
Hohe Traglasten bei gleichzeitig großen Reichweiten: Die Liebherr-Materialumschlagmaschine LH 150 M Gantry Port E überzeugt im Hafenumschlag von Schütt- und Stückgütern.
Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete Liebherr einen Gesamtumsatz von 14.772 Mio. €. Dies entspricht einer Steigerung von 150 Mio. € oder 1,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die Investitionen der Firmengruppe befanden sich mit 1.059 Mio. € auf dem hohen Niveau der beiden Vorjahre.
Umsatz weltweit in Mio. €
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Das globale Wirtschaftswachstum bewegte sich 2025 mit 3,3 % annähernd auf dem Niveau des Vorjahrs, so die Berechnungen des Internationalen Währungsfonds.
In den Schwellen- und Entwicklungsländern wuchs die Wirtschaft im Berichtsjahr um 4,4 %, in den Industriestaaten um 1,7 %. Die Eurozone realisierte einen Anstieg von 1,4 %, wobei in Deutschland nach dem Rückgang in 2024 nur eine marginale Zunahme zu beobachten war (0,2 %). Das Wachstum in den USA lag bei 2,1 %.
Das Wirtschaftsumfeld blieb im Geschäftsjahr weiterhin volatil und war von starker Unsicherheit geprägt. Handelshemmnisse durch US-Zölle sowie geopolitische Spannungen belasteten den internationalen Austausch. Die Auswirkungen des Booms rund um Künstliche Intelligenz (KI) sind nach wie vor schwer einzuschätzen, doch trugen KI-induzierte Investitionen zur Unterstützung der Finanzmärkte bei. Gleichzeitig reagierte der private Sektor flexibel auf neue Handelsbarrieren. Die rückläufige Inflation wirkte stabilisierend, sodass sich die Weltwirtschaft insgesamt resilient zeigte.
Die Unsicherheit aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hatte deutliche Auswirkungen auf Liebherr und seine Produktsegmente. So fiel die Investitionsbereitschaft auf Kundenseite in einigen Bereichen verhalten aus. Lieferungen in die USA waren zeitweise von Störungen betroffen. Trotzdem entwickelte sich die Firmengruppe stabil. Wesentliche Gründe dafür sind die breite Diversifikation und die dezentrale Struktur von Liebherr. Absatztreiber wie Spezialtiefbaumaschinen, Schiffs-, Hafenmobil- und Containerkrane sowie Komponenten für Flugzeuge und Schienenfahrzeuge kompensierten verringerte Absätze in anderen Segmenten.
Mit einem Umsatz von 14.772 Mio. € knüpfte die Firmengruppe an das Rekordjahr 2024 an. Im Bereich Baumaschinen und Mining sank der Umsatz um 5,5 % und lag bei 9.345 Mio. €. Dazu trugen Rückgänge in den Segmenten Erdbewegung, Materialumschlag, Mining, Mobil- und Raupenkrane sowie Betontechnik bei. Eine Steigerung konnte die Firmengruppe hingegen in den Segmenten Spezialtiefbau und Turmdrehkrane verzeichnen.
Einen Umsatz von 5.427 Mio. € erreichte Liebherr gesamthaft mit den übrigen Produktsegmenten Maritime Krane, Aerospace und Verkehrstechnik, Verzahntechnik und Automationssysteme, Kühl- und Gefriergeräte, Komponenten sowie Hotels. Dies bedeutet eine Zunahme von 14,7 % gegenüber dem Vorjahr, zu der mit einer Ausnahme alle Produktsegmente beitrugen.
Umsatzentwicklung nach Regionen
Gesamtumsatz 14.772 Mio. €
+1,0 %+ 150 Mio. €
| % zum Vorjahr | € zum Vorjahr | ||
|---|---|---|---|
| Asien und Ozeanien | 2.569 Mio. € | −5,5 | −150 Mio. |
| Afrika/ Naher und Mittlerer Osten | 1.052 Mio. € | +2,7 | +28 Mio. |
| Mittel- und Südamerika | 566 Mio. € | +12,5 | +63 Mio. |
| Nordamerika | 2.525 Mio. € | −1,7 | −43 Mio. |
| Nicht-EU-Länder | 1.319 Mio. € | −13,8 | −211 Mio. |
| Europäische Union | 6.741 Mio. € | +7,4 | +463 Mio. |
Die Absatzregionen der Firmengruppe entwickelten sich im Geschäftsjahr 2025 heterogen. Wachstum war in der Region Afrika / Naher und Mittlerer Osten zu verzeichnen, getragen durch deutliche Steigerungen in Südafrika und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch in Mittel- und Südamerika erhöhte die Firmengruppe ihren Umsatz. In Nordamerika hingegen verbuchte Liebherr einen leichten Rückgang, ebenso in Asien und Ozeanien. In Europa zeigte sich ein geteiltes Bild: Während die Geschäfte in den Nicht-EU-Ländern rückläufig waren, stieg der Umsatz in der Europäischen Union an. Insbesondere die starken Zuwächse in Deutschland trugen zu diesem Wachstum bei.
Jahresergebnis
Im Vergleich zu 2024 hat das Betriebsergebnis von Liebherr abgenommen. Das Finanzergebnis lag über dem Vorjahreswert, sodass die Firmengruppe im Berichtsjahr ein Jahresergebnis von 272 Mio. € erzielte.
Beschäftigte
55.963
+1.235
| Beschäftigte | Vergleich zum Vorjahr | ||
|---|---|---|---|
| Asien und Ozeanien | 5.152 | +362 | |
| Afrika/ Naher und Mittlerer Osten | 1.357 | +82 | |
| Mittel- und Südamerika | 1.975 | +42 | |
| Nordamerika | 2.486 | −30 | |
| Nicht-EU-Länder | 3.904 | −39 | |
| Europäische Union | 41.089 | +818 |
Die Mitarbeitenden sind der Schlüssel zum Erfolg der Firmengruppe: Mit ihrer fachlichen Qualifikation und ihrem Engagement tragen sie maßgeblich zur Entwicklung des Unternehmens bei. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, die auf Beständigkeit, Fairness, persönlicher Wertschätzung und Handlungsfreiraum beruht, entspricht der Tradition von Liebherr als Familienunternehmen und als Arbeitgeber. Liebherr bietet seinen Mitarbeitenden spannende Aufgaben und vielfältige Entwicklungsperspektiven, insbesondere für Berufseinsteigende: von der Ausbildung über duale Studiengänge bis zu Traineestellen. Ziel ist es, Talente frühzeitig zu fördern und ihnen langfristige berufliche Perspektiven zu eröffnen.
