12.01.2015 Spektakulärer Hub des neuen Tiefseekrans RL-K 7500 bei Liebherr in Rostock

Im September fand auf dem Gelände von Liebherr in Rostock ein spektakulärer Hub des neuen Tiefseekrans vom Typ RL-K 7500 im Rahmen seiner Verladung statt. An der Durchführung dieses Hubs waren vier Liebherr-Krane beteiligt.

Hub des Tiefseekrans RL-K 7500 mit vier Liebherr-Kranen.

Hub des Tiefseekrans RL-K 7500 mit vier Liebherr-Kranen.

Der Hub vom Prüfstand auf eine Seetransportvorrichtung war Teil einer komplexen Verladung und wurde von vier Liebherr-Kranen durchgeführt. Dabei waren zwei Hafenmobilkrane des Typs LHM 600 sowie zwei Gittermast-Fahrzeugkrane des Typs LG 1750 beteiligt.

Ein Spezialhub in dieser Form unter Einsatz von vier Kranen wurde am Rostocker Prüfstand zum ersten Mal durchgeführt und erforderte langfristige Planung sowie sorgfältige, präzise Vorbereitung. Allein die Montage der beiden Fahrzeugkrane nahm ganze zwei Tage in Anspruch. Der Hub des 665-Tonnen-Schweren-Kranes für die 25 Meter vom Prüfstand bis auf die eigens dafür angefertigte Seetransportvorrichtung dauerte ungefähr 90 Minuten. Dabei mussten ungefähr 100 Bolzen vom Drehkranz gelöst werden.

Zurzeit befindet sich der Kran am Pier des Rostocker Liebherr-Werkes und wartet auf seine Auslieferung. Nach erfolgreichen Funktionstests wird der RL-K 7500 demnächst als komplett montierter Kran auf ein Transportschiff verladen und nach Asien ausgeliefert. Zusammen mit dem RL-K 7500 werden zwei weitere Krane dieser Baureihe vom Typ RL-K 4200 an Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering Co. Ltd. (DSME) versendet. DSME möchte einige seiner Schiffe mit einer Garnitur an Liebherr-Kranen, bestehend aus je einem RL-K 7500 sowie drei RL-K 4200, ausstatten.

Tiefseekran vom Typ RL-K 7500 im Einsatz.

Tiefseekran vom Typ RL-K 7500 im Einsatz.

Technische Daten des RL-K 7500

Beim RL-K 7500 handelt es sich um den größten Tiefseekran, den Liebherr bisher selbst entwickelt und gebaut hat. Zu seinen Besonderheiten gehört ein Knickgelenkausleger, mit dem es möglich ist, Lasten bis zu 300 Tonnen zu heben und bis zu 3600 m unter Wasser zu arbeiten. Das dabei verwendete Stahlseil besitzt einen Durchmesser von maximal 82 mm und ein maximales Kippmoment von 75.000 kNm. Die Länge des Auslegers variiert je nach Kundenwunsch zwischen 35 m und 50 m und erlaubt einen Arbeitsbereich von 8 m bis maximal 50 m.

Der RL-K 7500 ist mit den modernsten Technologien ausgestattet, unter anderem mit dem Seegang-Kompensationssystem Heavetronic®, dem Hybridantrieb Pactronic® und einem innovativen Winden-System. Heavetronic® gleicht während der Arbeitsgänge mit Hilfe von Sensoren die Schiffsbewegungen aus. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die selbstlernende Funktion des Systems. Bei Seegang registriert das System die Schiffsbewegungen und stellt sich anhand der Daten automatisch darauf ein. So arbeitet der Kran ohne manuelle Justierungen und unabhängig von den Wetterbedingungen.

Die dafür benötigte Energie wird zu einem großen Teil über den Hybridantrieb Pactronic® gewonnen, der speziell für Liebherr-Hafenmobilkrane entwickelt und jetzt für den neuen Tiefseekran RL-K 7500 angepasst wurde. Pactronic® basiert auf dem Wirkprinzip eines hydraulischen Energiespeichers. Überschüssige Energie, die unter anderem beim Last-Ablassen anfällt, wird in komprimiertem Gas gespeichert. Die bei Bedarf freigesetzte Energie unterstützt das Antriebssystem.

Erwähnenswert sind zudem seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. So etwa kann der RL-K 7500 ohne Tiefseefunktion auch als Schwerlastkran mit einer Hebekapazität von rund 300 t verwendet werden.