Berger: Große Effizienz für kleine Serien

Die Automation einer Kleinserienfertigung stellt spezielle Anforderungen hinsichtlich Arbeitsprozess, Logistik und Verfügbarkeit. Die Berger-Gruppe reagierte darauf mit der Einführung des Liebherr-Rotationsladesystems am Standort Wertach im Allgäu (Deutschland).

Mit dem RLS 800 können Werkstücke bis 800kg transportiert werden

Mit dem RLS 800 können Werkstücke bis 800kg transportiert werden

Die im Jahr 1955 gegründete Berger-Gruppe ist weltweit größter Hersteller von Präzisionsdreh- und Frästeilen. Die zu fertigenden Bauteile – komplexe Komponenten für innovative Hydraulikaggregate – sind mit ihren unterschiedlichen Bohrungen und Gewindeauslegungen überaus variantenreich. Das Unternehmen erkannte das Potenzial, was eine passende Automationslösung bieten könnte und beschließte, bei der Produktion von Kleinserien und Einzelstücken auf das Rotationsladesystem (RLS) von Liebherr zu setzen.

Flexibler dank Rotationsladesystem

Rüstplatz RLS 800: Zuverlässig und robust

Rüstplatz RLS 800: Zuverlässig und robust

Mit 24 möglichen Speicherplätzen verfügt das RLS über eine besonders hohe Speicherdichte pro Aufstellfläche – bei geringem Platzbedarf. Zusätzlich erlaubt die Form des Speichermoduls das Andocken eines weiteren Bearbeitungszentrums. Damit ist der Lohnfertiger in der Lage, die Bedürfnisse der Kunden flexibler, schneller und wirtschaftlicher zu erfüllen. Philipp Schneider, Abteilungsleiter der Niederlassung Wertach, erklärt: „Unser Fokus lag vor allem auf der Reduzierung von kostspieligen Rüstzeiten. Maschinenseitig ging es um den deutlichen Ausbau des Werkzeugmagazins“. So wurde das Werkzeugmagazin wunschgemäß von 80 auf insgesamt 320 Plätze erweitert. Darüber hinaus sollten es die modularen, je nach Anforderung auslegbaren Regalspalten ermöglichen, selbst individuelle Kundenwünsche zeitnah zu bedienen. Dank des modularen Baukastensystems lässt sich die Automatisierungseinrichtung in kürzester Zeit auf die jeweils aktuellen Bedürfnisse in der Produktion anpassen.

Produktübersicht Liebherr-Palettenhandhabungssysteme

Reibungslose Kooperation

Maschinenpalette mit Vorrichtung bereit zum Entladen

Maschinenpalette mit Vorrichtung bereit zum Entladen

Ausgewählte Liebherr-Spezialisten übernehmen alle Aufgaben für die Implementierung des Systems. Die Vorrichtung wird universell gestaltet, um möglichst flexibel zu sein. Beim Anbinden an die Bestandslösung arbeitet Liebherr intensiv mit dem Fräsmaschinenhersteller Heckert zusammen.
Für die Mitarbeiter ist die Einführung des RLS ein Meilenstein: Viele unnötige Wege entfallen. Das spezielle Design des Systems ermöglicht den Anwendern eine gute Zugänglichkeit der Automation. Zudem erlauben die Fenster rund um die Anlage in Verbindung mit der übersichtlichen Bedienoberfläche einen Überblick des Ist-Standes in und um die Automation. Durch die intuitive Steuerung lassen sich per Drag-and-Drop die gewünschten Funktionen bequem aufrufen. Wie das gesamte System ist auch die Software modular aufgebaut. Neue Anwendungsfälle kann Liebherr daher prozesssicher realisieren.

Rüstzeiten deutlich reduziert

Die Umstellung auf das Liebherr-Rotationsladesystem bei Kleinfertigungen zahlt sich für Berger besonders in Sachen Effizienz, Kundenorientierung und Lieferfähigkeit aus. So ist das Unternehmen in der Lage, selbst auf sehr kurzfristige Nachfrageveränderungen direkt zu regieren. Zudem wurden Rüstzeiten deutlich gesenkt, die Prozesskette optimiert und Lagerbestände verringert. Der Bediener kann die Laufzeit der Maschine für andere Aufgaben in der Produktion nutzen – die Rüstkosten gehen daher nicht in den Maschinenstundensatz ein. Sogar eine mannlose dritte Schicht wäre fortan problemlos möglich. In der Praxis zeichnet sich bereits ab: Die Anschaffung wird sich bereits in vergleichsweise kurzer Zeit amortisiert haben.