Im Berichtsjahr stieg die Belegschaft der Firmengruppe erneut: Ende 2025 arbeiteten 55.963 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Liebherr. Das sind 1.235 oder 2,3 % mehr als im Vorjahr.
Die Zahl der Beschäftigten stieg am deutlichsten in der Europäischen Union, wobei sie in den Nicht-EU-Ländern leicht zurückging. In Asien und Ozeanien verzeichnete Liebherr ebenfalls ein Wachstum an Mitarbeitenden. Während in Nordamerika die Beschäftigtenzahl leicht sank, erhöhte sie sich in Mittel- und Südamerika sowie in der Region Afrika / Naher und Mittlerer Osten.
Mehr Informationen zu Liebherr als Arbeitgeber und zur Zusammensetzung der Belegschaft finden sich im Absatz zur Nachhaltigkeit.

Autonomes Arbeiten von Radladern basiert auf einer präzisen Definition der Arbeitsumgebung, für die eine exakte Karte erzeugt wird.
Forschung und Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2025 investierte die Firmengruppe 708 Mio. € in ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, wodurch neue, innovative Maschinen, Komponenten, Technologien und Lösungen entstanden. Dafür arbeitete Liebherr erneut mit Universitäten, Hochschulen, Instituten und weiteren Partnern zusammen. Im Mittelpunkt der Innovationen standen erneut alternative Antriebe und die Digitalisierung der Produkte.
Im Bereich Autonomie erreichte Liebherr zahlreiche Meilensteine. So sind zum Beispiel autonome Mining-Trucks im Feldtest und stehen kurz vor produktiven Einsätzen. Auf der Bauma 2025 stellte die Firmengruppe erstmals einen autonom arbeitenden Radlader vor und erhielt für sein System „Liebherr Autonomous Operations“ den Innovationspreis. Dieses ermöglicht der Maschine den Betrieb ohne Fahrer oder Fahrerin. Es lässt die Maschine ihre Umgebung mit 3D-Umfeldsensorik wahrnehmen und selbstständig und dynamisch den Arbeitszyklus planen. Weiter forschte Liebherr an dem S1 Vision, dem Prototyp eines autonomen, batterieelektrischen und einachsigen Muldenkippers. Dieser ist konzeptionell für den Schwarmbetrieb autonomer Fahrzeuge ausgelegt.
Liebherr hatte die Emissionsziele der Kunden weiterhin fest im Blick – immer mit der Absicht, die optimale Lösung für den jeweiligen Einsatzbereich zu finden. Hervorzuheben sind neue, elektrifizierte Baumaschinen wie der erste vollelektrische Seilbagger HS 8100.2 dual power oder der R 920 G8-E, der erste batterieelektrische Raupenbagger. Am Netz oder mit integrierter Batterie lassen sich der All-Terrain-Kran LTM 1150-5.4E und der Mobilbaukran MK 120-5.1E betreiben. Um diese Maschinen auf der Baustelle zu laden oder mit Strom zu nutzen, stellte die Firmengruppe den batteriebasierten Energiespeicher LPO 600 vor.
Zusätzlich zur Elektrifizierung der Maschinen testete Liebherr weitere alternative Kraftstoffe wie z. B. Ammoniak als Energiequelle für Motoren. Zudem ist seit dem Berichtsjahr der erste Radlader mit Wasserstoff-Motor im Feldeinsatz. Entscheidend für beide Antriebskonzepte ist die richtige Einspritztechnologie. LiGO Injection Systems ist die technische Basis für die Einspritzung alternativer Kraftstoffe, die flexiblere Anwendungsmöglichkeiten bietet.
Auch in der Luftfahrt- und Verkehrstechnik erweiterte Liebherr das Produktportfolio um nachhaltige Lösungen. Energieeffizientere und gewichtsoptimierte Systeme – von minimaler Zapfluft und hocheffizienten Hydraulikspeichern bis hin zu vollständig elektrischen Anwendungen – treiben die Dekarbonisierung der Luftfahrt weiter voran. Im Bahnsektor setzte die Firmengruppe mit Propan auf ein natürliches Gas, um Heiz- und Kühlsysteme umweltfreundlicher zu gestalten.
Im Berichtsjahr entstand eine breite Anzahl digitaler Lösungen, darunter die Assistenzsysteme für die Schnelleinsatzkrane der K-Baureihe. Sie korrigieren pendelnde Bewegungen und ermöglichen es, gespeicherte Punkte teilautomatisiert anzufahren. Um den Leistungs- und Energiebedarf einer Baustelle zu planen, entwickelte Liebherr den Energy Planner. Die Software hilft Ausrüstern und Betreibern, das zunehmende Risiko von Versorgungslücken des eingesetzten Maschinenparks zu minimieren. Die Software zeigt die Anschlussstellen vor Ort und hilft, die Ladephasen und Energiebedarfe der Maschinen zu kalkulieren.
Firmengruppenübergreifend arbeitete Liebherr an einer einheitlichen Software-Basis für digitale Services und Lösungen. Diese können dadurch schneller entwickelt und bereitgestellt werden. Eine Standardisierung wurde auch im Programm Software Defined Machine vorangetrieben. Es soll über alle Baumaschinen hinweg eine einheitliche, leistungsstarke und zukunftsfähige Steuerungsarchitektur sicherstellen. In der Cybersicherheit baute Liebherr die firmengruppenweite Organisation sowie entsprechende Kompetenzen aus, um die Produktsicherheit einzuhalten und zu verbessern. Zudem entwickelte Liebherr im Geschäftsjahr sein internes, gruppenübergreifendes KI-Kompetenzzentrum weiter. Dessen Aufgabe ist es, die Einführung von Künstlicher Intelligenz durch gezielte Befähigung zu beschleunigen. Die Firmengruppe lancierte eine Vielzahl von KI-Lösungen und setzte solche auch in Produkten, Services und internen Prozessen ein. Ergänzend wurden Schulungen für Mitarbeitende durchgeführt und eine interne Richtlinie für Künstliche Intelligenz veröffentlicht.
