16.01.2018 Liebherr und KAMAZ: Produktion neuer Dieselmotoren startet

  • Liebherr und KAMAZ schließen die Entwicklung einer neuen Familie von 6-Zylinder-Reihenmotoren ab
  • Serienproduktion der gemeinsam entwickelten Motoren beginnt

Liebherr und KAMAZ feiern im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung den Abschluss der gemeinsamen Entwicklung neuer 6-Zylinder-Reihenmotoren und deren Produktionsstart.

Liebherr und KAMAZ schließen die Entwicklung einer neuen Motorenbaureihe ab.

Liebherr und KAMAZ schließen die Entwicklung einer neuen Motorenbaureihe ab.

Mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung am 25. März 2014 starteten Liebherr und KAMAZ mit der gemeinsamen Entwicklung einer neuen Familie von 6-Zylinder-Reihenmotoren im Leistungsbereich von 300 bis zu 520 kW (400 bis 700 PS). In den vergangenen drei Jahren wurden im KAMAZ-Motorenwerk umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt, um für die Produktion der Motoren vorbereitet zu sein. Dazu gehörte u. a. die Installation von Fertigungsanlagen für die Bearbeitung von Zylinderblöcken und -köpfen sowie eine hochmoderne Montagelinie mit Serienprüfständen und anschließender Endlackierung. Im Dezember 2017 wurden die ersten Komponenten des neuen Motors gefertigt und mit dem Bau der ersten Motoren des Typs KAMAZ 910.10 begonnen.

„Der innovative Ansatz bei der Durchführung unserer Projekte ist vor allem für die Produktion modernster KAMAZ-Fahrzeuge einfach unerlässlich”, betonte der Generaldirektor von KAMAZ, Sergey Kogogin. „Wir sind stets bestrebt, unser Produkt so zu verbessern, sodass es Kunden und Marktbedürfnisse gleichermaßen erfüllt. Die neuen leistungsstarken und zuverlässigen Reihenmotoren wurden in Zusammenarbeit mit unserem Partner Liebherr entwickelt, der über eine langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung von Motoren für den Einsatz unter erschwerten Betriebs- und Umweltbedingungen verfügt. Als Grundlage dafür kamen hochmoderne Technologien zum Einsatz, die eine erhebliche Verbesserung der technischen und anwendungsspezifischen Eigenschaften der Fahrzeuge mit sich bringen. Dies ermöglicht die Herstellung von Lastwagen, die sowohl den Menschen als auch der Umwelt mehr Sicherheit bieten.”

Ein besonderer Fokus bei der Entwicklung der neuen Motoren wurde auf die Optimierung des Kraftstoffverbrauchs und des Betriebsgewichts, sowie auf die Verbesserung der Funktionssicherheit und der Betriebsdauer gelegt. Mit einer Kapazität von 12 Litern ist der neue 6-Zylinder-Reihenmotor mit einem von Liebherr entwickelten Common-Rail-Einspritzsystem sowie einem Motorsteuergerät (ECU) ausgestattet. Motoren mit ähnlicher Konfiguration haben sich bereits in verschiedenen Liebherr-Maschinen bewährt. Zu den Stärken des neuen Motors zählen u.a. ein geringer Kraftstoffverbrauch sowie eine hohe Umweltfreundlichkeit. Dementsprechend erfüllt der neue Motor die Anforderungen der Emissionsrichtlinie Euro V und gewährleistet bereits heute die Konformität mit der für die Zukunft geplanten Norm Euro VI. Zusätzlich wurden die Wartungsintervalle der Motoren auf 150.000 km erhöht.

„Unsere Unternehmen arbeiten seit vielen Jahren zusammen. Begonnen hat diese Zusammenarbeit mit der Entwicklung von Produktionseinrichtungen für KAMAZ-Fahrzeuggetriebe. Daher ist es besonders schön, die Entstehung eines neuen Motors mitzuerleben, welcher das Ergebnis gemeinsamer harter Arbeit unserer Entwickler und Ingenieure ist. Beeindruckend ist auch die neuentwickelte Fertigungs- und Montagelinie, welche ausschließlich für die neue Motorenbaureihe aufgebaut wurde. Ein besonderer Dank richtet sich an alle Mitarbeiter von Liebherr und KAMAZ, die dieses Projekt ermöglicht haben“, betonte Willi Liebherr.

Für alle Fertigungslinien wurde der Testbetrieb bereits gestartet. Die Serienfertigung der 6-Zylinder-Reihenmotoren beginnt im März 2018 in den Produktionsanlagen von KAMAZ. Die Fertigung ist für die Herstellung von 12.000 Antriebssystemen pro Jahr ausgelegt. Im Rahmen des Projekts wurden im KAMAZ-Motorenwerk 150 neue Arbeitsplätze geschaffen. Nach Fertigstellung werden die Motoren in die K5 KAMAZ-Fahrzeuge der neuesten Generation eingebaut, deren Produktion für 2019 vorgesehen ist.