20.08.2020 Komplexe Nachtschicht für sechs Liebherr-Krane

  • Krandienstleister Nolte liefert logistische Spitzenleistung ab
  • Sechs LTM-Mobilkrane installieren schwebend 71 Meter langen Skywalk
  • Bauteile der Fußgängerbrücke 22 Stunden lang an Kranhaken

Mit einem eindrucksvollen, über Tage währenden Kraneinsatz überzeugte das in Hannover ansässige Unternehmen Nolte Autokrane vor kurzem in seiner Heimatstadt. Zwischen zwei Gebäuden der neu errichteten Firmenzentrale der Continental AG (Conti) musste eine über 70 Meter lange und freitragende Verbindungsbrücke aus vier Bauteilen und zahlreichen Verbindungselementen schwebend zusammengebaut werden. Krantechnisch wie logistisch stellte das diffizile Unterfangen eine große Herausforderung dar.

Guter Plan: Noltes Einsatzleiter Jürgen Peters markiert beim Eintreffen der Kranflotte die exakten Positionen der Geräte.

Guter Plan: Noltes Einsatzleiter Jürgen Peters markiert beim Eintreffen der Kranflotte die exakten Positionen der Geräte.

Guter Plan: Noltes Einsatzleiter Jürgen Peters markiert beim Eintreffen der Kranflotte die exakten Positionen der Geräte.

Mit hohem Aufgebot an Mann und Maschine rückten die Teams des Kran- und Schwerlastunternehmens Nolte auf der Baustelle der neuen Firmenzentrale von Conti zu einem gewaltigen Marathon-Einsatz an. Wo kurz zuvor noch Straßenbahnen und Fahrzeuge ihren Weg durch Hannovers abendliche Rush Hour suchten, waren in kürzester Zeit sechs Liebherr Mobilkrane für ihren anstehenden Job an einer der Hauptverkehrsstraßen der Stadt gerüstet. Ein LTM 1250-6.1, drei LTM 1200-5.1 sowie zwei kleinere Fahrzeugkrane waren zugbereit, als bei Einbruch der Dunkelheit die ersten Brückensektionen angeliefert wurden.

Liefer-Service: Ein Tieflader von Gertzen, einem Transport- und Krandienstleister aus dem Emsland, trifft mit einem der gewaltigen Brückenteile auf der Baustelle in Hannover ein.

Liefer-Service: Ein Tieflader von Gertzen, einem Transport- und Krandienstleister aus dem Emsland, trifft mit einem der gewaltigen Brückenteile auf der Baustelle in Hannover ein.

Liefer-Service: Ein Tieflader von Gertzen, einem Transport- und Krandienstleister aus dem Emsland, trifft mit einem der gewaltigen Brückenteile auf der Baustelle in Hannover ein.

Bäume, Oberleitung und Verkehrsschilder erschweren Arbeit

Jeder dieser etwa 36 Meter langen Fachwerkträger mit einem Einzelgewicht von rund 38 Tonnen wurde von einem der vier großen Krane an seine spätere Position gehoben. Zahlreiche Alleebäume, Verkehrsschilder und die Oberleitung der Straßenbahntrasse ließen einen Hub der kompletten Konstruktion vom Boden aus nicht zu. Erforderlich war also, je zwei gegenüberliegende Brückensektionen in der Luft zu verbinden und danach auf die Widerlager an den Neubauten in acht Meter Höhe zu platzieren. Ein Höchstmaß an Präzision und Aufmerksamkeit wurde dabei allen Kranfahrern und den beteiligen Monteuren abverlangt. „Die Bauteile werden nicht Stoß auf Stoß verschraubt, sondern schwebend konisch in einander geschoben und anschließend mit gewaltigen Passbolzen verbunden,“ verdeutlichte Jürgen Peters das erforderliche filigrane und millimetergenaue Zusammenwirken der Krane während der Hebevorgänge. Peters, der Mann für die großen Projekte bei Nolte, hatte den anspruchsvollen Einsatz zuvor akribisch geplant und hat die Montage des Stegs über der breiten Hans-Böckler-Allee mit einer 16-köpfigen Mannschaft im Zweischicht-Betrieb reibungslos durchgeführt.

Einfädeln mit Joystick: schwebend müssen die jeweils 38 Tonnen schweren Bauteile zum Verbinden konisch ineinander gesteckt werden.

Einfädeln mit Joystick: schwebend müssen die jeweils 38 Tonnen schweren Bauteile zum Verbinden konisch ineinander gesteckt werden.

Einfädeln mit Joystick: schwebend müssen die jeweils 38 Tonnen schweren Bauteile zum Verbinden konisch ineinander gesteckt werden.

22 Stunden lang hielten die vier Liebherr-Krane die Brückensektionen, während die beiden kleineren Geräte den Einbau der rund 70 stählernen Ober- und Untergurte zur Verbindung der seitlichen Fachwerkteile erledigten. Im Anschluss daran konnten die Lasten abgehängt werden und die kleinen Krane starteten mit der Montage der Schutzvorrichtungen unter dem neuen Brückenbauwerk. Zufrieden zog Peters nach getaner Arbeit Bilanz: „Freitagabend sind wir mit unseren Kranen eingetroffen, 22 Stunden später war die Brücke eingebaut und am Sonntagabend die Schutzeinrichtung unter dem Skywalk installiert. Die ganze Aktion ist gelaufen wie geschnitten Brot.“

Tatsächlich wurde der Zeitplan nicht nur eingehalten, sondern sogar leicht unterschritten. Etwa sechs Stunden vor Beendigung der Sperrmaßnahmen waren sämtliche Arbeiten des Teams von Nolte abgeschlossen und die letzten Liebherr-Krane rollten zurück zum Betriebshof der Niederlassung im Norden der Stadt.