Pressemitteilungen | 27.03.2026

Vom Innovationsprojekt zur Marktrealität: Fibre-Krane überzeugen weltweit

  • Verbesserte Reparaturlösung und zusätzliche Seilkürzung steigern die Uptime von Fibre-Kranen deutlich
  • Knapp 400 Fibre-Krane weltweit im Einsatz, Verkaufssplit bereits bei ca. 40 Prozent
  • Händler und Kunden setzen zunehmend konsequent auf die Fibre-Technologie und stellen ihre Flotten Schritt für Schritt um

Die Fibre-Technologie von Liebherr entwickelt sich vom Innovationsprojekt zur etablierten Lösung in der Turmdrehkran-Branche. Verbesserte Reparaturmöglichkeiten, die zusätzliche Seilkürzung und eine auf 14 Jahre erhöhte Gesamtlebensdauer steigern Wirtschaftlichkeit und Uptime spürbar. Gleichzeitig zeigen weltweite Projekte und zahlreiche Kundenstimmen, dass Fibre-Krane in der Praxis überzeugen, vom Stadtprojekt bis zum Schwerlast- und Industrieeinsatz.

Die Fibre-Technologie von Liebherr steht für einen grundlegenden Technologiesprung im Bereich der Turmdrehkrane. Seit der Markteinführung der Fibre-Krane im Jahr 2019 hat sich das Konzept aus Hochleistungsfaserseil und optimierter Krantechnologie erfolgreich am Markt etabliert. Laut aktueller Zahlen sind inzwischen über 400 Fibre-Krane im Einsatz, und der Verkaufssplit liegt bereits bei ca. 40 Prozent. Dieser Trend ist das Ergebnis von mehr als 15 Jahren Entwicklung, über 87.000 Prüfstandsstunden und inzwischen mehr als zehn Jahren Felderfahrung.

Reparaturfähigkeit als entscheidender Fortschritt

Ein zentrales Argument für die Fibre-Technologie ist die deutlich verbesserte Handhabung im Schadensfall. Mit der Erweiterung der Reparatur steigern wir die Reparaturquote direkt auf der Baustelle von bereits beachtlichen 50 Prozent auf 80 Prozent, gemessen an knapp 400 Kranen im Feld. In Kombination mit der Seilkürzung lassen sich künftig bis zu 90 Prozent aller Seilschäden beheben, sodass der potenzielle Kauf eines Ersatzseils auf ein absolutes Minimum reduziert wird.

Gleichzeitig ergibt sich auf Basis bisheriger Servicerückmeldungen eine theoretische Ausfallquote von unter zwei Prozent. Damit erreicht das Faserseil eine Uptime, die in dieser Form mit Stahlseilen nicht möglich ist. Die Grundlage der Erweiterung bildet ein optimierter Reparaturprozess, bei dem wir sowohl die Nähweise als auch die verwendeten Materialien gezielt verbessert haben. Dieses Know-how basiert auf jahrelanger Erfahrung am Prüfstand und ist durch eine Patentanmeldung langfristig geschützt.

Genau darin liegt einer der größten wirtschaftlichen Vorteile der Technologie: Das vorhandene Seil kann in vielen Fällen schnell vor Ort repariert werden, statt einen zeit- und kostenintensiven Austausch durchzuführen, der beim Stahlseil rund einen Tag Ausfallzeit sowie mehrere Stunden Montageaufwand bedeutet.

Längere Lebensdauer, geringere Stillstände, mehr Investitionssicherheit

Parallel zur höheren Reparaturfähigkeit konnte Liebherr die Gesamtlebensdauer der Faserseile auf 14 Jahre erhöhen. Diese setzt sich aus Verwendungs- und Lagerdauer zusammen und gilt unabhängig vom Kaufzeitpunkt auch für bereits im Feld befindliche Seile. Zusätzlich bietet Liebherr eine vollständige Umrüstbarkeit in beide Richtungen: Fibre-Krane können auf Stahlseil umgerüstet werden und umgekehrt. Das schafft Investitionssicherheit und senkt die Einstiegshürde für Kunden, die sich erstmals mit der Technologie beschäftigen.

Auch technisch bringt das Faserseil klare Vorteile mit: Es ermöglicht ein einfacheres Handling, wirtschaftlicheren Betrieb, höhere Traglasten und einen effizienteren Ressourceneinsatz. Auf Basis bestehender Systeme der Stahlseilkrane sind Traglaststeigerungen von bis zu 40 Prozent möglich. Hinzu kommen geringerer Wartungsaufwand und die Robustheit des Seils im Baustellenalltag. Prüfstands- und Felderfahrungen zeigen, dass das Faserseil auch typische Fehlerquellen wie Betonkanten besser verzeiht als ein Stahlseil und falls die Belastung doch zu groß sein sollte, kann es repariert statt getauscht werden.

