Auf der InnoTrans 2026 präsentiert Liebherr innovative Lösungen im Bereich Schienenverkehr und zeigt, wie Herausforderungen in der Zukunft durch langanhaltende und robuste Lösungen gemeistert werden können. Zukunftsfähigkeit und starke Partnerschaften sind für Liebherr wichtige Erfolgsfaktoren, insbesondere in einer sich schnell verändernden Welt mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedienungen. Liebherr geht die Herausforderungen der Zukunft nicht nur proaktiv an, sondern steht Kunden und Partnern als verlässlicher Partner zur Seite. Das Motto „Hands on the future”, das Liebherr für den diesjährigen Auftritt auf der InnoTrans 2026 gewählt hat bringt diese Haltung zum Ausdruck.
Auf einer Gesamtausstellungsfläche von knapp 392 m² stellt das Technologieunternehmen in diesem Jahr zwei Produktlinien vor: Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungssysteme (HLK), die für den Einsatz mit allen gängigen und alternativen Kältemitteln konzipiert und für den Betrieb in unterschiedlichsten Klimaregionen ausgelegt sind. Darüber hinaus präsentiert Liebherr smarte Aktuatoren für Schienenfahrzeuge. Zu den Exponaten zählen ein Wellenbremsscheiben-Aktuator, der seit 2023 im Fahrgastbetrieb der Wiener Linien im X-Wagen eingesetzt wird, sowie die neueste Version eines Aktuators für Radbremsscheiben, der für den Einsatz im Kopenhagener S-Bahn-Netz weiterentwickelt wurde. Um der steigenden Nachfrage an Klimatechnik und Bremstechnologie sowie lokalen Service zu gerecht zu werden, stellt Liebherr auch seine fortwährenden und neuen Investitionen für die Produkt- und Service-Palette rund um das System Bahn vor. Zudem präsentiert Liebherr im Bereich der Zweiwegebagger zwei Maschinen der Generation 8, darunter eine Weltneuheit.
HLK-Systeme mit natürlichen Kältemitteln und flexibel einsetzbar
Die Klimasysteme von Liebherr-Transportation Systems überzeugen durch ihre Leistungsfähigkeit und Robustheit. Die innovativen HLK-Systeme können mit natürlichen Kältemitteln wie Propan, CO2 oder herkömmlicher Luft betrieben werden, deren Treibhauspotenzial (GWP) unter 1 liegt.
CO2 (R744) hat mit einem Wert von GWP von 1 nicht nur ein sehr geringes Treibhauspotential im Vergleich zu herkömmlichen Kältemitteln, sondern ist auch besonders energieeffizient.
Das natürliche Kältemittel Propan (R290) ermöglicht eine nachhaltigere Kühlung und entspricht hinsichtlich der Drucklage sehr dem bisher verwendeten Kältemittel R134. Das entsprechende technische Konzept, das alle relevanten Sicherheitsanforderungen, wie beispielsweise die Brennbarkeit des Kältemittels berücksichtigt, wurde von Liebherr entwickelt und von unabhängigen Bewertungsstellen begutachtet.
Dank ihrer hohen Widerstandsfähigkeit sind die HLK-Systeme von Liebherr für herausfordernde Anwendungsfälle und Klimazonen gut geeignet und selbst unter extremen Bedingungen zuverlässig im Einsatz. Ob in Wüstenregionen oder in subarktischen Gebieten: Die Klimasysteme sind für Temperaturen von -40 °C bis +65 °C konzipiert und halten diesen anspruchsvollen Bedingungen stand.
Ein Beispiel für die zukunftsweisenden Lösungen ist die von Liebherr entwickelte Propan-Anlage, die speziell für den U-Bahn-Betrieb in Hamburg konzipiert wurde. Sie zeichnet sich unter anderem durch ihre hohe Energieeffizienz aus, die durch eine optimierte Regelung der Kühlleistung von Fahrerstands- und Fahrgastraumgeräten erreicht wird. Mit ihrem erstmaligen Einsatz in einem renommierten Bestands U-Bahnnetz setzt die Anlagen einen Meilenstein für den Einsatz natürlicher Kältemittel im urbanen Schienenverkehr.
MACS – Module für flexible Kühlleistung
Das modulare HLK-System MACS Konzept überzeugt durch seinen hohen Standardisierungsgrad, sein niedriges Gewicht sowie seine geringe Bauhöhe. Mehrerer MACS-Module können je nach Leistungsbedarf und Position flexibel im Fahrzeug eingebaut werden und können somit verschiedene Anwendungsfälle auf einer Fahrzeugplattform bedienen.
Intelligente druckluftfreie Bremsaktuatoren
Herkömmliche Bremssysteme im Schienenverkehr basieren auf Druckluft und erfordern eine komplexe Integration ins Fahrzeug, u.a. eine aufwendige Verrohrung aber auch umfangreiche Wartungen im Schienenfahrzeug. Der „Air-free Brake Actuator“ , der von Siemens und Liebherr gemeinsam entwickelt wurde, verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz. Durch die Kombination von elektrohydraulischer Betätigung, integrierter Bremskraftregelung und einer SIL4-konformen Sicherheitsarchitektur vereint das System die Funktionen von Betriebs-, Not- und Feststellbremse in einer einzigen, kompakten Einheit. Das Ergebnis ist ein, zuverlässiges und zukunftssicheres Bremssystem, das sich hervorragend für digitale, autonome Bahnanwendungen eignet, schneller und effizienter bremst und somit höhere Kapazitäten im Schienennetz ohne zusätzlichen Streckenausbau ermöglicht.
Leistungsstark im Gleisbau: die Liebherr-Zweiwegebagger RE 22 M und RE 25 M
Liebherr präsentiert auf der diesjährigen InnoTrans eine Weltpremiere: den neuen RE 22 M. Gemeinsam mit dem ebenfalls auf der Messe gezeigten RE 25 M bildet er das Liebherr-Portfolio der Zweiwegebagger der Generation 8. Der RE 22 M tritt die Nachfolge des A 922 Rail und des A 924 Rail an und ergänzt als Standardmaschine den RE 25 M, der als Kurzheckmaschine konzipiert ist. Mit einer Motorleistung von 120 kW (163 PS) und einem leistungsstarken Hydraulikkonzept ermöglichen beide Maschinen den unabhängigen Betrieb hydraulischer Anbauwerkzeuge während Arbeits- und Fahrbewegungen.
Beide Maschinen verfügen über den gleichen Unterwagen, das identische, zum Patent angemeldete Schienenfahrwerk sowie eine komfortable INTUSI-Doppelkabine. Der hydrostatische Schienenradantrieb ermöglicht das Fahren im ausgehobenen Zustand. Zusätzlich können die Maschinen, sofern zulässig, mit abgesenkten Straßenrädern auf der Schiene fahren und arbeiten. Damit stehen zwei unterschiedliche Antriebskonzepte in einer Maschine zur Verfügung, was eine hohe Einsatzflexibilität gewährleistet. Eine optionale mittige Abstützung sorgt darüber hinaus für zusätzliche Stabilität bei anspruchsvollen Arbeiten.
Der wesentliche Unterschied zum RE 25 M liegt im Oberwagen. Das Design des RE 22 M basiert auf seinem Vorgänger, dem A 922 Rail. Mit einem Heckschwenkradius von 2.000 Millimetern ist der RE 22 M als Standardmaschine ausgeführt. Optional ist ein schwereres Ballastgewicht mit einem Heckschwenkradius von 2.110 Millimetern erhältlich, sofern diese Konfiguration im jeweiligen Markt zugelassen ist.