Visionär mit Herz

„Die Sicherheit meiner Mitarbeiter ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagt Thomas Breitsamer. Der 48-jährige leitet gemeinsam mit seinem Bruder Johann eines der größten Recycling-Unternehmen im Großraum München. Um die Sicherheit für alle zu gewährleisten, die sich tagtäglich auf dem stark frequentierten Gelände im Norden der bayerischen Landeshauptstadt bewegen, setzt der visionäre Unternehmer auf Technik von Liebherr. Er hat seinen L 566 XPower-Radlader mit dem Assistenzsystem SkyView ausgerüstet, das dem Fahrer jederzeit einen 360 Grad-Blick rund um die Maschine erlaubt. Vier Kameras sind am Radlader aus dem Liebherr-Werk in Bischofshofen angebracht, die via Display in der Kabine für den nötigen Rundumblick sorgen. Den braucht der Fahrer auch, bewegen sich doch täglich bis zu 800 Fahrzeuge auf dem über sechs Hektar großen Betriebsgelände.

Unsere Philosophie in puncto Sicherheit ist es, immer ein wenig mehr zu machen, als es der Gesetzgeber vorschreibt.

Thomas Breitsamer

Produktentwicklung mit dem Kunden

Schon bei der Werkseinfahrt erkennt man, dass bei der Firma Breitsamer eine enorme Menge an Material umgeschlagen wird. Unzählige LKWs liefern voll beladene Container mit Abfällen verschiedenster Art an, die bereits entleerten Fahrzeuge schlängeln sich wieder zur Einfahrt hinaus. Auf diesem stark befahrenen Betriebsgelände ist Sicherheit für alle Beteiligten das Allerwichtigste, weiß der Chef, der als technischer Geschäftsführer vor allem den Maschinenpark genau im Blick hat. „Unsere Philosophie in puncto Sicherheit ist es immer ein wenig mehr zu machen, als es der Gesetzgeber vorschreibt.“ Deshalb ist auch beim SkyView-System von Liebherr noch nicht Schluss. Der gelernte LKW-Mechatroniker steht in engem Austausch mit den Produktexperten von Liebherr in Bischofshofen. „Das direkte Feedback vom Kunden ist für die Produktentwicklung enorm wichtig“, so Mark Walcher, Produktmanager für Großradlader bei Liebherr. Er steht im regelmäßigen Austausch mit Thomas Breitsamer und verschafft sich auch persönlich immer wieder einen Eindruck vom Einsatz der Liebherr-Maschinen vor Ort. „Wir entwickeln unsere Maschinen nicht nur für, sondern auch mit dem Kunden. So können wir ihm die bestmögliche Lösung anbieten“, stellt Walcher heraus.

Zahlreiche Neuerungen zur Bauma

Zur Bauma 2019 nun wurde das Paket an Assistenzsystemen wesentlich erweitert. Das SkyView-System bekam ein Update, ebenso die adaptive Arbeitsbeleuchtung. Diese spezielle Beleuchtungsvariante passt die Helligkeit der Scheinwerfer einsatzbezogen an. Als intelligentes System werden die verschiedenen Beleuchtungskomponenten vollautomatisch und nur wenn sie auch benötigt werden eingeschaltet. Dieses System wurde zur Bauma weiterentwickelt und noch benutzerfreundlicher gestaltet. Eine weitere Neuerung ist die sogenannte „Fernbedienung mit Coming home/Leaving home“-Funktion. Mittels einer Fernbedienung kann der Fahrer bereits vor dem Einsteigen die Maschine in den Arbeitsmodus versetzen. Die Arbeitsscheinwerfer werden aktiviert, um den Gefahrenbereich nahe der Maschine auszuleuchten. „Das spart Zeit und minimiert das Unfallrisiko, gerade bei Nachteinsätzen“, erklärt Mark Walcher. Denn gerade beim Ein- und Aussteigen aus den großen Maschinen ist die Unfallgefahr am größten.

Außerdem hat Liebherr zur Bauma vier weitere komplett neu entwickelte Assistenzsysteme vorgestellt, die den Maschinenführer bei seiner täglichen Arbeit unterstützen sollen. Hierzu zählen eine eigens entwickelte aktive Personenerkennung heckseitig, eine neue Joystick-Lenkung, eine verbesserte Wiegeeinrichtung sowie ein integriertes Reifendrucküberwachungssystem. „Mit diesem Paket bieten wir unseren Kunden noch mehr Sicherheit bei größtmöglicher Effizienz“, so der Produktmanager. Die neue Lenklösung mittels Joystick gibt dem Fahrer genaue Rückschlüsse über die Position des Radladers, da die Joystick-Stellung exakt den Knickwinkel abbildet. Die Sensorik der neu entwickelten Rückraumüberwachung kann zwischen Personen und Objekten unterscheiden und warnt so den Maschinenführer rechtzeitig, wenn sich eine Person im hinteren Gefahrenbereich befindet.