Weltweit im Einsatz – von Spanien bis Brasilien

Dass sich die Fibre-Technologie nicht nur im Versuch, sondern in realen Anwendungen bewährt, zeigen zahlreiche Projekte weltweit. In Deutschland unterstützt der 1188 EC-H 40 Fibre ein RWE-Großprojekt in Hürth und markiert dort die Deutschlandpremiere des stärksten High-Top-Krans der EC-H-Baureihe. In Spanien setzt ArcelorMittal beim Bau eines Elektrolichtbogenofens erstmals einen 1188 EC-H Fibre ein, um ein Dekarbonisierungsprojekt unter beengten Bedingungen umzusetzen. Nach dem erfolgreichen Einsatz in Spanien setzt ArcelorMittal auch in Brasilien auf die Fibre-Technologie: Ein 1188 EC-H 40 Fibre wird dort beim Bau eines neuen Stahlwerks zum Einsatz kommen. In Frankreich unterstützte ein 520 EC-B 20 Fibre den Bau einer Straßenbahnbrücke in Brest. In Amsterdam kommt ein 370 EC-B 12 Fibre beim innerstädtischen Hotelprojekt Amstel 111 zum Einsatz. Auch in Hamburg beim Industrieprojekt Aurubis sowie beim Stadtquartier LOVT Vision in München tragen Fibre-Krane zu präzisen und wirtschaftlichen Hebevorgängen bei. Curaçao wiederum demonstriert einen weiteren Vorteil der Fibre-Technologie: Anders als Stahlseile ist das Faserseil nicht rostanfällig, ideal für den Einsatz in maritimer Umgebung. Ein 370 EC-B 16 Fibre wird dort zur Modernisierung der Infrastruktur bei Damen Shiprepair beitragen.

Diese Projektvielfalt verdeutlicht die Bandbreite der Fibre-Technologie: Sie reicht vom urbanen Hochbau über Brücken- und Industriebau bis hin zu maritimen Anwendungen.

100 % Fibre – die Technologie setzt sich im Markt durch

Parallel zu den weltweiten Einsätzen ist vor allem das Feedback von Händlern und Kunden bemerkenswert. Sechs Unternehmen haben bereits angekündigt, ihre Flotten konsequent auf Fibre-Krane umzustellen. Benjamin Grillmeier, Leiter Hochbau bei der Beutlhauser Holding GmbH, bringt dies klar auf den Punkt: „Wir wollen unseren kompletten Mietpark auf Fibre-Krane umstellen. Dazu setzen wir in der Neuanschaffung ausschließlich auf die Fibre-Technologie und wollen unsere Bestandskrane zur Fibre-Technologie umrüsten.“

Auch die Nagel Mietservice GmbH hat eine klare Linie gezogen: „Die Nagel Mietservice GmbH setzt seit 2020 ausschließlich auf Krane mit Fibre-Technologie. Unsere Mietkunden fragen bei uns gezielt nach Turmdrehkranen mit Fibre-Technologie nach.“

Knud Feurig, Geschäftsführer und Gesellschafter der Feurig Baumaschinen GmbH, hebt insbesondere die Robustheit und Reparaturfähigkeit hervor: „Das Faserseil ist äußerst robust und verzeiht Fehler in der Bedienung. Die meisten Beschädigungen können direkt vor Ort schnell und unkompliziert repariert werden. Wir haben uns daher entschieden, bei zukünftigen Investitionen zu 100% auf die Fibre-Technologie zu setzen.“

Auch international ist das Bild eindeutig. Kjetil Tettum, Leiter Hochbau bei Utleiecompagniet AS, erklärt: „Unsere Flotte umfasst rund 180 Krane, wobei 15 mit der innovativen Fibre-Technologie ausgestattet sind. In Zukunft planen wir, ausschließlich in Fibre-Krane zu investieren.“ Und aus der Schweiz heißt es von Patrick Hauser und Roger Keller von der Liebherr-Baumaschinen AG: „Unser Mietpark umfasst 450 Krane, davon 264 Obendreher. Besonders stark: 32 davon sind Fibre-Krane, leistungsfähiger und wirtschaftlicher. Die Technologie hat uns überzeugt. Darum investieren wir in Zukunft gezielt in Fibre-Krane, um unseren Kunden die besten Lösungen zu bieten.“

Stefan Westermann von der Liebherr-Baumaschinen Vertriebs- und Service GmbH fasst zusammen: „Dank der schnellen Reparatur vor Ort und der Möglichkeit zur Seilkürzung minimieren wir Ausfallzeiten auf der Baustelle deutlich. Unsere Faserseil-Technologie überzeugt durch maximale Verfügbarkeit und einfaches Handling. Für uns ist klar: Künftig setzen wir ausschließlich auf Fibre-Krane.“

Vom Technologieträger zur neuen Marktrealität

Die Summe dieser Entwicklungen zeigt, dass die Fibre-Technologie längst mehr ist als eine technische Alternative zum Stahlseil. Die Technologie kombiniert Reparierbarkeit, höhere Lebensdauer, reduzierte Ausfallzeiten und hohe Leistungswerte mit konkreter Investitionssicherheit. Gleichzeitig belegen Projekte in Europa, der Karibik und darüber hinaus, dass Fibre-Krane in unterschiedlichsten Anwendungen funktionieren und ihre Vorteile dort ausspielen, wo Uptime, Tragfähigkeit und Wirtschaftlichkeit besonders gefragt sind. Mit dem positiven Marktfeedback und der zunehmenden Flottenumstellung vieler Händler entwickelt sich die Fibre-Technologie Schritt für Schritt zum neuen Standard im modernen Turmdrehkranmarkt.

Kontakte

Shannon Korff

Shannon Korff

Liebherr-Werk Biberach GmbH