12.05.2020 Enge Zusammenarbeit mit Boeing

Im Jahr 2007 begann ein Liebherr-Aerospace Team von drei Personen in einem Liaison Office in Seattle, Washington (USA) damit, das Klimatisierungssystem zu betreuen, das von Liebherr für die Boeing 747-8 entwickelt wurde und gefertigt wird. Heute umfasst das Team 11 hochspezialisierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2020 feierten sie den Erstflug der Boeing 777X, dem neuesten Flugzeug von Boeing.

Die 777X – Boeing’s neuestes Flugzeug - © Boeing

Die 777X – Boeing’s neuestes Flugzeug - © Boeing

Die 777X – Boeing’s neuestes Flugzeug - © Boeing

Auch wenn die Niederlassung offiziell als „Liebherr Seattle Office“ bezeichnet wird, befindet sie sich tatsächlich in Everett, Washington. Seit dem Jahr 2009 wird das Team von Dietmar Klauber als General Manager geleitet. „Unser Büro fungiert als Schnittstelle zwischen Boeing und den OEM-Standorten von Liebherr-Aerospace in Lindenberg und Toulouse“, erklärt Klauber die Aufgabe seines Büros. „Wir stellen so eine enge Verbindung zwischen den beiden Unternehmen sicher – sowohl für laufende Projekte, als auch für mögliche zukünftige Flugzeugprogramme. Wir können Boeing schnelle und hochwertige Unterstützung bieten und damit alle Anforderungen der aktuellen Programme erfüllen.“

Die 11 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen täglich in Kontakt mit den Ingenieuren von Boeing. Bernhard Bauer arbeitet seit 1999 für Liebherr und ist seit 2009 in Seattle ansässig. Er ist einer der Verbindungsingenieure und leitet das Ingenieursteam im Liaison Office. „Wir müssen nicht nur über das erforderliche Wissen und Produktkenntnisse verfügen, sondern auch über einige Soft Skills. Interkulturelles Verständnis, Problemlösungskompetenz, Organisationsstärke zur Priorisierung von Aufgaben und die Kommunikation mit Stakeholdern auf allen Ebenen gehören dazu“, erklärt Bauer. Für jedes Produkt gibt es einen eigenen Verbindungsingenieur, sodass in diesem Büro eine umfassende Bandbreite an Produktwissen und Fachkenntnis zusammenkommt. Beispielsweise gibt es einen Ingenieur, der sich um das Klimatisierungs- und Triebwerkzapfluftsystem für die Boeing 747-8 kümmert, ein anderer ist für das Flügelenden-Klappantriebssystem der 777X zuständig und so weiter. Da jeder Ingenieur für spezielle Systeme verantwortlich ist, sind die Zuständigkeitsbereiche klar definiert und die Problemlösung sowie die Kommunikation zwischen den Boeing- und den Liebherr-Aerospace-OEM-Teams läuft effektiv und reibungslos.

Das Team arbeitet stets zukunftsorientiert und bereitet sich darauf vor, die neuesten Qualitätsmethoden wie APQP (Advanced Product Quality Planning) und MBSE (Model Based Systems Engineering) zu implementieren. „Unser Ziel ist es, unseren Kunden immer besser zu unterstützen und seine Anforderungen zu erfüllen“, kommentiert Dietmar Klauber. „Eine Möglichkeit könnte zum Beispiel sein, unser Geschäft von der zivilen Luftfahrt in den Militärbereich auszuweiten.“

Übersicht der Aufträge von Boeing an Liebherr-Aerospace

1979 Vertrag Boeing 767: Achsenträger-Stellzylinder für das Hauptfahrwerk
2003 Vertrag Boeing 777-300: Druckregulierungsventile für den Treibstofftank
2007 Vertrag Boeing 747-8: Klimatisierungs- und Triebwerkzapfluftsystem
2007 Eröffnung des Liaison Office von Liebherr-Aerospace in Everett
2012 Vertrag KC-46: Druckregulierungsventile für den Treibstofftank
2014 Vertrag Boeing 777X: Flügelenden-Klappantriebssystem
2015 Vertrag Boeing 777X: Stellantriebe, hydraulische Motor- und zentrale Antriebseinheit für die Stellantriebe der Flügelvorderkante (Built to Spec) und der Flügelhinterkante (Built to Print)
2018 Vertrag Boeing 787: Elektronische Steuereinheit für die Bugradlenkung und Vertrag Boeing 777/777X: Steuerungssystem für das Hauptfahrwerk und Stellantrieb mit Lenkpositionsgeber