Kompetenzzentrum für Assistenzsysteme

Entwickelt werden diese Lösungen allesamt im Liebherr-Werk im österreichischen Bischofshofen, wo seit vielen Jahrzehnten Radlader produziert werden. „Bischofshofen koordiniert die gesamte Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen innerhalb der Sparte Erdbewegung“, erklärt Mark Walcher, der seit 2009 für Liebherr arbeitet. Waren es früher noch Piepssysteme, wie etwa beim Auto, die den Fahrer vor Hindernissen gewarnt haben, so macht der Fachkräftemangel heutzutage komplexere Assistenzsysteme unerlässlich. Es ist aber vor allem auch der Markt, die Kunden also, die ihre Wertschöpfungskette kontinuierlich optimieren und damit neue Anforderungen an die Maschinenentwicklung und Konstruktion stellen.

  • Joysticklenkung

    Die neue Lenklösung mittels Joystick gibt dem Fahrer genaue Rückschlüsse über die Lenkrichtung des Radladers, weil die Ausrichtung des Joysticks exakt dem aktuellen Radlader-Knickwinkel entspricht.

  • Aktive Personenerkennung

    Die aktive Personenerkennung heckseitig schützt vor Unfällen mit Personenschaden.

  • Reifendrucküberwachungssystem

    Das integrierte Reifendrucküberwachungssystem hilft dabei, die Langlebigkeit der Reifen zu erhöhen.

  • Wiegesystem

    Bei der neuen Liebherr-Wiegeeinrichtung mit Truck Payload Assist passt sich der Wiegebereich automatisch an die Einsatzbedürfnisse an.

  • Frontraumüberwachung

    Die Dachkamera zur Frontraumüberwachung unterstützt den Maschinenführer, Personen oder Objekte, die durch das Anbauwerkzeug verdeckt sind, zu erblicken.

  • SkyView-System

    Das Kamerasystem Skyview 360° bietet jederzeit einen 360°-Blick auf den Nahbereich des Radladers, indem vier zusätzliche Kameras das komplette Maschinenumfeld erfassen.

Aus Tradition innovativ

Hört man Thomas Breitsamer zu, so gewinnt man schnell den Eindruck, dass hier jemand spricht, der das Familienunternehmen mit dem nötigen Sinn für das Lebenswerk seines Vaters, aber vor allem auch mit einem visionären, in die Zukunft gerichteten Weitblick führt. Längst hat sich das Unternehmen vom reinen Müllentsorger zu einem hochmodernen Recyclingbetrieb weiterentwickelt, in dem alternative Brennstoffe aufbereitet werden. „Wir sehen uns als Entsorger in der Pflicht, über den Tellerrand hinaus zu schauen und auch an die zukünftigen Generationen zu denken. Deshalb stellen wir über 30.000 Tonnen an Ersatzbrennstoffen aus angelieferten Abfällen pro Jahr her“, erklärt Thomas Breitsamer, der neben seinen drei großen Radladern auch drei kompakte Stereolader L 507 im Einsatz hat. Darüber hinaus tun zwei Teleskoplader aus dem Liebherr-Werk Telfs sowie zwei Umschlagbagger vom Liebherr-Werk Kirchdorf unverwüstlich ihren Dienst. „Da wir uns hier im Stadtgebiet München befinden, sind die Faktoren Lärmschutz und Schadstoffausstoß essenziell“, so der Familienunternehmer, der sich, wenn es die Zeit erlaubt, immer gerne selbst ans Steuer einer seiner Liebherr-Maschinen setzt. „Die Maschinen von Liebherr sind sehr lärmarm und extrem sparsam im Verbrauch“, ist Breitsamer von den Liebherr-Maschinenkonzepten überzeugt. Und weil die Breitsamers immer schon Vordenker im Entsorgungsbereich waren, hat der Geschäftsführer im Rahmen der diesjährigen Bauma seine nächste Maschine aus dem Hause Liebherr in Empfang genommen. Der brandneue L 580 XPower-Radlader ist mit einem umfangreichen Paket an neuen Assistenzsystemen ausgestattet, um dem Anspruch des Unternehmens stets gerecht zu werden: „Weil unsere Fahrer eine große Verantwortung haben, wollen wir ihnen mit der richtigen Technik das Leben erleichtern.“

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