10.05.2017 Liebherr Machines Bulle SA und Gruyère Energie SA schließen Partnerschaft im Energiebereich

Feierlicher Projektstart bei Gruyère Energie SA.

Feierlicher Projektstart bei Gruyère Energie SA.

(von links nach rechts: Benoît Revaz (Bundesamt für Energie), Maurice Ropraz (Staatsrat), Stéfanie Wohlfarth (Mitglied des Verwaltungsrats der Liebherr-International AG), Claude Ambrosini (Geschäftsführer LMB), Olivier Curty (Staatsrat), Raoul Girard (Vize-Stadtpräsident Bulle), Claude Thürler (Geschäftsführer GESA))

Im Fokus der innovativen Partnerschaft zwischen Liebherr Machines Bulle SA und Gruyère Energie SA (GESA) steht die Wärmerückgewinnung und -verwertung sowie der Aufbau eines Fernwärmenetzes.

Im Zuge eines neuen Investitionsplans werden seit 2013 am Standort Bulle bestehende Infrastrukturen umgewandelt und optimiert. Dazu gehört unter anderem die Einrichtung von neuen Prüfständen für Diesel- und Gasmotoren. Durch diese Entwicklungen entstehen mit ca. 10GWh große Mengen an Abwärme. Diese können beispielsweise direkt am industriellen Standort oder in einem Fernwärmenetz effektiv genutzt werden.

Parallel dazu entwickelt GESA seit über zehn Jahren ein flächendeckendes Fernwärmesystem, das zu über 90 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben wird. Die jährliche Einsparung beläuft sich auf über acht Millionen Liter Diesel und 23.000 Tonnen CO2. Dieses Netz hat 2016 über 670 Gebäude mit ungefähr 80 GWh Energie versorgt, eine Zahl, die in den kommenden zehn Jahren verdoppelt werden soll. Aufgrund dieser Perspektive muss GESA ihre Wärmeproduktion mit einer Diversifizierung der Energieträger absichern und dabei einen hohen Anteil an erneuerbarer Energie, unter anderem durch die Nutzung von Abwärme, bewahren.

Dank des ergänzenden Charakters der Forschungsprojekte beider Partner kann das Problem der Energiespeicherung gelöst und die Nutzung optimiert werden. Es ist geplant, Wärmekraftkopplungsanlagen, die elektrische und thermische Energie mit einer mechanischen Leistung von mehr als einem Megawatt erzeugen, in Betrieb zu nehmen. Durch die Erzeugung elektrischer Energie wird die Versorgungssicherheit des GESA-Netzes erhöht. Dabei wird der Anteil sauberer Energie auf über 20 Prozent der insgesamt verteilten elektrischen Energie gesteigert. Die dazu eingesetzten Gasmotoren G9620 werden von Liebherr Machines Bulle SA gebaut und bieten eine Plattform für eine langfristige Überwachung mit dem Ziel der Entwicklung und Optimierung von Produkten und Systemen.

Das Projekt steht im Einklang mit den Zielen der nachhaltigen Entwicklung und wird somit seitens des Kantons Freiburg unterstützt. Durch den Anschluss des Fernwärmenetzes von GESA erwirbt Liebherr an seinem Produktionsstandort in Bulle außerdem 100 Prozent erneuerbare Energie. Die Investitionen der Partner belaufen sich auf rund neun Millionen Franken für GESA und fast vier Millionen Franken für Liebherr. Der Kanton hat dieses Projekt mit einer Million Franken aus dem kantonalen Energiefonds gefördert.