
3 Minuten - Magazin 01 | 2026
Qualität auf Knopfdruck
Vernetzte Prozesse, smarte Tools und intelligente Automatisierung – die Produktion bei Liebherr in Ehingen ist auf dem Weg zur Smart Factory.
Mit dem in-house entwickelten Quality Management Tool (QMT) setzt Liebherr neue Maßstäbe in der Endfertigung: Automatisierte Prüfprozesse gewährleisten Sicherheit, Effizienz und höchste Qualitätsstandards.

Im Fahrerhaus verbindet Tomislav Kuruc, Geräteprüfer in der Fahrerhausmontage, die Steckverbindungen des QMT mit dem Bus-System des Krans.
Wo vor wenigen Jahren Krankomponenten noch manuell geprüft wurden, haben die Elektriker heute ein intelligentes System zur Hand, um diese Aufgabe in kürzester Zeit zu erledigen: Die Software kontrolliert die Verdrahtung und Funktion elektrischer sowie hydraulischer Komponenten vollautomatisch. Das spart Zeit, minimiert Fehlerquellen und ermöglicht eine datenbasierte Qualitätssicherung. Außerdem garantieren automatisierte Tests gleichbleibende Standards. „Unsere Kunden profitieren von zuverlässigen Produkten, deren Qualität wir nachhaltig sichern“, erläutert Axel Baier, Bereichsleiter Endfertigung.
Mehr als ein Prüfstand
Das QMT ist als modulares System konzipiert und prüft nach jedem Montageschritt elektrische und teilweise hydraulische Komponenten umfassend. Bei LICCON3- Fahrerhäusern kontrolliert es beispielsweise innerhalb von zehn Minuten 320 Pins. Jeder Test wird automatisch dokumentiert und im Qualitätsmanagementsystem hinterlegt. „Unser Ziel war es, Fehler frühzeitig zu erkennen, bevor sie kostenintensive Auswirkungen haben“, erklärt Andreas Hartmann, Leiter Technologie und Innovation. „Das QMT ist unsere Antwort auf die gestiegenen Anforderungen an die Prozesssicherheit.“

Die Software-Ingenieure Timo Romer (links) und Daniel Joos (rechts) haben das QMT maßgeblich mitentwickelt.
Die Idee dafür entstand vor über zehn Jahren in der Kranentwicklung auf Initiative der Produktion. „Anfangs starteten wir mit einzelnen Konzepten. Der Durchbruch gelang vor vier Jahren mit der modularen Architektur: Prüfwagen, die flexibel an unterschiedliche Komponenten angepasst werden können, bilden die Grundlage für den Roll-Out des Systems.
Skalierbarkeit und kontinuierliche Weiterentwicklung
Aktuell können insgesamt 30 LICCON2- sowie acht LICCON3-Krantypen mit dem QMT geprüft werden. „Heute prüfen wir nicht nur das Endprodukt, sondern bereits Zwischenschritte des Montageprozesses“, ergänzt Software-Ingenieur Timo Romer. Das System wächst kontinuierlich mit den Anforderungen und wird vor allem dort erweitert, wo die Verdrahtung besonders komplex ist. Mit jedem neuen Prüfmodul steigt die Flexibilität und Leistungsfähigkeit des QMT.
Stetige Weiterentwicklung auf einen Blick
- Breite Anwendung vom Fahrerhaus bis zum kompletten Kran
- Automatisierte Analyse: Die Funktionsprüfung erfolgt softwaregestützt und ersetzt manuelle Kontrollschritte
- Datenbasierte Qualität: Jeder Prüfprozess wird dokumentiert und statistisch ausgewertet – Grundlage für Rückführungsprozesse und kontinuierliche Verbesserung
Dieser Artikel erschien im UpLoad Magazin 01 | 2026.





