
Im Herzen der Digitalisierung
Ein Klick, ein kurzer Blick auf den Bildschirm – und irgendwo auf einer Baustelle in Europa bewegt sich ein tonnenschwerer Radlader. Gesteuert von einer Software, die in Ulm entwickelt wurde. Hier, im Liebherr-Digital Development Center (LDC), schlägt das digitale Herz der Firmengruppe. Wer das LDC betritt, spürt sofort: Hier wird Zukunft gemacht.
Das Liebherr-Digital Development Center
Die Baubranche steht vor einem Umbruch: Maschinen müssen nicht nur leistungsstark, sondern auch intelligent sein. Jahrzehntelang bewährte Technik trifft auf digitale Anforderungen. Genau hier setzt das Team aus Ulm an. „Ich habe meine ersten Codes 1985 geschrieben“, erinnert sich Heinz Klemm, Geschäftsführer. „Die Leidenschaft für Software hat mich nie losgelassen.“ Heute leitet er eine Gruppe, die Liebherrs Maschinenbaukompetenz mit modernem Softwaredenken verbindet – und damit die Baubranche fit für die Zukunft macht.

Agilität trifft Teamgeist
Im Entwicklungszentrum arbeiten Mitarbeitende aus Informatik, Mathematik, UX‑Design, Ingenieurwesen und Softwareentwicklung mit vielfältigen fachlichen Perspektiven zusammen. Viele bringen Erfahrungen aus der Automobilindustrie oder dem Mobilfunkbereich mit und treiben Themen wie Cloudsysteme, Künstliche Intelligenz und Softwareprozesse voran.
Der Arbeitsalltag ist geprägt von agilen Methoden, Dailys und offenem Austausch – im Büro und remote. Lena Sommnitz, UX-Designerin, beschreibt: „Wir starten gemeinsam mit einem Daily, arbeiten dann eigenverantwortlich weiter und treffen uns immer wieder im Team oder projektübergreifend. Der persönliche Austausch ist uns wichtig, zum Beispiel bei Kaffee-Calls oder in der Mittagspause.“ Michael Schwegler, Teamleiter im Bereich Data & AI, ergänzt: „Events wie die Tech Fair oder gemeinsame Stadtführungen stärken unseren Zusammenhalt und machen Ulm als Standort erlebbar.“
Liebherr-Digital Development Center GmbH
Die Liebherr-Digital Development Center GmbH unterstützt als zentrale Organisation alle Liebherr-Produktsegmente in der Entwicklung digitaler Lösungen und Geschäftsmodelle.
Zahlen und Fakten
Gründung: 2020
Standort: Ulm, Deutschland
Zweck: übergreifende Softwareentwicklung für Liebherr, global nutzbar
Team: rund 110 Mitarbeitende
Schwerpunkte: Cloud‑Systeme, Künstliche Intelligenz, Softwareprozesse
Wirkung: digitale Lösungen, die den Alltag auf Baustellen und in Werkstätten spürbar verbessern
Arbeitsweise: agiles Arbeiten mit kontinuierlicher Software‑Weiterentwicklung
Besonderheit: digitale Kompetenzen gebündelt an einem Standort
Digitale Lösungen mit echtem Mehrwert
Die Digitalexpertinnen und -experten aus Ulm entwickeln Lösungen, die den Alltag auf Baustellen und in Werkstätten spürbar verbessern. Marco Sanna, Entwickler im Mobile Apps-Team, arbeitet an einer App, die Baumaschinenteile per Foto erkennt – direkt auf der Baustelle, weltweit. „Das große Ding ist: Ein Foto reicht, um das richtige Ersatzteil zu finden und zu bestellen. Bald wird die App auch Wartungsinformationen liefern – etwa, wann Öl oder Filter gewechselt werden müssen.“ Der Austausch mit den Anwenderinnen und Anwendern ist dabei zentral: „Wir entwickeln iterativ, holen regelmäßig Feedback ein und passen die App an die echten Bedürfnisse an.“
Auch Barrierefreiheit steht im Fokus. „Mit dem neuen European Accessibility Act müssen digitale Produkte barrierefrei sein. Wir machen das Thema für alle im Team erlebbar – zum Beispiel mit Stationen, an denen Kolleginnen und Kollegen Barrieren selbst erfahren können“, so Lena Sommnitz. Ein weiteres Highlight ist die Entwicklung einer 3D-Benutzeroberfläche für autonome Radlader. Alexander Breckel, Cloud Frontend Softwareentwickler, beschreibt die Herausforderung: „Es ging darum, eine Oberfläche zu schaffen, die Vertrauen schafft – für Maschinen, die tonnenschwer und autonom unterwegs sind. Unsere 3D-Visualisierung zeigt in Echtzeit, was die Maschine tut und macht komplexe Technik intuitiv bedienbar.“
Die größte Motivation ist, dass wir hier neue Technologien erforschen und Lösungen umsetzen können, die es so noch nicht gab.

Offenheit als Erfolgsfaktor
Die besondere Arbeitsatmosphäre zeigt sich in der Offenheit, im Austausch und in der Bereitschaft, voneinander zu lernen. „Man bekommt einen Überblick, was andere Teams machen, kann voneinander lernen und neue Impulse mitnehmen“, beschreibt Lena Sommnitz die Dynamik im Entwicklungszentrum. Regelmäßige Events wie die Tech Fair bieten Einblicke in alle Projekte und fördern das Miteinander.
Ulm bietet als Standort die perfekte Mischung aus Stadt und Natur, Innovationskraft und Lebensqualität. „Mit dem Science Park, der Uni und vielen internationalen Unternehmen ist Ulm ein echter Tech-Hub – und für uns der ideale Ort, um die Zukunft zu gestalten“, betont Michael.


