13.12.2018 Liebherr-VarioTray überzeugt beim Wettlauf gegen die Zeit

  • Teilbarer Derrick-Ballast ermöglicht frühere Fertigstellung von Bahntrasse
  • VarioTray erspart rund eineinhalb Stunden Abballastieren des Krans
  • 242 Tonnen schwere Brücke mit Liebherr-Raupenkran LR 1750/2 eingehoben

Bauarbeiten an Eisenbahn-Strecken, die eine zeitlich befristete Vollsperrung des Bahnverkehrs erforderlich machen, haben meistens eines gemeinsam: hohen Zeitdruck. Schließlich sollen pünktlich nach Ende der geplanten Streckensperrung die ersten Züge wieder rollen. Das Einsetzen einer gewaltigen Stahlbrücke über eine Eisenbahntrasse im Altenburger Land (Thüringen) konnte nun schneller durchgeführt werden als geplant: Das teilbare Ballast-System VarioTray des verwendeten Raupenkrans LR 1750/2 sparte rund eineinhalb Stunden im Vergleich zum herkömmlichen Schwebeballast.

Schwer gerüstet: mit insgesamt 555 Tonnen Ballast ist der LR 1750/2 für den Hub beeindruckend ausgestattet.

Schwer gerüstet: mit insgesamt 555 Tonnen Ballast ist der LR 1750/2 für den Hub beeindruckend ausgestattet.

Der Hub einer über 240 Tonnen schweren Bogenbrücke in der kleinen thüringischen Gemeinde Nobitz, rund 40 Kilometer südlich von Leipzig, war wie geschaffen für den Einsatz dieses cleveren Ballast-Systems für Liebherr-Raupenkrane. Aufgrund der Verringerung der Ausladung während des Hubes von anfänglich 32 auf 18 Meter musste der Kran seine Gegengewichte am Derrick-Ausleger stark reduzieren. Anstatt nun, wie bislang üblich, mit einem Rüstkran die Ballastblöcke zeitraubend zu entfernen, wurde ein Großteil des Schwebeballastes einfach ausgebolzt und abgekoppelt – ein Aufwand von nur einigen Minuten. Lediglich der mittlere Stapel der insgesamt 340 Tonnen schweren Ballast-Palette verblieb bis zum finalen Absetzen der Last als Gegengewicht am Derrick-Ausleger.

Geht ganz fix: VarioTray anstelle von langwierigem Abballastieren. Nur der mittlere Teil des Schwebeballasts verbleibt am Derrick-Ausleger des Raupenkrans.

Geht ganz fix: VarioTray anstelle von langwierigem Abballastieren. Nur der mittlere Teil des Schwebeballasts verbleibt am Derrick-Ausleger des Raupenkrans.

Brücke schwerer als geplant – variabler Ballastradius löst Herausforderung

Rund 20 Tonnen schwerer als geplant war die Brücke. Souverän hatte Peter Drabsch, Einsatzleiter des Kranbetreibers, der Maxikraft Kran- und Schwerlastlogistik mit Kranfahrer Ralf Ludwig diesen Umstand gemeistert. Sie verstellten den Derrick-Radius des Schwebeballasts von 18 auf 20 Meter und konnten dadurch das Mehrgewicht problemlos kompensieren. Zusammen mit Hakenflasche, Anschlagmittel und Traverse hatte der Liebherr-Raupenkran beim Einsetzen dieser Stahlbrücke eine Bruttolast von 249 Tonnen zu meistern.

Job erledigt: Ralf Ludwig, Fahrer des Liebherr LR 1750/2 packt beim Abrüsten seines Raupenkrans mit an.

Job erledigt: Ralf Ludwig, Fahrer des Liebherr LR 1750/2 packt beim Abrüsten seines Raupenkrans mit an.

Der niederländische Schwerlast- und Transportlogistiker Wagenborg-Nedlift war für die Brückenmontage zuständig und hatte den Raupenkran von Maxikraft angemietet. Die Niederländer waren zudem für den Transport der Bogenbrücke vom Montageplatz bis zum Widerlager am Brückenbauwerk verantwortlich. Zu diesem Zweck kamen mehrere Selbstfahrer zum Einsatz. Wagenborgs Projektleiter Bart van den Belt zeigte sich nach erfolgtem Brückenhub begeistert von den Vorteilen des VarioTray-Systems: „Dieses Feature ist super! Hier wäre ein Hilfskran ziemlich lange beschäftigt gewesen. Dank VarioTray haben wir viel Zeit gespart.“