08.04.2019 Alternative Antriebskonzepte von Liebherr – für jeden Einsatz die passende Lösung

  • Für den innerstädtischen Einsatz: weniger Emissionen durch Elektroantrieb
  • Für den Einsatz im Recycling und im Hafen: elektrisch betriebene Umschlagmaschinen
  • XPower-Radlader serienmäßig mit bewährtem leistungsverzweigten Fahrantrieb
  • Für den harten Mining-Einsatz: diesel-elektrische Mining-Trucks und Miningbagger mit Elektroantrieb

Auf der Bauma 2019 zeigt Liebherr innovative Antriebskonzepte für verschiedene Einsatzbereiche. Liebherr entwickelt kontinuierlich Antriebskonzepte weiter, damit die Firmengruppe auf künftige Anforderungen vorbereitet ist und ihren Kunden Lösungen für das Heute und Morgen anbieten kann.

Liebherr steht im Zuge aller Entwicklungen stets im intensiven Dialog mit Kunden. Denn sie sind es, die ihre Einsatzbereiche und Rahmenbedingungen am besten kennen. In der Umsetzung verbindet Liebherr die Erfahrungen und Erwartungen seiner Kunden mit dem Know-how und der Test- und Prüfinfrastruktur der Firmengruppe. Dabei hilft, dass das Unternehmen für Neuentwicklungen gegebenenfalls auch Lösungen aus anderen Projekten und Produktsparten aufgreifen und entsprechend adaptieren kann, so auch im Bereich der Antriebe.

Die Wahl des jeweiligen Antriebskonzepts hängt vom Einsatzprofil des Produkts ab. Bei härteren Einsätzen mit jährlich hoher Betriebsdauer, wie zum Beispiel auf großen Erdbewegungs-Baustellen oder im Mining-Bereich, erscheint der Einsatz von Verbrennungsmotoren, die mit Wasserstoff oder synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, wahrscheinlicher. Wenn die Reduktion von Abgasen und Lärmemissionen im Fokus steht, sind Maschinen mit alternativen Antrieben gefragt. Welches Antriebskonzept sich für welchen Einsatz und welche Maschine eignet, ist eine Frage der betriebswirtschaftlichen Kalkulation. Die zunehmende Urbanisierung bringt darüber hinaus strenge Abgasnormen mit sich, welche den innerstädtischen Einsatz von Fahrzeugen und Maschinen betreffen.

Auf der Bauma 2019 zeigt Liebherr Lösungen wie die neue elektrisch angetriebene Fahrmischer-Baureihe ETM, die elektrisch angetriebene Stationär-Betonpumpe, elektrisch betriebene Umschlagmaschinen, die XPower-Radlader mit leistungsverzweigtem Fahrantrieb, einen diesel-elektrisch betriebenen Mining-Truck sowie einen 100-prozentig elektrischen Miningbagger und das weltweit erste mit Akku betriebene Großdrehbohrgerät.

Keine Kompromisse auf der Baustelle mit der ETM-Baureihe von Liebherr: immer volle Leistung bei stark reduziertem Lärm und völlig frei von Abgasemissionen.

Keine Kompromisse auf der Baustelle mit der ETM-Baureihe von Liebherr: immer volle Leistung bei stark reduziertem Lärm und völlig frei von Abgasemissionen.

Neue Fahrmischer-Baureihe mit elektrischem Trommelantrieb

Die Firmengruppe stellt auf der Bauma 2019 erstmals Fahrmischer mit elektrischem Trommelantrieb vor. Für die Modelle der neuen ETM-Baureihe sind Auslieferungen ab dem 3. Quartal 2019 geplant. Liebherr bietet seinen Kunden damit gleich ein ganzes Programm mit unterschiedlichen Trommelgrößen oder sogar eine Version als Sattelauflieger.

Die Reserven der Batteriekapazität sind für den anspruchsvollen Mischbetrieb konzipiert und reichen im Normalbetrieb für den ganzen Arbeitstag. Als Plug-in-Hybrid kann die Batterie während der Fahrt oder extern über einen Stecker, beispielsweise an einer Betonmischanlage, nachgeladen werden. Die Komplettladung erfolgt üblicherweise nach Schichtende. Dass Liebherr die Systemspannung von 650 V/ DC bereits auf die Fahrzeughersteller abgestimmt hat, macht diese schon jetzt zukunftssicher. Mindestens genauso wichtig sind für Fuhrparkbetreiber die Betriebskosten: Trotz leicht erhöhten Dieselverbrauchs beim Generatorantrieb liegt die Kraftstoffersparnis beim E-Transportmischer in der Summe bei rund 30 Prozent.