Investitionen in Mio. €
Investitionen
Liebherr setzt auf nachhaltiges, organisches und gesundes Wachstum. Langfristige und zielgerichtete Investitionen in die Produktionsstätten und in das weltweite Vertriebs-, Logistik- und Servicenetz werden aus in der Firmengruppe erwirtschafteten Mitteln bestritten. Im Geschäftsjahr 2025 lagen die Investitionen bei 1.059 Mio. € und somit um 70 Mio. € bzw. 7,1 % höher als im Vorjahr. Dem stehen Abschreibungen von 587 Mio. € gegenüber.
Um der erhöhten Nachfrage nach Mobil-und Raupenkranen gerecht zu werden, erwarb Liebherr in Ehingen-Berg (Deutschland) ein über 500.000 m2 großes Grundstück. Ebenfalls in Ehingen (Deutschland) erneuerte Liebherr eine Lagerhalle inklusive Büroräumlichkeiten. In Kirchdorf an der Iller (Deutschland) wird ein neues Versandzentrum errichtet. Am Standort Biberach an der Riß (Deutschland) machten zwei volumenstarke Aufträge für Großwälzlager für die Windindustrie Investitionen in die Produktion, Infrastruktur und Prüftechnik erforderlich. Zudem eröffnete an diesem Standort das neue Vertriebs- und Verwaltungsgebäude der Firmengruppe. Liebherr kündigte überdies an, die Produktion von Turmdreh- und Mobilbaukranen in Biberach bis 2034 grundlegend zu modernisieren.
Abschreibungen in Mio. €
Neben der Stärkung des Industriestandorts Deutschland erweitert Liebherr seine Montage- und Produktionskapazitäten im Raum Plovdiv (Bulgarien). Liebherr baut dort seine bisherigen Aktivitäten für den Schienen- und Nutzfahrzeugmarkt weiter aus und schafft neue Montagekapazitäten für Luftfahrtanwendungen. Zusätzlich verlagert die Firmengruppe die Produktion von Fahrmischern und Mischanlagen nach Bulgarien.
Auch auf dem amerikanischen Markt stärkte Liebherr im Berichtsjahr seine Produktions- und Servicekapazitäten: In Guaratinguetá (Brasilien) legte die Firmengruppe den Grundstein zur Vergrößerung der Produktionsstätte für Flugzeugkomponenten. In Tupelo (MS/USA) schritten zudem die Bauarbeiten für das neue Logistikzentrum voran. Die ersten Pakete werden planmäßig Anfang 2027 an Kunden in Nord-, Mittel- und Südamerika versendet. Weiter erwarb die Firmengruppe kürzlich ein Grundstück in Houston (TX/USA), um ihre Präsenz in den USA zu stärken, den Kundenstamm zu unterstützen und die globalen Aktivitäten auszubauen.

Liebherr präsentierte auf der Bauma 2025 den S1 Vision, den Prototyp eines autonomen, batterieelektrischen und einachsigen Muldenkippers.
Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem
Um einen nachhaltigen Erfolg der Firmengruppe sicherzustellen, werden Chancen und Risiken systematisch identifiziert, bewertet sowie kontrolliert. Mit dem in der Firmengruppe verankerten und kontinuierlich verbesserten Risikomanagement- und Internen Kontrollsystem wird ein wesentlicher Beitrag zur Unterstützung des langfristigen Erfolgs geleistet und zudem sichergestellt, dass über konkrete Maßnahmen und Kontrollen die relevanten gesetzlichen, regulatorischen und betrieblichen Anforderungen erfüllt werden.
Zur ganzheitlichen Erfassung, Analyse und Bewertung von Risiken sind sämtliche Verantwortungsträger in das bei den einzelnen Gesellschaften der Firmengruppe eingesetzte Risikomanagement- und Interne Kontrollsystem eingebunden.
In den einzelnen Gesellschaften werden Risiken dezentral identifiziert und beurteilt, Gegenmaßnahmen zur Begrenzung der Risiken eingeleitet und Auswirkungen bewertet. Dieser dezentrale Ansatz erlaubt es auch, Chancenfelder effizient zu identifizieren und zu beurteilen. Gewonnene Informationen über marktbezogene und technologische Entwicklungen fließen im Rahmen des Chancenmanagements in die Entscheidungsfindung über zukünftige Geschäftsfelder und Produktionsverfahren ein.
Auf Konzernebene erfolgen eine regelmäßige Abfrage zur aktuellen Risikosituation sowie eine Beurteilung der Wirksamkeit der eingesetzten Systeme und Prozesse. Die Interne Revision kontrolliert die Einhaltung der Konzernrichtlinien sowie die Umsetzung der Risikomanagement- und Internen Kontrollsysteme.
Nachtragsbericht
Ereignisse von besonderer Bedeutung, die nach dem Abschlussstichtag eingetreten sind und Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben, sind darzustellen. Nach dem Schluss des Geschäftsjahrs 2025 gab es innerhalb der Firmengruppe Liebherr keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.
Für die Firmengruppe Liebherr ist Nachhaltigkeit ein ganzheitliches Prinzip, das wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte verbindet. Mit innovativen Lösungen, technologischem Fortschritt und verantwortungsbewusstem Handeln möchte das Unternehmen die Lebensqualität heutiger und zukünftiger Generationen verbessern. Liebherr setzt auf ressourcenschonende Produkte, effiziente Prozesse und eine nachhaltige Infrastruktur, wobei Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit im Mittelpunkt stehen.
Für die Tochtergesellschaften, die unter die europäische Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) fallen, erstellt Liebherr seit diesem Jahr eine umfassende Nachhaltigkeitserklärung auf Firmengruppenebene. Gemäß den Vorgaben der CSRD ist diese Erklärung für das Geschäftsjahr 2025 erstmals Bestandteil des Konzernlageberichts und wurde in Übereinstimmung mit den derzeit gültigen European Sustainability Reporting Standards (ESRS, Set 1) erstellt. Ab Juni 2026 wird der Nachhaltigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 2025 zusätzlich auf der Homepage der Firmengruppe zur Verfügung stehen.
