Der Campus Bovisa-Goccia-Gasometri, der Politecnico di Milano, zählt zu den größten innerstädtischen Umbauprojekten, die derzeit in Mailand realisiert werden. Die beiden historischen Gasometer, die im frühen 20. Jahrhundert zur Gasspeicherung errichtet wurden, werden zu zwei neuen Gebäuden mit acht beziehungsweise sechs Geschossen umgebaut, in denen künftig Büros, Labore, ein Fitnessraum und weitere Einrichtungen der Universität untergebracht sind. Einer der beiden Gasometer wird teilweise demontiert, außerhalb der Baustelle restauriert und anschließend wieder aufgebaut, während der andere direkt vor Ort restauriert wird. Die Bauarbeiten begannen im Oktober 2023, die Fertigstellung des Projekts ist für Anfang 2027 geplant.
Eine komplexe Baustelle mit einer klaren Anforderung
Die Umbauarbeiten führt CMSA Società Cooperativa durch, Teil des Konsortiums ATI Conscoop, Consorzio Integra, gemeinsam mit Pentagas und Gianni Benvenuto Spa.
Für die Turmdrehkrane auf der Baustelle arbeitete CMSA eng mit dem Liebherr-Händler Niederstätter zusammen, einem familiengeführten Unternehmen, das auf den Verkauf und die Vermietung von Baumaschinen, modularen Baustelleneinrichtungen und Bedienerschulungen spezialisiert ist. Von der frühen Planungsphase an arbeitete das Niederstätter-Team eng mit der Bauleitung von CMSA zusammen, um die am besten geeignete Lösung in Bezug auf Maschinen und Logistik zu ermitteln. Die zentrale Anforderung des Projekts war es, die gesamte Baustelle mit Kranen abzudecken, die Lasten von bis zu drei Tonnen heben können. Gemeinsam entwickelten die beiden Teams ein Krankonzept für die Baustelle. Niederstätter beriet dabei zur Positionierung der Krane, zur Flächenorganisation sowie zur Optimierung der Baustellenlogistik unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten.
Drei Flat-Top-Krane für die vollständige Abdeckung der Baustelle
Die in der Planungsphase definierten Anforderungen bestimmten Anzahl, Typen und Positionierung der eingesetzten Turmdrehkrane. Für das Projekt wurden drei Liebherr Flat-Top-Krane ausgewählt: ein 205 EC-B mit einer Hakenhöhe von 50 Metern und einer Auslegerlänge von 60 Metern, ein 240 EC-B mit einer Hakenhöhe von 65 Metern und einer Auslegerlänge von 68 Metern sowie ein 250 EC-B mit einer Hakenhöhe von 80 Metern und einer Auslegerlänge von 70 Metern. Die Montage der Krane begann am 17. März 2025. Die drei Krane wurden so positioniert, dass sie sämtliche Bereiche der Baustelle erreichen und einen sicheren sowie effizienten Materialtransport ermöglichen. Gemeinsam übernehmen sie das Heben von Lasten, den Materialtransport, den Stahlbau und die Fassadenmontage sowie die Betonarbeiten im gesamten Projekt.
Baustellenlogistik für ein neues Wahrzeichen
Das Engagement von Niederstätter im Projekt ging über die Lieferung und Positionierung der Turmdrehkrane hinaus. Für die Baustelle in Mailand entwarf und errichtete das Unternehmen zudem ein zweigeschossiges Modulgebäude mit den Maßen 36,5 mal 7,35 Metern, das für Büros, Umkleideräume, Lager- und Besprechungsräume genutzt wird. Die Planungsphase dauerte zwei Monate in enger Abstimmung mit CMSA, die Montage vor Ort war innerhalb einer Woche abgeschlossen. Darüber hinaus unterstützte Liebherr Tower Crane Solutions die Projektplanung mit passenden Turmsystemkonfigurationen und den erforderlichen Fundamentdaten.
Die beiden Gasometer sind Teil des übergeordneten Masterplans Bovisa-Goccia-Gasometri, der den Universitätscampus mit einem neuen öffentlichen Park verbinden und das Gebiet als Innovationsviertel für Mailand etablieren soll. Die Stahlkonstruktionen der Gasometer werden im Zuge des Umbaus erhalten und restauriert, wodurch die industrielle Geschichte des Standorts mit seiner neuen akademischen und wissenschaftlichen Nutzung verbunden wird.
Die drei EC-B Krane bleiben während der gesamten Bauzeit an beiden Gasometer-Gebäuden im Einsatz und begleiten das Projekt bis zur geplanten Fertigstellung Anfang 2027. Dank ihres Flat-Top-Designs können mehrere Krane ohne Überschneidung kritischer Bauteile übereinander hinwegschwenken. Auf einer Baustelle, auf der sich die Arbeitsbereiche von drei Kranen auf einem beengten innerstädtischen Grundstück überschneiden, ist diese Bauweise ein entscheidender Grund dafür, dass die Krane so positioniert werden konnten, dass sie jeden Bereich der Baustelle erreichen, ohne sich gegenseitig im Arbeitsradius einzuschränken.