10.03.2021 Erste Komponenten des Liebherr HLC 150000 bereit für die Montage

  • Drehbühne und A-Bock auf dem Weg zur Werft
  • Montage der Komponenten wird von Liebherr-Experten auf dem Offshore-Installationsschiff Alfa Lift begleitet
  • Schwerlastkran HLC 150000 wurde für aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Offshore-Betrieb entwickelt

Am 7. März 2021 verließ das Transportschiff „BigLift Barentsz“ das Liebherr-Werk im Rostocker Hafen mit zwei Hauptkomponenten des Schwerlastkrans HLC 150000. Die Drehbühne sowie der charakteristische A-Bock sind somit unterwegs, um auf der Alfa Lift von OHT, einem Offshore-Windpark-Installationsschiff der nächsten Generation, montiert zu werden. Mit einer einzigartigen Kombination zahlreicher technischer Features wird die Liebherr-HLC-Serie ein Schlüsselelement für die Installation von aktuellen und zukünftigen Windparks auf der ganzen Welt sein.

Die Drehbühne und der A-Bock des HLC 150000 wurden auf die BigLift Barentsz gehoben

Die Drehbühne und der A-Bock des HLC 150000 wurden auf die BigLift Barentsz gehoben

Die Drehbühne und der A-Bock des HLC 150000 wurden auf die BigLift Barentsz gehoben

Nach ihrer Ankunft in China werden die Drehbühne und der A-Bock als erste Krankompenenten auf dem Offshore-Installationsschiff Alfa Lift von OHT montiert. Der Tandemhub der beiden Großkomponenten wurde am Liebherr-Standort in Rostock mit zwei leistungsstarken Liebherr-Kranen realisiert: Dem Raupenkran LR 11350 und dem TCC 78000, womit erneut die Relevanz des schienengebundenen Schwerlast-Portalkrans am Standort Rostock demonstriert wurde. Da der Tandem-Hub direkt an der Kaikante stattfand, konnte das Transportschiff seine Reise auf kürzestem Weg zur Ostsee antreten. Die Drehbühne und der A-Bock werden in der Werft von China Merchants Heavy Industry (CMHI) in der Provinz Jiangsu, nahe Shanghai, auf der Alfa Lift installiert. Wenn die Montage der beiden Komponenten abgeschlossen ist, wird der Ausleger passend „just-in-time“ geliefert, um den HLC 150000 fertig zu stellen.

„Der Kran kann montiert und installiert werden, wenn das Schiff eine bestimmte Phase im Konstruktionsprozess erreicht hat. Daher sind die Fertigungszeiten zwischen Liebherr, OHT und CHMI genau abgestimmt“, sagt Gregor Levold, Vertriebsleiter für Schiff- und Offshorekrane bei Liebherr Rostock, „ein weiteres wichtiges Element der Partnerschaft mit OHT ist unsere Unterstützung bei der Erstinstallation des Krans an Bord der Alfa Lift. Aufgrund der umfangreichen Erfahrung wird ein Team von Liebherr-Spezialisten nach China reisen und den Installations- und Inbetriebnahmeprozess des HLC 150000 auf der Werft unterstützend begleiten.“

Bjarne Birkeland, Leiter des Schiffsmanagements bei OHT, sagte: „Wir haben kürzlich mit der Inbetriebnahme des Schiffes einen bedeutenden Meilenstein beim Bau der Alfa Lift erreicht und sind sehr froh zu sehen, dass die hochwertigen Komponenten des 3000-Tonnen-Schwerlastkrans vom Liebherr-Werk verschifft werden. Wir freuen uns darauf, den Kran auf dem Schiff installiert zu sehen und danken den Experten von Liebherr für ihre hervorragende Zusammenarbeit und Sorgfalt.“

Tandemhub direkt am Kai: Zwei leistungsstarke Liebherr-Krane, der Raupenkran LR 11350 und der TCC 78000, heben die Drehbühne des HLC 150000 auf die BigLift Barentsz.

Tandemhub direkt am Kai: Zwei leistungsstarke Liebherr-Krane, der Raupenkran LR 11350 und der TCC 78000, heben die Drehbühne des HLC 150000 auf die BigLift Barentsz.

Tandemhub direkt am Kai: Zwei leistungsstarke Liebherr-Krane, der Raupenkran LR 11350 und der TCC 78000, heben die Drehbühne des HLC 150000 auf die BigLift Barentsz.

Optimiert für zukünftige Windpark-Installationen

Mit einer maximalen Hubkraft von 3.000 Tonnen bei 30 Metern und 1.000 Tonnen bei 76 Metern Ausladung ist der HLC 150000 für ein vielfältiges Einsatzspektrum gerüstet. Generell zeichnet sich die Bauweise der Liebherr-HLC-Serie durch einen geringen Platzbedarf aus. Der Drehkranzdurchmesser des HLC 150000 beträgt nur 14 Meter. Folglich benötigt der Kran weniger Platz an Deck als vergleichbare Krantypen, wodurch mehr Lagerfläche für den Transport von Bauteilen zur Verfügung steht. Durch eine spezielle Schleifringkonfiguration verfügt die gesamte HLC-Serie zudem über einen unbegrenzten Schwenkbereich: Die Schwerlastkrane können sich uneingeschränkt und dauerhaft drehen, ohne zurück in eine Ausgangsposition rotieren zu müssen.