Die folgenden Informationen enthalten ausgewählte Inhalte dieser Erklärung zu den Themen Strategie, Governance und Verantwortung, Klimaschutz, Energie und Kreislaufwirtschaft sowie Mitarbeitende und soziale Verantwortung.

Zwei 550 EC-H 20 Litronic arbeiten in Den Haag (Niederlande) am Bau eines neuen Quartiers, das exemplarisch für eine moderne, nachhaltige Stadtentwicklung steht.

Organisationsstruktur Corporate Responsibility
Strategie, Governance und Verantwortung
Die Corporate-Responsibility-Strategie orientiert sich an den 17 Zielen der Vereinten Nationen und umfasst vier Handlungsfelder: Produkte und Dienstleistungen, Umwelt und Energie, Mitarbeitende und Gesellschaft sowie nachhaltiges Wirtschaften. Die Sparten der Firmengruppe leiten daraus eigene Strategien ab und berücksichtigen branchenspezifische Anforderungen.
Eine große Herausforderung ist die Verfügbarkeit und Qualität von belastbaren Daten, weshalb Liebherr seine Datenerhebung laufend weiter ausbaut. Die Firmengruppe ist dabei, robuste Nachverfolgungsmechanismen zu entwickeln, darunter Key Performance Indicators (KPIs), Berichtsformate und regelmäßige Überprüfungen, um die Wirksamkeit von Maßnahmen zu bewerten und die Ausrichtung auf die Nachhaltigkeitsziele sicherzustellen.
Für die Steuerung der Nachhaltigkeitsaspekte verfügt Liebherr über eine klar definierte Organisationsstruktur. Die strategische Gesamtverantwortung liegt bei der Liebherr-International AG. Höchstes Entscheidungsgremium ist der ausschließlich von Mitgliedern der Familie Liebherr geführte Verwaltungsrat. Das CR-Advisory-Board unterstützt als internes Beratungsgremium mit Vertretern des Direktoriums, der Spartenobergesellschaften und zentraler Bereiche.
Operativ koordiniert das CR-Core-Team die Verantwortlichen der Liebherr-Sparten und Zentralabteilungen. Ergänzend bearbeiten Projekt- und Expertengruppen prioritäre CR-Themen wie klima- und compliancebezogene Risiken, Lieferkettenrisiken sowie Chancen für Innovation und Ökoeffizienz. Ihre Ergebnisse werden regelmäßig unter Einbindung des CR-Advisory-Boards überprüft.
Die Steuerung baut zudem auf verbindlichen Compliance-Instrumenten wie dem Verhaltenskodex für Mitarbeitende und verbundene Gesellschaften, dem Lieferantenverhaltenskodex und dem etablierten Meldesystem auf. Diese Struktur gewährleistet die systematische Integration von Nachhaltigkeit in die strategische Entscheidungsfindung und die Verankerung in der Linienorganisation. Angesichts steigender Anforderungen entwickelt Liebherr die CR-Organisation kontinuierlich weiter und stärkt Kompetenzen durch gezielte Entwicklung und bereichsübergreifende Zusammenarbeit.
Klimaschutz, Energie und Kreislaufwirtschaft
Das Umwelt- und Energiemanagement der Firmengruppe Liebherr ist dezentral organisiert. Die Sparten setzen Maßnahmen eigenständig um, unterstützt durch Umwelt- und Energiebeauftragte sowie überregionale Arbeitsgruppen. Über klare Prozesse und regelmäßige Audits wird die Einhaltung aller Umweltvorschriften sichergestellt. Ziel ist es, die Umweltbelastung von Produktion und Produkten kontinuierlich zu minimieren. Maßnahmen wie die Nutzung erneuerbarer Energien oder emissionsarmer Technologien evaluieren die Sparten selbstständig. Eine gruppenweite Standardisierung der Daten wird derzeit aufgebaut.
Im Jahr 2025 hat die Firmengruppe weitere gezielte Schritte unternommen, um das Verständnis für die unternehmensbezogenen Umweltauswirkungen zu vertiefen. Mehrere Sparten von Liebherr haben bereits damit begonnen, Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Scope-1- und Scope-2-Emissionen zu identifizieren und umzusetzen. Die wichtigsten Aktivitäten konzentrieren sich dabei auf die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen. Dazu gehören Maßnahmen wie die Installation von Photovoltaikanlagen und Wärmerückgewinnungssystemen. Liebherr arbeitet außerdem intensiv an alternativen Antriebstechniken. Diese Initiativen unterstützen die Dekarbonisierung entlang der gesamten nachgelagerten Wertschöpfungskette.
Da ein wesentlicher Teil der Umweltauswirkungen im Produktionsprozess entsteht, hat sich Liebherr zum Ziel gesetzt, bis 2030 sämtliche Produktionsstandorte nach den wichtigsten ISO-Standards zertifizieren zu lassen, darunter ISO 9001, 14001, 45001 und 50001. Diese Normen unterstützen einen effizienten Ressourceneinsatz, tragen zur Reduktion von Emissionen bei und gewährleisten hohe Standards für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.
In den kommenden Jahren entwickelt Liebherr einen umfassenden Klimaschutzplan, der die Ziele des Pariser Abkommens berücksichtigt. Ein erster wichtiger Schritt war die Schaffung eines einheitlichen methodischen Rahmens für die Kohlenstoffbilanzierung in allen Produktsegmenten. Er ermöglicht die Erhebung zuverlässiger und vergleichbarer Emissionsdaten auf Firmengruppenebene und bildet die Entscheidungsbasis für die Entwicklung des Übergangsplans für den Klimaschutz.
Energieverbrauch und Energiemix
2025 stammte nahezu ein Drittel (28 %) des Energieverbrauchs von Liebherr aus erneuerbaren Quellen. Die Firmengruppe stellt ihre Betriebsabläufe schrittweise auf Ökostrom um. Eigene Energie wird sowohl aus nicht-erneuerbaren Quellen – vor allem Strom- und Wärmeerzeugung an Motorenprüfständen – als auch aus erneuerbaren Quellen wie Photovoltaikanlagen gewonnen.
