltes Bild: Während der Absatz in Mittel- und Südamerika deutlich geschwächt war, verbuchte das Unternehmen in Nordamerika ein erfreuliches Plus. Dazu trug vor allem die USA bei, wo Liebherr im Spezialtiefbau flexibel auf veränderte Marktbedingungen reagieren und die Nachfrage erfolgreich bedienen konnte.
Liebherr setzt mit dem vollelektrischen Seilbagger HS 8100.2 dual power neue Maßstäbe in puncto Emissionsfreiheit und Flexibilität in der Antriebswahl.
Vollelektrischer Seilbagger mit flexiblen Antriebsvarianten
Im Geschäftsjahr lag der Fokus in der Forschung und Entwicklung auf alternativen Antriebstechnologien. Premiere hatte der erste vollelektrische Seilbagger HS 8100.2 dual power mit flexiblen Antriebsvarianten. Er kombiniert eine integrierte Batterie mit einem optionalen Dieselgenerator, sodass er im Netz- oder Dual-Power-Betrieb emissionsarm arbeitet. Die Bedienung entspricht der bekannten HS-Serie und erleichtert den Umstieg für Fahrende.
Mit dem LB 45.1 präsentierte Liebherr ein Bohrgerät mit neuer Gittermastverlängerung für größere Bohrtiefen und innovativen Assistenzsystemen. Zum Beispiel kann beim Endlosschneckenbohren der Betoniervorgang automatisiert oder der Mäkler auf den zuvor eingestellten Neigungswinkel automatisch ausgerichtet werden. Der LRB 19 ist ein kompakter Allrounder für die Anwendungen Rammen, Rütteln oder Bohren und wurde als Nachfolger der Modelle LRB 16 und LRB 18 eingeführt.
Für Schlitzwandarbeiten überarbeitete Liebherr im Berichtsjahr eine Kombination aus dem Seilbagger HS 8130.1 und der Schlitzwandfräse LSC 8-20. Diese ermöglicht Schlitzwände bis zu 2 m Dicke und 150 m Tiefe. Der HS 8130.1 wurde zudem dank einer überarbeiteten Kabine und digitalen Assistenzsystemen in Bedienung, Wartung und Komfort deutlich verbessert.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Liebherr eine Fortsetzung der positiven Entwicklung. Die konsequente Ausrichtung auf innovative Technologien und nachhaltige Lösungen bildet die Grundlage für weiteres Wachstum und die Stärkung der Marktposition.