Die elektrisch angetriebene Stationär-Betonpumpe 70 E punktet mit Vorteilen für Bediener und Anwohner: keine Abgase, weniger Lärm und geringer Serviceaufwand. Liebherr bietet hier mit seiner elektrischen Stationär-Betonpumpe 70 E eine kraftvolle und zugleich emissionsfreie Alternative für die Hoch- und Weitförderung von Beton. Die Pumpe arbeitet – verglichen mit Diesel-betriebenen Modellen – ohne Abgase und erzeugt wesentlich geringeren Lärm. Darüber hinaus ist die robuste Betonpumpe wartungsfreundlich und ermöglicht eine flexible Positionierung.

Das Liebherr LB 16 unplugged ist das erste Bohrgerät auf dem Markt mit „Local Zero Emission“.

Das Liebherr LB 16 unplugged ist das erste Bohrgerät auf dem Markt mit „Local Zero Emission“.

LB 16 unplugged – Großdrehbohrgerät mit Akku

Auf dem Liebherr-Stand können Besucher das LB 16 unplugged bestaunen – das weltweit erste Großdrehbohrgerät auf dem Markt, das mit Akku betrieben wird. Es hat nicht nur ein alternatives elektrohydraulisches Antriebskonzept, sondern kann dank Akku auch kabellos (unplugged) eingesetzt werden.

Das LB 16 unplugged hat gegenüber der konventionellen Ausführung keine Einschränkungen in Leistung und Anwendung. Genau wie beim herkömmlichen Gerät mit Dieselmotor können damit max. Bohrdurchmesser von 1.500 mm und Bohrtiefen bis 34,5 m umgesetzt werden.

Der Akku ist für die Dauer eines Arbeitstages von 10 Stunden ausgelegt. Über einen herkömmlichen Baustellenanschluss (32 A, 63 A) wird dieser geladen. Eine Schnellladung in nur 7 Stunden ist mit einem 125-A-Anschluss möglich.

Dank Elektroantrieb effizient und schonend zur Umwelt: Der Liebherr LH 26 M Industry.

Dank Elektroantrieb effizient und schonend zur Umwelt: Der Liebherr LH 26 M Industry.

Elektrisch betriebene Umschlagmaschinen für Recycling und Hafen

Auf der Messe zeigt Liebherr zwei elektrisch betriebene Umschlagmaschinen: den LH 26 M Industry und den LH 110 C Gantry Port. Das elektrische Antriebskonzept der Umschlagmaschinen ist wartungs- und geräuscharm, umweltschonend sowie unabhängig von Abgasregulierungen.

Die Liebherr-Elektroumschlagmaschine LH 26 M Industry für den Recycling-Einsatz überzeugt durch ihr bis ins Detail durchdachtes Konzept. Zum innovativen Antriebskonzept zählt ein 90 kW starker Liebherr-Elektromotor, welcher kraftvolle und dynamische Arbeitsbewegungen gewährleistet sowie ein zusätzlicher Elektromotor für Nebenverbraucher. Dieser gewährleistet eine bewusste Energieverteilung sowie maximale Energieeffizienz. Die fortschrittliche Frequenzumrichtertechnik des LH 26 M ermöglicht dynamische und feinfühlige Arbeitsbewegungen. Dieser zeichnet sich unter anderem durch eine einfache Anpassung an alle gängigen Energieversorgungsnetze weltweit aus.

Für den Einsatz im Hafen stellt Liebherr Messebesuchern die Umschlagmaschine LH 110 C Port mit Elektroantrieb vor. Sie überzeugt durch ihre enorme Leistungsfähigkeit und setzt neue Maßstäbe in puncto Wirtschaftlichkeit: Mit dem 300 kW starken Elektromotor kann sie zusammen mit dem ERC-System eine Gesamt-Systemleistung von 478 kW abrufen. In Kombination mit den schnellen und dynamischen Drehbewegungen können dadurch bis zu 1.000 Tonnen Material pro Stunde umgeschlagen werden. Der neue Gantry-Portalunterwagen ermöglicht eine schnelle und effiziente Be- und Entladung der durchfahrenden LKW oder Waggons.

Hohe Effizienz unabhängig vom Einsatzprofil: Der L 586 XPower® mit leistungsverzweigtem Antrieb serienmäßig.

Hohe Effizienz unabhängig vom Einsatzprofil: Der L 586 XPower® mit leistungsverzweigtem Antrieb serienmäßig.

XPower-Radlader serienmäßig mit bewährtem leistungsverzweigten Fahrantrieb

Auf der Bauma 2019 präsentiert Liebherr unter anderem drei XPower-Großradlader. Darunter befindet sich der größte Liebherr-Radlader, der L 586 XPower®. Die XPower-Großradlader L 550 XPower® bis L 586 XPower® markieren einen Meilenstein in der Technikgeschichte der Liebherr-Radlader. Ihr Herzstück ist der leistungsverzweigte XPower-Fahrantrieb, den Liebherr in diesen Maschinen serienmäßig anbietet. Er vereint den für das kurze Ladespiel optimalen hydrostatischen Antrieb mit dem mechanischen Antrieb, dessen Vorteile bei langen Distanzen zum Tragen kommen. Diese Kombination sorgt unabhängig vom Einsatzprofil für höchste Effizienz und herausragende Treibstoffeinsparungen von bis zu 30 Prozent im Vergleich zu Radladern derselben Größenklasse.