Energieverbrauch im Zusammenhang mit dem eigenen Betrieb
| Beschreibung | 2025*, in MWh | Anteil |
| Energieverbrauch aus fossilen Quellen | 689.840 | 67 % |
| Energieverbrauch aus nuklearen Quellen | 52.723 | 5 % |
| Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen | 290.965 | 28 % |
| Gesamtenergieverbrauch | 1.034.528 | 100 % |
| Nicht-erneuerbare Energieproduktion | 19.329 | 48 % |
| Erneuerbare Energieproduktion | 20.620 | 52 % |
| Gesamte Energieproduktion | 39.949 | 100 % |
| * Rundungsbedingt können die ausgewiesenen Zahlen geringfügig von den Gesamtsummen abweichen. | ||

In Melbourne (Australien) kommt das Drehbohrgerät LB 30 unplugged beim Ausbau einer Straßeninfrastruktur zum Einsatz. Sein Elektroantrieb ermöglicht einen CO₂-freien Betrieb und erheblich verringerte Geräuschemissionen.
Treibhausgasbilanz
Liebherr erstellt die Treibhausgasbilanz nach dem internationalen Greenhouse Gas Protocol, das eine transparente und vergleichbare Erfassung der Emissionen in CO2-Äquivalenten (CO2e) sicherstellt. Direkte Scope-1-Emissionen aus eigenen Quellen und indirekte Scope-2-Emissionen aus eingekaufter Energie wurden bereits in den Vorjahren erhoben; 2025 aktualisierte Liebherr die Treibhausbilanz, um die Berechnung der Scope-3-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette auf Firmengruppenebene einzubeziehen. Parallel dazu erfolgte eine Harmonisierung der Emissionsfaktoren und Berechnungsmethoden für alle Produktsegmente, um Konsistenz und Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
Den größten Anteil am CO2-Fußabdruck verursachen die Scope-3-Emissionen, insbesondere Kategorie 3.11 „Verwendung verkaufter Produkte“, gefolgt von der Kategorie 3.1 „Erworbene Waren und Dienstleistungen“. Liebherr reduziert diese Umweltbelastungen durch kontinuierliche Produktverbesserungen, alternative Antriebssysteme und kohlenstoffarme Kraftstoffe.
Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen)
| Kategorie | 2025, in tCO2e |
| Scope‑1‑THG‑Emissionen | |
| Scope‑1‑THG‑Bruttoemissionen | 124.363 |
| Scope‑2‑THG‑Emissionen | |
| Standortbezogene Scope‑2‑THG-Bruttoemissionen | 108.348 |
| Marktbezogene Scope‑2‑THG-Bruttoemissionen | 43.268 |
| Signifikante Scope‑3‑THG‑Emissionen | |
| Gesamte indirekte (Scope‑3‑) THG-Bruttoemissionen | 40.987.620 |
| 3.1 Erworbene Waren und Dienstleistungen | 13.542.092 |
| 3.11 Verwendung verkaufter Produkte | 27.445.528 |
| THG‑Emissionen gesamt | |
| THG‑Emissionen gesamt (standortbezogen) | 41.220.331 |
| THG‑Emissionen gesamt (marktbezogen) | 41.155.251 |
Wasserverbrauch
Die operative Steuerung wasserbezogener Aspekte erfolgt durch die lokalen Geschäftsführungen der Liebherr-Standorte. Innerhalb der nächsten zwei Jahre prüft Liebherr anhand der bis dahin gesammelten und ausgewerteten Daten die Notwendigkeit firmengruppenweiter Richtlinien.
Potenzielle Wasserknappheiten in verschiedenen Regionen werden überwacht und in die Risikoanalyse einbezogen. Die Erkenntnisse dienen der Optimierung des Wasserressourcen-Managements und der frühzeitigen Adressierung finanzieller Risiken, etwa steigender Wasserkosten in Risikogebieten.
Der Wasserbedarf der meisten Liebherr-Gesellschaften ist gering und entfällt hauptsächlich auf Sanitärbereiche, Hygiene, die Landschaftspflege sowie die Reinigung von Maschinen und Teilen. Das eingesetzte Wasser wird überwiegend in lokale Aufbereitungssysteme zurückgeführt. Nur wenige industrielle Prozesse – etwa Oberflächenbehandlungen oder Staubbindung – erfordern Wasserverbrauch.
Im Jahr 2025 wurden verschiedene Initiativen zur Reduktion der Wasserentnahme umgesetzt. Am Standort Toulouse (Frankreich) wurde beispielsweise ein System zur Rückgewinnung von Grauwasser für Sanitärzwecke installiert. Auch mehrere Produktionsstätten für Kühl- und Gefriergeräte modernisierten ihre Sanitäranlagen, um den Verbrauch weiter zu senken. In Pune (Indien) ermöglicht eine neue Abwasseraufbereitung die Nutzung von Grauwasser für Bewässerungszwecke. Zudem reduziert Liebherr im Werk in Ehingen (Deutschland) seinen Frischwasserbedarf durch die Rückführung intern aufbereiteten Wassers in die Waschplätze für Krane.
Wasserverbrauch und -management
| Kennzahl | 2025 | Anteil |
| Gesamtwasserverbrauch | 231.311 m3 | 100 % |
| Davon Gebiete mit hohem Wasserrisiko | 107.104 m3 | 46 % |
| Davon Gebiete mit moderatem bis geringem Wasserrisiko | 124.207 m3 | 54 % |
| Zurückgewonnenes und wiederverwendetes Wasser | 35.230 m3 | |
| Gespeichertes Wasser (z. B. in Tanks oder Becken) | 110.796 m3 | |
| Wasserintensität | 15,66 m3 je Mio. € Umsatz |

Im Liebherr-Werk Ettlingen (Deutschland) werden gebrauchte Motoren durch Remanufacturing wieder in einen neuwertigen Zustand versetzt.
Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft
Liebherr verfolgt derzeit einen dezentralen Ansatz, bei dem die Abfallwirtschaft in erster Linie durch die lokalen gesetzlichen Rahmenbedingungen und die jeweiligen betrieblichen Gegebenheiten bestimmt wird. Viele Liebherr-Standorte haben bereits lokale Maßnahmen zur Abfallreduzierung und zur Förderung der Abfallverwertung umgesetzt. Diese Initiativen orientieren sich an den Anforderungen für Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz auf Standortebene.
