20.04.2017 Weltpremiere: Erstflug einer 3D-gedruckten Komponente der primären Flugsteuerung von Liebherr-Aerospace in einem Airbus

Von Liebherr-Aerospace entwickelter und gefertigter Spoiler Aktuator mit Ventilblock aus dem 3D Drucker

Von Liebherr-Aerospace entwickelter und gefertigter Spoiler Aktuator mit Ventilblock aus dem 3D Drucker

Es handelt sich dabei um die erste 3D-gedruckte Hydraulikkomponente der primären Flugsteuerung, die jemals in einem Airbus zum Einsatz kam. Der aus Titanpulver gefertigte Ventilblock ist Bestandteil des Spoiler-Aktuators von Liebherr-Aerospace und übernimmt an Bord des A380 wichtige Funktionen bei der primären Flugsteuerung. Er ist genauso leistungsfähig wie ein herkömmlicher, aus einem Titanschmiedeteil hergestellter Ventilblock, besteht aber aus weniger Einzelteilen und ist um 35 Prozent leichter. Das Fertigungsverfahren ist weniger komplex und äußerst werkstoffeffizient im Vergleich zum konventionellen Fräsverfahren: Feines Titanpulver wird mit einem Laser aufgeschmolzen und schichtweise zu einem Bauteil verschweißt, wobei nur geringe Mengen an Titanabfällen entstehen.

Liebherr-Aerospace hat die Hydraulikkomponente in enger Zusammenarbeit mit Airbus und der Technischen Universität Chemnitz entwickelt. Das Projekt wurde zum Teil durch Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Der erste Testflug mit einer 3D-gedruckten Hydraulikkomponente der primären Flugsteuerung zeigt, dass Liebherr-Aerospace und Airbus Vorreiter sind, wenn es um zukünftige Entwicklungs- und Fertigungsverfahren von Flugzeugsystemen geht. Ihre kontinuierlichen Investitionen in die Forschung und Entwicklung des 3D-Drucks tragen nun sichtbar Früchte.

Heiko Lütjens, Managing Director und CTO Flight Control and Actuation Systems, Landing Gear Systems and Hydraulics, Liebherr-Aerospace & Transportation SAS, erklärt: „Bis wir 3D-Druckverfahren im großen Maßstab in der Luftfahrtindustrie einführen können, haben wir noch einiges an Arbeit vor uns. Alle Glieder der Prozesskette – vom Pulvermaterial über die Laserparameter und die Nachbearbeitung bis hin zum Endprodukt – müssen optimiert werden, um die Stabilität, den Reifegrad und die Wirtschaftlichkeit dieser Technologie zu optimieren. Nichtsdestotrotz wird das Potenzial und die Vision des 3D-Drucks die Art und Weise, wie zukünftige Flugzeuggenerationen entwickelt werden, tief greifend verändern.“