Seit über drei Jahren überzeugen die XPower-Großradlader Kunden unterschiedlicher Branchen mit ihrer hohen Produktivität und Zuverlässigkeit. Der bewährte Liebherr-XPower-Fahrantrieb steht für Robustheit, da sich die Leistung durch die Interaktion zweier Antriebspfade entfaltet. Die Belastung verteilt sich somit auf beide Antriebswege und die Bauteile haben eine höhere Lebensdauer. Die Maschinenführer können ohne Unterbrechungen arbeiten und die Einsatzsicherheit steigt. Mit stetigen Weiterentwicklungen und gezielten Investitionen in die Robustheit von Achsen und weiteren Komponenten, wie den Hydraulikzylindern, stellt Liebherr die gleichbleibend hohe Zuverlässigkeit der XPower-Radlader sicher.

Facelift: der neue Liebherr-Mobilbaukran MK 88-4.1.

Facelift: der neue Liebherr-Mobilbaukran MK 88-4.1.

The MK 88-4.1 zero-emission mobile construction crane

Liebherr construction cranes are equipped with electric drives, ensuring they not only operate quietly, but also protect the environment. This is especially advantageous when working at night. The new MK 88-4.1 mobile construction crane also includes a 32 amp connection alongside the standard 63 amp version. An intelligent energy management system ensures that the maximum amount of power is always available to operate the crane. This means that the MK 88-4.1 can be powered by electricity even when the mains supply is limited if there are no other options available at the operating site.

Thanks to their electric drives, applications with Liebherr mobile construction cranes are not only low-noise, but also environmentally friendly. This is particularly advantageous during night-time operations. The new MK 88-4.1 mobile construction crane is now equipped with a 32-ampere connection in addition to the usual 63-amp connection. Thanks to an intelligent energy management system, the maximum available power is always used for crane operation. This means that the MK 88-4.1 can be operated with electricity even when the mains power is lower, if the conditions on site do not allow otherwise.

Electric drives are also generally used on rotating tower cranes. The ability to operate quietly and emission-free are important criteria for rotating tower cranes on site in inner city areas.

Electric drives are always used for tower cranes. Quiet and emission-free operation are important criteria for tower cranes when working in city centres.

The Liebherr R 9200 E operating in an open-cast mine for the company Lausitzer Grauwacke (Eurovia) in Saxony.

The Liebherr R 9200 E operating in an open-cast mine for the company Lausitzer Grauwacke (Eurovia) in Saxony.

Especially tough operating conditions: diesel-electric mining trucks and electric powered mining excavators

The benefits of diesel-electric transmissions are most obvious when it comes to high power applications and the very long operating times that are the norm in the mining industry. Liebherr has been producing mining trucks with this drivetrain for around twenty years and has gained a great deal of useful experience in this area. It has consequently become clear that greater efficiency can be leveraged for driving on upward slopes by using more electrification. Liebherr is building on the experience it has gained manufacturing machines that need to operate for very long periods over exactly the same routes by working with customers (in Austria and Panama, for example) to electrify the routes completely by using overhead lines and current collectors on their diesel-electric mining trucks.

High performance and a very long service life are required for use in mining. This is where diesel-electric drives can make the most of their advantages. Liebherr has been building its mining trucks with this drive train for around twenty years and has gained important experience. It has also become clear that there is still a lot of efficiency potential to be tapped by further electrification on uphill stretches. After dealing with very long periods of operation on the same routes in the mining sector, Liebherr is working with customers in Austria and Panama, for example, to completely electrify these journeys with the help of overhead lines and current collectors on the diesel-electric mining trucks.

The company Eurovias Lausitzer Grauwacke GmbH uses a R 9200 E with an electric transmission and a face shovel attachment. This 210-tonne excavator has a nominal power rating of 850 kW. The R 9200 E is able to achieve a balance here between performance and environmental responsibility by ensuring that people and the environment are not exposed to diesel and noise emissions. The electric engine is also equipped with an air-to-air heat exchanger, a simple, integrated system which reduces maintenance work by up to 25 per cent and reduces machine downtime.

The R 9200 is the only mining excavator in the 200-tonne class to be equipped with a closed-loop swing circuit instead of an open hydraulic circuit. This enables a maximum swing torque to be achieved whilst allowing the oil to flow completely to the hydraulic system which ultimately results in faster cycle times. Furthermore, the electric motor drive ensures that during the loading cycle the hydraulic power is temporarily above the nominal engine rating which further reduces cycle times and increases efficiency.