In den nächsten zwei Jahren wird Liebherr systematisch Abfalldaten sammeln und analysieren. Dies ermöglicht ein besseres Verständnis der Abfallmengen, -arten und -managementpraktiken im gesamten Unternehmen. Auf Basis der Ergebnisse dieser Analyse können firmengruppenweite Maßnahmen in Betracht gezogen werden, insbesondere für Standorte, die in Regionen mit erhöhten ökologischen oder regulatorischen Risiken tätig sind.
Für das Berichtsjahr 2025 hat Liebherr erstmals abfallbezogene Daten über alle Gesellschaften hinweg erhoben.
Im Berichtsjahr fielen in der Firmengruppe keine radioaktiven Abfälle an. Gleichzeitig arbeiteten die Liebherr-Gesellschaften weiter daran, gefährliche Abfälle zu reduzieren und den Anteil wiederverwertbarer Materialien zu erhöhen. Wichtige Maßnahmen umfassten unter anderem die Umstellung auf Mehrwegverpackungen, Initiativen zur Wiederverwendung und zum Recycling von Materialien sowie Verfahren zur Reduktion gefährlicher Stoffe. Ergänzend wurden Abfallströme besser getrennt, interne Prozesse optimiert und Audits bei Entsorgungsdienstleistern durchgeführt.
Liebherr-Produkte werden so konzipiert, dass sie eine lange Nutzungsdauer ermöglichen, durch Ersatzteile repariert und teilweise aufbereitet werden können. Ein weltweites Servicenetz verlängert durch fachgerechte Wartung und Reparatur die Lebensdauer der Maschinen. Das Remanufacturing-Programm zur Aufarbeitung von Komponenten wie Motoren und Getrieben sowie das Angebot generalüberholter Gebrauchtmaschinen reduzieren Rohstoffverbrauch und CO2-Emissionen und verlängern gleichzeitig die Lebenszyklen der Produkte. Viele Maschinen und andere Produkte von Liebherr können zudem am Ende ihrer Lebensdauer in Einzelteile zerlegt und recycelt werden. Mit diesen Maßnahmen stärkt Liebherr die Kreislaufwirtschaft – von langlebiger Produktgestaltung über Wiederverwendung und Aufarbeitung bis hin zum Recycling.
Abfallmanagement: Mengen und Verwertungsarten
| Beschreibung | Tonnen | Anteil |
| Gesamtmenge des Abfallaufkommens | 133.414 | 100 % |
| Gesamtmenge nicht gefährlicher Abfälle | 119.436 | 90 % |
| Davon von der Beseitigung abgezweigt | ||
| Durch Recycling | 97.951 | 82 % |
| Durch Vorbereitung zur Wiederverwendung | 1.984 | 2 % |
| Durch sonstige Verwertungsverfahren | 2.782 | 3 % |
| Davon zur Beseitigung bestimmt | ||
| Durch Verbrennung | 6.380 | 5 % |
| Durch sonstige Arten | 2.627 | 2 % |
| Durch Deponierung | 7.712 | 6 % |
| Gesamtmenge gefährlicher Abfälle | 13.978 | 10 % |
| Davon von der Beseitigung abgezweigt | ||
| Durch Recycling | 4.032 | 29 % |
| Durch Vorbereitung zur Wiederverwendung | 754 | 5 % |
| Durch sonstige Verwertungsverfahren | 557 | 4 % |
| Davon zur Beseitigung bestimmt | ||
| Durch Verbrennung | 3.154 | 23 % |
| Durch sonstige Arten | 5.073 | 36 % |
| Durch Deponierung | 408 | 3 % |
| Recyclingquote nach Abfallkategorie | ||
| Nicht gefährliche Abfälle | ||
| Recycelt | 97.951 | 82 % |
| Nicht recycelt | 21.485 | 18 % |
| Gefährliche Abfälle | ||
| Recycelt | 4.032 | 29 % |
| Nicht recycelt | 9.946 | 71 % |

Eine Liebherr-Servicespezialistin arbeitet am Muldenkipper T 264, damit die Maschine während ihrer gesamten Nutzungsdauer optimal funktioniert.
Mitarbeitende und soziale Verantwortung
Für die Firmengruppe Liebherr ist es von großer Bedeutung, die Rechte der Mitarbeitenden zu wahren, faire und sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen und eine vielfältige sowie menschenrechtskonforme Unternehmenskultur aktiv zu fördern. Dazu gehören wesentliche Themen wie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, Vielfalt und Chancengleichheit, Arbeitsbedingungen und faire Löhne. Um ein einheitliches und zukunftsfähiges Health-, Safety- und Environment-Management (HSE) in der gesamten Firmengruppe zu etablieren, wurde 2025 eine neue bereichsübergreifende Expertengruppe gegründet. Sie fördert den weltweiten Austausch zwischen den beteiligten Funktionen und baut die Grundlage für ein effizientes, firmengruppenweit abgestimmtes Vorgehen auf. Zu den Aufgaben zählt die Erarbeitung von Vorschlägen für eine dauerhafte organisatorische Verankerung des HSE‑Managements auf Firmengruppenebene und in den Liebherr-Sparten – einschließlich klar definierter Rollen, Aufgaben, Verantwortlichkeiten sowie notwendiger Standards und Verbesserungsmaßnahmen.
Das Personalwesen von Liebherr ist dezentral organisiert. Strategische und operative Aufgaben werden zwischen dem Zentralbereich Human Resources (HR) und den HR-Einheiten der Sparten und Gesellschaften aufgeteilt, um länderspezifische gesetzliche und soziale Anforderungen flexibel umzusetzen. Die operative Personalarbeit wie Ausbildung und Personalmanagement erfolgt überwiegend lokal. Parallel entwickelt Liebherr derzeit ein zentrales Rahmenwerk für die einheitliche Steuerung, Zieldefinition und Berichterstattung.
