11.06.2015 Liebherr-Aerospace und Rolls-Royce gründen Joint Venture für Leistungsgetriebe

V.l.n.r.: Josef Gropper, Managing Director & COO Production, Purchasing and Asset Investments, Liebherr-Aerospace & Transportation Systems, Dr. Norbert Arndt Executive Vice President - Structures & Transmissions, Rolls-Royce, Arndt Schoenemann Managing Director Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH, and Dr. Rainer Hönig, Managing Director, Rolls-Royce Germany

V.l.n.r.: Josef Gropper, Managing Director & COO Production, Purchasing and Asset Investments, Liebherr-Aerospace & Transportation Systems, Dr. Norbert Arndt Executive Vice President - Structures & Transmissions, Rolls-Royce, Arndt Schoenemann Managing Director Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH, and Dr. Rainer Hönig, Managing Director, Rolls-Royce Germany

Rolls-Royce und Liebherr-Aerospace haben vereinbart, ein 50:50 Joint Venture zu gründen, um die Fähigkeit und Kapazität zur Produktion von Leistungsgetrieben für das neue UltraFan™ Triebwerksdesign von Rolls-Royce zu entwickeln.

Dank des Leistungsgetriebes kann der UltraFan™ in zukünftigen Triebwerken mit hohem Nebenstromverhältnis zuverlässig Schub in verschiedenen Schubklassen erzeugen. In Triebwerken mit der höchsten Schubkraft kann ein einzelnes Getriebe eine Leistung umsetzen, die der von mehr als 500 Mittelklassewagen entspricht. Der UltraFan™ basiert auf Technologie, die ab 2025 einsatzbereit sein kann und bietet im Vergleich zur ersten Generation von Rolls-Royce Trent Triebwerken einen um mindestens 25 % verbesserten Treibstoffverbrauch.

Das Joint Venture mit Sitz in Friedrichshafen (Deutschland) wird die Fertigungstechnologien für die Komponenten des Leistungsgetriebestrangs bereitstellen. Letztere werden zunächst in bestehenden Liebherr-Werken hergestellt, genauer gesagt in der Produktionsstätte in Friedrichshafen, dem Liebherr-Aerospace Kompetenzzentrum für Helikopter- und Flugzeuggetriebe, so wie im Werk in Biberach an der Riss. Letztere ist auf die Entwicklung und Fertigung von Planetengetrieben und anderen Komponenten spezialisiert, die in diversen Liebherr-Produkten, beispielsweise Kranen, Erdbewegungsmaschinen, Hafen- und Schiffskranen, sowie in Windkraftanlagen zum Einsatz kommen. Mit steigendem Produktionsvolumen wird das Joint Venture Optionen prüfen, wie eine eigenständige Produktions-infrastruktur geschaffen werden kann.

Josef Gropper, Managing Director & COO Production, Purchasing and Asset Investments von Liebherr-Aerospace & Transportation Systems sagte: „Wir freuen uns sehr, an diesem spannenden neuen Triebwerk-Demonstrator-Programm mitzuwirken, das uns die Gelegenheit gibt, neues Terrain zu betreten und unser Tätigkeitsfeld zu erweitern. Dank unseres langjährigen Erfolgs mit Getrieben für die Luftfahrt, unserer Erfahrung im Umgang mit Herausforderungen in der Fertigung und den umfassenden Kompetenzen der Firmengruppe Liebherr in Getrieben für andere Anwendungen, werden wir wesentlich zur Entwicklung von Know-How und Kapazitäten zur Fertigung des Leistungsgetriebes beitragen.“

Das Joint Venture wird allerdings nicht nur davon profitieren, dass die Firmengruppe über Know-How in der Fertigung von Getrieben verfügt, sondern auch von ihrer Expertise in Bearbeitungszentren – schließlich werden an ihrem Standdort in Kempten seit Jahrzehnten Verzahnmaschinen und -werkzeuge, die zur Herstellung solcher Getriebe dienen entwickelt und produziert.

Tony Wood, Präsident für Luftfahrt bei Rolls-Royce sagte: „Das Design des UltraFan™ Triebwerks umfasst eine Reihe neuer Technologien zum Antrieb von Flugzeugen der nächsten Generation. Das Leistungsgetriebe ist ein integraler Teil dieses neuen Designs. Wir freuen uns darauf, bei dieser hocheffizienten Leistungsgetriebetechnologie der Zukunft mit Liebherr zusammenzuarbeiten.“

Rolls-Royce wird weiterhin die Designdefinition und -integration des Leistungsgetriebes sowie die Testaktivitäten leiten. Am Standort von Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz, südlich von Berlin, wurde bereits mit dem Bau eines neuen Testzentrums begonnen.

Die Gründung des Joint Ventures unterliegt den üblichen behördlichen Genehmigungen.