Die deutschen und österreichischen Tischtennis-Stars starten mit ambitionierten Zielen in die WM

Wie verlief die WM-Vorbereitung für die Top-Stars der deutschen und österreichischen Tischtennis-Szene? Mit welchen Herausforderungen sehen sie sich konfrontiert und welche Ziele haben sie sich gesetzt? Lokalmatador Timo Boll, die deutsche Hoffnungsträgerin Petrissa Solja, der deutsche Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf und der österreichische Spieler Stefan Fegerl geben Antworten auf eben diese Fragen.

Timo Boll ist der bisher erfolgreichste deutsche Tischtennisspieler und gehört seit mehr als zehn Jahren zur Weltklasse.

Timo Boll ist der bisher erfolgreichste deutsche Tischtennisspieler und gehört seit mehr als zehn Jahren zur Weltklasse.

Timo Boll:

Meine Verfassung ist gut. Für mich ist immer wichtig, unverletzt geblieben zu sein. Wie sehr die Anspannung angestiegen ist, merkt man aber daran, dass mich noch so kleine Fehler im Training aufregen. Mit der Vorbereitung bin ich insgesamt zufrieden, denn ich habe die letzten Wochen und Monate gut gearbeitet und auch gute Wettkämpfe gespielt. Trotzdem wird die WM kein Selbstläufer. Wenn ich ein bisschen ins Rollen komme, ist das Viertelfinale realistisch. Die Chance auf eine Medaille ist im Doppel allerdings größer, da unser Niveau stärker ist als unsere Setzung. Ich gehe entspannt in das Turnier. Den Heimvorteil sehe ich als Chance und nicht als Bürde. Von mir wird vielleicht nicht mehr unbedingt ein WM-Titel erwartet. Aber ich habe natürlich auch hohe Erwartungen an mich selbst. Ich traue mir immer noch viel zu und sehe mich nicht als Außenseiter. Ich werde auf jeden Fall versuchen, noch einmal ein super Ergebnis rauszuhauen.

Seit August 2010 ist Jörg Roßkopf Tischtennis-Bundestrainer der Herren.

Seit August 2010 ist Jörg Roßkopf Tischtennis-Bundestrainer der Herren.

Jörg Roßkopf:

Ich hoffe, dass es in Düsseldorf nach Steffen Fetzner und mir vor 28 Jahren den nächsten deutschen Weltmeister gibt. Wir haben überall unsere Chancen - egal ob im Einzel, im Doppel oder in den Mixed-Wettkämpfen. Ich würde gerne auch als Trainer einen Spieler zum Weltmeister machen. Ich hoffe, dass ein Doppelpaar oben auf dem Treppchen stehen wird. Ob dies ein deutsches oder ein nationenübergreifendes Doppel ist, spielt dabei keine Rolle. Hauptsache, die deutsche Fahne wird endlich wieder hochgezogen. Vielleicht ist es durch den Heimvorteil auch ein bisschen einfacher als in einem anderen Land. Im Einzel sind unsere beiden Top-10-Spieler für das Viertelfinale gesetzt. Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov wissen, dass sie die Chance auf eine Medaille haben.

Petrissa Solja gilt als Hoffnungsträgerin des deutschen Frauen-Tischtennis und wurde 2015 deutsche Meisterin im Einzel.

Petrissa Solja gilt als Hoffnungsträgerin des deutschen Frauen-Tischtennis und wurde 2015 deutsche Meisterin im Einzel.

Petrissa Solja:

Ich bin gut drauf und habe eine gute Form. Mein Ziel ist ganz klar, in allen drei Wettbewerben um eine Medaille mitzuspielen. Im Einzel bin ich für die besten 16 gesetzt, im Doppel spielen Sabine Winter und ich großartig zusammen und können immer überraschen. Sicherlich ist die Chance mit meinem chinesischen Partner Fang Bo im Mixed-Wettkampf aber am größten. Vermutlich ist die Kommunikation das größte Hindernis, aber das werden wir sicher auch in den Griff bekommen. Ich habe schon gehört, dass Fang Bo auch etwas Englisch spricht. Doch für das Spiel am Tisch können wir uns natürlich auch ohne Worte verständigen. Generell freue ich mich auf das Publikum. Mich motiviert eine große Kulisse noch einmal zusätzlich.

Stefan Fegerl - Der österreichische Tischtennis-Profi wurde 2015 Europameister im Doppel und mit dem österreichischen Team.

Stefan Fegerl - Der österreichische Tischtennis-Profi wurde 2015 Europameister im Doppel und mit dem österreichischen Team.

Stefan Fegerl:

Ich freue mich sehr auf die WM in Düsseldorf, gerade weil ich seit Saisonbeginn bei Borussia Düsseldorf spiele. Für mich war der Wechsel ein sehr wichtiger Schritt, um mich weiter zu verbessern. Ich glaube, dass mir das in diesem Jahr auch gelungen ist. Ich setze mir kein konkretes Ziel. Stattdessen werde ich versuchen das Optimale herauszuholen. Auf diese Weise habe ich bisher bei Weltmeisterschaften immer meine Setzung erfüllt. Vielleicht schaffe ich in Düsseldorf auch den Sprung unter die letzten 16 Spieler. Als Europameister haben Joao Monteiro und ich im Doppel sicherlich auch gute Chancen es unter die letzten Acht zu schaffen. Ansonsten haben wir durch Liu Jia auch bei den Damen eine starke Spielerin, die sicher Ambitionen auf das Achtelfinale oder sogar das Viertelfinale hat. Und auch unser früheres Europameister-Doppel Robert Gardos und Daniel Habesohn sind mit im Rennen um die Medaillen.