Liebherr bietet sichere Arbeitsplätze und ein Arbeitsumfeld, das Chancengleichheit, Vielfalt und Menschenrechte fördert. Die Firmengruppe bekennt sich zu internationalen Standards wie der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, den ILO-Kernarbeitsnormen, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie den OECD-Leitsätzen. Der Liebherr-Verhaltenskodex verpflichtet alle Mitarbeitenden, gesetzliche Vorgaben einzuhalten, sicher zu arbeiten und Kinder und Zwangsarbeit sowie Diskriminierung auszuschließen. Ein vertrauliches Hinweisgebersystem – auch für externe Stakeholder – unterstützt die Meldung von Hinweisen.
Mitarbeitende werden über Betriebsräte, Jahresgespräche und ein Ideenmanagement aktiv eingebunden.
Merkmale der Beschäftigten
Wie im vorliegenden Geschäftsbericht auf Seite 18 ausgewiesen, beschäftigte die Firmengruppe zum Ende des Berichtsjahrs insgesamt 55.963 Mitarbeitende, darunter 2.708 Personen ohne garantierte Arbeitsstunden. Die in den folgenden Abschnitten verwendete Beschäftigtenzahl fällt um 1.345 Personen niedriger aus, da ruhende Arbeitsverhältnisse in der Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht berücksichtigt werden.
Von den 54.618 Personen in aktiven Beschäftigungsverhältnissen sind 81 % männlich und 19 % weiblich, eine Person machte keine Angabe. Im Berichtsjahr beschäftigte die Firmengruppe 3.186 Praktikantinnen, Praktikanten und Auszubildende, was den hohen Stellenwert von Nachwuchsförderung und beruflicher Qualifizierung unterstreicht. Zusätzlich gehörten 3.323 nicht angestellte Personen (z. B. über externe Dienstleister) zur eigenen Belegschaft.
3.525 Personen haben im Berichtszeitraum die Firmengruppe verlassen. Die Fluktuationsquote liegt damit bei 6 %.
Beschäftigungsverhältnisse nach Vertragsart
Hinsichtlich der Vertragsdauer waren zum Stichtag 51.065 Mitarbeitende (93,5 %) unbefristet angestellt, davon 41.793 Männer (76,5 %) und 9.272 Frauen (17,0 %). 3.553 Mitarbeitende (6,5 %) hatten befristete Verträge, darunter 2.705 Männer (4,9 %) und 847 Frauen (1,6 %).
Der Anteil befristeter Arbeitsverhältnisse liegt mit 6,5 % deutlich unter dem Anteil unbefristeter Verträge und unterstreicht die hohe Arbeitsplatzsicherheit innerhalb der Firmengruppe. Gleichzeitig ermöglichen befristete Verträge Flexibilität, etwa für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger, Elternzeitvertretungen oder das Abfangen von Kapazitätsspitzen.
Geschlechterverteilung in der obersten Führungsebene
Die oberste Führungsebene umfasst das Direktorium sowie das Top-Management der Spartenobergesellschaften und Gesellschaften. Zum Ende des Berichtsjahrs gehörten ihr 392 Personen an, darunter 371 Männer (94,6 %) und 21 Frauen (5,4 %). Die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen ist ein strategisches Ziel der Firmengruppe.
Altersstruktur der Beschäftigten
Die Altersstruktur der Belegschaft zeigt einen Schwerpunkt in der Gruppe der 30- bis 50‑Jährigen, die mit 29.988 Mitarbeitenden 54,9 % ausmacht. Jüngere Mitarbeitende unter 30 Jahren stellen 11.078 Personen bzw. 20,3 % der Belegschaft. Mitarbeitende über 50 Jahre bilden mit 13.552 Beschäftigten einen Anteil von 24,8 %.
Diese ausgewogene Altersstruktur fördert stabile Teams, erleichtert Wissenstransfer und bildet eine solide Basis für gezielte Nachwuchsförderung und altersgerechte Personalentwicklung.
Vergütungsparameter (Verdienstunterschiede und Gesamtvergütung)
Im Jahr 2025 betrug der durchschnittliche Bruttostundenlohn 25,60 € für Männer und 22,40 € für Frauen. Daraus ergibt sich ein Gender-Pay-Gap von 13 % zugunsten der Männer. Momentan werden Gehaltssummen miteinander verglichen, ohne andere Faktoren wie beispielsweise die Berufserfahrung mit einzubeziehen. Liebherr arbeitet kontinuierlich an einer Verbesserung der Datenverfügbarkeit und -qualität, um die Aussagekraft dieser Kennzahl zu verbessern.
Im Jahr 2025 betrug das Verhältnis der gesamten Jahresvergütung des bestbezahlten Mitarbeitenden zum Median der Jahresvergütung aller Mitarbeitenden im Unternehmen exklusive des bestbezahlten Mitarbeitenden 10,13.
Anzahl der Beschäftigten nach Geschlecht und ohne garantierte Arbeitsstunden
| Kategorie | Personen | Anteil | Davon ohne garantierte Arbeitsstunden | Anteil |
| Männlich | 44.498 | 81 % | 2.198 | 4 % |
| Weiblich | 10.119 | 19 % | 509 | 1 % |
| Divers | 0 | 0 % | 0 | 0 % |
| Keine Angabe | 1 | 0 % | 1 | 0 % |
| Beschäftigte gesamt inkl. Beschäftigte ohne garantierte Arbeitsstunden | 54.618 | 100 % | 2.708 | 5 % |
| + Ruhende Beschäftigungsverhältnisse | 1.345 | 2 % | ||
| Beschäftigte gesamt (Geschäftsbericht) | 55.963 | 102 % |
Das Wirtschaftswachstum wird sich im laufenden und darauffolgenden Geschäftsjahr laut des Internationalen Währungsfonds kaum verändern. Für 2026 wird ein Wachstum von 3,3 % erwartet, in 2027 soll dieses bei 3,2 % liegen. Die Weltbank geht von einer schwächeren Entwicklung aus. Ob die Prognosen eintreffen, hängt stark davon ab, wie sich die Handelsbeziehungen und geopolitischen Spannungen entwickeln und ob die KI-Investitionen ihrem bisherigen Trend folgen.
