29.05.2015 Das Liebherr-Reman-Programm für Baumaschinen-Komponenten

  • Komponentenaufbereitung in drei Stufen: Tauschkomponente, Generalüberholung oder Reparatur
  • Ressourcenschonendes Verfahren: Im Vergleich zur Fertigung eines Neuteiles werden mit Reman im Schnitt rund 70 % Energie gespart, dabei können bis zu 75 % des bestehenden Materials wiederverwendet werden.

Auf der RoadShow 2015 stellt Liebherr sein Reman-Programm für Baumaschinen-Komponenten vor. Es handelt sich hierbei um drei maßgeschneiderte Aufarbeitungsstufen. Kunden erhalten damit für jeden Bedarf die passende Lösung.

Liebherr-V6-Dieselmotor als gebrauchte Coreware und nach der Komplettaufbereitung in technischen und optischen Neuzustand

Liebherr-V6-Dieselmotor als gebrauchte Coreware und nach der Komplettaufbereitung in technischen und optischen Neuzustand

Je nach Typ, Alter, Restwert und akzeptabler Stillstandszeit einer Maschine besteht die Wahl zwischen einer neuwertigen Tauschkomponente, einer Generalüberholung oder der Reparatur der Komponente, dies alles zu wirtschaftlichen Konditionen und in Herstellerqualität. Die Koordination erfolgt dabei über die jeweiligen Liebherr-Händler und Servicepartner vor Ort, in Österreich über die Liebherr-Werk Bischofshofen GmbH und ihre regionalen Kundendienstniederlassungen.

Aufarbeitung schont Ressourcen

Bereits vor mehr als zehn Jahren hat Liebherr ein Remanufacturing-Programm (kurz „Reman“) für Komponenten ins Leben gerufen. Das Liebherr-Reman-Kompetenzzentrum befindet sich in Ettlingen, Deutschland. Dort werden gebrauchte Komponenten der Liebherr-Bau- und Materialumschlagmaschinen sowie der Mininggeräte, Fahrzeugkrane und maritime Krane wiederaufbereitet. Auf lokale Bedürfnisse angepasste Varianten des Reman-Programms werden an weiteren Liebherr-Standorten weltweit angeboten.

Derzeit umfasst das Reman-Programm am Standort Ettlingen neben Dieselmotoren auch Hydraulikzylinder, -pumpen und -motoren, Fahr- und Schwenkantriebe sowie Seilwinden, Pumpenverteilergetriebe und Achsen. Im Vergleich zur Fertigung eines Neuteiles werden mit Reman im Schnitt rund 70 % Energie gespart, dabei können bis zu 75 % des bestehenden Materials wiederverwendet werden. So werden wertvolle Ressourcen geschont und die Umweltbelastung deutlich reduziert.

Dieselprüfstand im Liebherr-Reman-Kompetenzzentrum in Ettlingen: Alle Komponenten werden vor der Auslieferung nach dem Neuteilprüfprotokoll getestet und mit entsprechender Garantie versehen.

Dieselprüfstand im Liebherr-Reman-Kompetenzzentrum in Ettlingen: Alle Komponenten werden vor der Auslieferung nach dem Neuteilprüfprotokoll getestet und mit entsprechender Garantie versehen.

Die Tauschkomponente

Bei der Aufarbeitungsstufe „Tauschkomponente“ erhält der Kunde eine anonyme Komponente zum Tausch für das gebrauchte Bauteil. Diese entspricht dem neuesten technischen Standard, ist in derselben Fertigungsgüte wie ein Neuteil ausgeführt und hat dieselbe Garantieleistung. Die Stillstandszeit der Maschine beträgt bei präventiver Bestellung in der Regel weniger als 24 Stunden, da die gebrauchte Komponente erst ausgebaut wird, wenn die Tauschkomponente angeliefert wurde. Diese Aufarbeitungsstufe empfiehlt sich bei einem hohen Maschinenrestwert und für Fälle, in denen ein Maschinenstillstand mit sehr hohen Kosten verbunden wäre. Für die gebrauchte Komponente erhalten Kunden nach der Rücksendung an Liebherr eine attraktive Rückvergütung. Sie werden vorab über den Festpreis der Tauschkomponente und die Höhe der Rückvergütung informiert, so dass sie diese Instandhaltungsmaßnahme einkalkulieren können.

Die gebrauchte Komponente wird nach der Rücksendung an Liebherr komplett demontiert. Verschleißteile werden entsorgt. Die potentiell verwertbaren Einzelteile werden von Lack befreit, gereinigt und nach strengen Richtlinien bewertet: Mit Hilfe maschineller Toleranzmessungen und Rissprüfungen wird die Eignung jedes Teiles für die Wiederaufbereitung ermittelt. Danach wird die Komponente mit Hilfe von industriellen Bearbeitungsverfahren für den nächsten Einsatz wieder in neuwertiger Qualität aufbereitet. Zum Schluss wird die gesamte Komponente geprüft, wobei dasselbe Prüfprotokoll wie bei Neukomponenten zum Einsatz kommt. Damit entspricht jede montierte Tauschkomponente vor der Auslieferung dem Neuteilestandard des Originalherstellers.

Die Generalüberholung

Die Aufarbeitungsstufe der Generalüberholung wird im Unterschied zur Tauschkomponente an der kundeneigenen Komponente durchgeführt. Die Komponenten für den europäischen Markt werden am Standort Ettlingen komplett demontiert und gereinigt. Alle Verschleißteile sowie eventuell beschädigte Teile werden ersetzt. Anschließend wird die Komponente wieder bis hin zum ursprünglichen technischen Zustand montiert, neu lackiert, nach Originalhersteller-Standard geprüft und mit einer vollumfänglichen Neuteilgarantie versehen.

Die Reparatur

Bei dieser Aufarbeitungsstufe erfolgt im Bedarfsfall zunächst eine Identifizierung der beschädigten Teile der Komponente, anschließend werden diese fachgerecht repariert. Vor der Rücksendung wird die Komponente nach den Prüfkriterien getestet und sie erhält eine Komplett-Garantie.