Ein wichtiges Feature für mehr Einsatztage und weniger Ausweichrouten ist darüber hinaus der faltbare A-Bock des HLC, der die Höhe des Krans je nach Bedarf deutlich verringern kann. „Im Gegensatz zu vielen anderen Schiffen mit Kranen dieser Größe wird die Alfa Lift in der Lage sein, unter Brücken durchzufahren, die ähnliche Schiffstypen aufgrund der Gesamthöhe umfahren müssen. Diese Eigenschaft reduziert die Transitzeit, zum Beispiel wenn das Schiff in der Ostsee unter der dänischen Storebæltsbro durchfährt“, sagt Gregor Levold, „der faltbare A-Bock sorgt für mehr Flexibilität, was wiederum zu Betriebs- und Kosteneffizienz führt und die Anzahl der Chartertage sowie die Verfügbarkeit des Schiffes deutlich erhöht.“

Für eine schnellere Wartung im laufenden Betrieb sind alle Komponenten des HLC 150000 über Treppen und Plattformen zugänglich. Ein wesentliches Element des Wartungskonzepts ist der integrierte Wartungskran, der bis zu sechs Tonnen heben kann. Dieser Kran ermöglicht den Austausch schwerer Einzelkomponenten direkt am Schiff. Damit ist eine schnelle, unkomplizierte und wirtschaftliche Wartung unabhängig vom Standort des Schiffes gewährleistet.

Im Anschluss an den Hub konnte das Transportschiff seine Reise auf kürzestem Weg zur Ostsee antreten.

Im Anschluss an den Hub konnte das Transportschiff seine Reise auf kürzestem Weg zur Ostsee antreten.

Im Anschluss an den Hub konnte das Transportschiff seine Reise auf kürzestem Weg zur Ostsee antreten.

Hohes Interesse am Aufbau nachhaltiger Energie

Die HLC-Serie von Liebherr bedient einen weltweit wachsenden Markt für Offshore-Windanlagen, die zu einer nachhaltigen Energieversorgung beitragen. Gleichzeitig werden in den kommenden Jahren bestehende Offshore-Öl- und Gasanlagen stillgelegt und mit möglichst großen Bauteilen zurückgebaut, um die Transportkosten zu reduzieren. Um diesen Anforderungen bestmöglich gerecht zu werden, sind bereichsübergreifende Entwicklungen und modernste Fertigungsverfahren für Krane, die in beiden Sektoren der Energiewirtschaft tätig sein können, von entscheidender Bedeutung. „Kunden der HLC-Serie haben sehr hohe Anforderungen an Qualität und Zuverlässigkeit, die wir erfüllen und übertreffen können“, so Gregor Levold, „unsere Krane werden in Europa mit starken Partnern unter anderem innerhalb der Liebherr-Gruppe gefertigt. Hauptkomponenten wie Winden, Großwälzlager und Drehwerke des Krans werden von anderen Liebherr-Werken entwickelt und gefertigt. Dies führt zu einer unabhängigen Lieferkette und einer garantierten Verfügbarkeit der Komponenten.“ Da die multifunktionale HLC-Baureihe für eine Vielzahl von Anwendungen genutzt werden kann, wächst das weltweite Interesse an den Liebherr-Schwerlastkranen kontinuierlich.

Das erste Projekt des OHT-Schiffes Alfa Lift ist der Bau des Windparks

Das erste Projekt des OHT-Schiffes Alfa Lift ist der Bau des Windparks "Dogger Bank A", etwa 130 Kilometer vor der Nordostküste Englands.

Das erste Projekt des OHT-Schiffes Alfa Lift ist der Bau des Windparks "Dogger Bank A", etwa 130 Kilometer vor der Nordostküste Englands.

Im Jahr 2022 wird der HLC 150000 an Bord der Alfa Lift zu Beginn in der Nordsee im Einsatz sein. Das erste Projekt ist der Bau des Windparks „Dogger Bank A“, etwa 130 Kilometer vor der Nordostküste Englands.

Über die Liebherr-MCCtec Rostock GmbH

Die Liebherr-MCCtec Rostock GmbH ist einer der führenden europäischen Hersteller von maritimen Materialumschlagslösungen. Die Produktpalette umfasst Schiffs-, Hafenmobil- und Offshorekrane. Auch Reachstacker und Komponenten für Containerkrane sind im Produktportfolio enthalten.

Über die Firmengruppe Liebherr

Die Firmengruppe Liebherr umfasst mehr als 140 Gesellschaften auf allen Kontinenten und beschäftigt über 48.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2019 erzielte Liebherr einen konsolidierten Gesamtumsatz von rund 11,7 Milliarden Euro. Als globales, familiengeführtes Technologieunternehmen ist Liebherr nicht nur einer der größten Baumaschinenhersteller der Welt, sondern auch in vielen anderen Branchen als Anbieter von technisch anspruchsvollen Produkten und Dienstleistungen mit Fokus auf den Kundennutzen anerkannt. Liebherr wurde 1949 in Kirchdorf an der Iller in Süddeutschland gegründet.