Hoffnung ist in der europäischen Baubranche zu spüren. Das Forschungsnetzwerk Euroconstruct prognostizierte Ende des Berichtsjahrs eine Erholung der Bauproduktion mit einem Wachstum von 0,3 %. Der Trend soll sich 2026 mit 2,4 % fortsetzen, getrieben durch verbesserte Finanzierungsbedingungen und langfristige Infrastrukturprojekte. Trotzdem belasten hohe Baukosten, die makroökonomische Unsicherheit und zurückhaltende Privatinvestitionen die Branche, insbesondere den Wohnungsbau.

Ein Mitarbeiter des Liebherr-eigenen Servicezentrums in Singapur prüft ein Hochdruckklimaventil nach erfolgter Überholung.
Weiterhin auf hohem Niveau bewegt sich die Luftfahrtbranche. Laut dem internationalen Luftfahrtverband IATA wird der globale Personenverkehr auch 2026 wachsen. Das Gleiche gilt für den Luftfrachtverkehr, der von der Nachfrage nach zeitsensiblen Gütern sowie vom weiter zunehmenden E-Commerce profitiert.
Die komplexen Dynamiken in der Weltwirtschaft und den einzelnen Branchen bergen Risiken für Liebherr, eröffnen aber auch vielfältige Chancen. Dabei profitiert die Firmengruppe von ihrer Diversifikation, Internationalität und dezentralen Struktur. Die drei Pfeiler ermöglichen es, globale Unsicherheiten, Handelshemmnisse und konjunkturelle Schwankungen zeitweise abzufedern.
In das Jahr 2026 ist die Firmengruppe mit einem sehr guten Auftragsbestand gestartet. Die Auftragseingänge zu Beginn des Jahrs lagen gesamthaft über denen des Vorjahrs. Angesichts dieser positiven Entwicklung ist Liebherr zuversichtlich, in 2026 weiter zu wachsen. Ein ausgeprägter Aufschwung ist jedoch erst ab 2027 zu erwarten. Bis dahin nutzt Liebherr die Zeit, um Bewährtes fortzusetzen und sich gleichzeitig zukunftsorientiert auszurichten. Innovative Produkte und Lösungen sowie langjährige, gefestigte Kundenbeziehungen sichern den Geschäftserfolg auch unter schwierigen Handelsbedingungen und hohem Wettbewerbsdruck. Bewusste Investitionen in Werkserweiterungen und -strukturen sowie in Mietparks schaffen Potenziale, um den Wirtschaftsaufschwung und den Fortschritt zahlreicher Branchen entscheidend mitzugestalten.

Die Antennen erforschen schwarze Löcher, neue Sterne und Planeten. Für ihre millimetergenaue Ausrichtung sorgen Großwälzlager und Antriebssysteme von Liebherr.
Einzelne Chancen und Risiken
Für die Darstellung der einzelnen Chancen und Risiken erfolgt eine Zusammenfassung dieser sowie deren möglicher Auswirkungen.
Chancen können sich gesamtwirtschaftlich daraus ergeben, dass in vielen Industrieländern die Notwendigkeit zur Erneuerung öffentlicher Infrastruktur besteht, was zu höheren Investitionen führen kann. Fiskalische Impulse und eine zu erwartende Expansion der Exporte können in Deutschland zu einem merklichen Anstieg des BIP-Wachstums führen. Gleichzeitig lassen sich weiterhin Chancen aus der Transition hin zu einer CO2-neutralen Wirtschaft identifizieren, die sich infolge zunehmender Investitionen in Nachfragesteigerungen für die Produkte der Firmengruppe Liebherr niederschlagen. Der Auftragseingang der Firmengruppe zeigt eine stetig positive Entwicklung.
Gleichzeitig bestehen jedoch gesamtwirtschaftlich Unsicherheiten über die zukünftige Entwicklung globaler, protektionistischer Maßnahmen im Welthandel, die die ohnehin schon angespannten Lieferketten treffen würden. Der Ausblick auf das Wachstum des Welthandels über einen Prognosehorizont von fünf Jahren ist deutlich eingetrübt.
Abwärtsrisiken gehen ebenso von den zahlreichen geopolitischen Konflikten aus. Eine weitere Unsicherheit ergibt sich aus der veränderten globalen Produktions- und Nachfragestruktur, insbesondere durch die neue Rolle Chinas innerhalb der Weltwirtschaft. Auch von der Zollpolitik der USA gehen weiterhin Risiken aus. In Anbetracht des jüngsten Anstiegs der Renditen langfristiger Staatsanleihen großer wesentlicher Volkswirtschaften könnten abrupte Marktreaktionen auf fiskalische Anfälligkeiten eine verstärkte Wirkung haben.
Vor diesem Hintergrund können negative Auswirkungen auf die Aktivitäten der Firmengruppe weiterhin nicht ausgeschlossen werden.
Leistungswirtschaftliche Risiken der Firmengruppe können sich aus Kostenänderungen, insbesondere bei den Preisen für Energie oder Fracht infolge dieser Unsicherheiten, aber auch aus klimaerheblichen oder geopolitischen Schocks ergeben, die nicht in allen Fällen durch Preisindexierungen kompensiert werden können. Auch bei der Firmengruppe Liebherr kommt der konzernweit eingesetzten Informationstechnologie (IT) eine stetig wachsende Bedeutung zu. Insofern besteht ein Risiko von Cyberangriffen.
In den einzelnen Kapiteln zu den Produktsegmenten wird über die korrespondierenden Chancen und Risiken detaillierter berichtet.
Liebherr kontrolliert diese Risiken fortlaufend und sichert ausgewählte Transaktionen mit geeigneten Finanzinstrumenten ab. Dabei geht die Firmengruppe nur Finanztransaktionen ein, die im Zusammenhang mit der operativen Geschäftstätigkeit stehen und der Absicherung dienen. Transaktionen mit Spekulationshintergrund betreibt Liebherr grundsätzlich nicht.
Die globale Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten sowie eine breite Produktdiversifikation in Verbindung mit einem in der Firmengruppe verankerten Risikomanagementsystem gewährleisten die Beherrschung der relevanten Risiken. Auf Basis der derzeit bekannten Informationen sind keine weiteren Risiken zu erkennen, die im Geschäftsjahr 2026 die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Liebherr wesentlich beeinträchtigen und den Fortbestand der Firmengruppe insgesamt gefährden könnten.





