Von Kindergeburtstagen und Exoten

Das offizielle WM-Maskottchen Rackedino sorgt für gute Stimmung.

Das offizielle WM-Maskottchen Rackedino sorgt für gute Stimmung.

Die Liebherr Tischtennis-WM 2017 ist seit Montag in vollem Gange. Schon an den ersten Tagen waren die Hallen auf der Messe Düsseldorf gut besucht.

Erfreulicherweise nutzten gleich in der Anfangsphase des Turniers besonders viele Kinder und Jugendliche aus der NRW-Metropole und der näheren Umgebung die Gelegenheit, ein Weltereignis in einer in jeder Hinsicht faszinierenden Sportart einmal hautnah erleben zu können.

Den Kids wie aber auch jedem anderen Zuschauer wurde bereits eine Menge geboten: Ob mit einem Speedmaster zur Messung der eigenen Schlaggesschwindigkeit oder an einer Ballmaschine - im abwechslungsreichen Funpark und auch an farbenfrohen Ständen der zahlreichen Sponsoren in der WM-Arena ist Tischtennis bei der Liebherr Tischtennis-WM WM auf die unterschiedlichsten Weisen zu erleben. Viele staunende Blicke zogen auch die teilweise riesig anmutenden Baumaschinen von Liebherr in der Haupthalle und auf dem Messegelände zwischen den Hallen auf sich.

Sportlich kamen die Zuschauer in den Auftaktrunden natürlich auch schon auf ihre Kosten. Deutschlands Topstar Timo Boll hatte ebenso seinen ersten Auftritt im mit Spannung erwarteten Doppel an der Seite von Chinas Olympiasieger und Weltmeister Ma Long wie bei den Damen die Spitzenspielerin Petrissa Solja im Mixed mit dem chinesischen WM-Zweiten Fang Bo. Für die weitere WM-Stimmung waren die Erfolge der deutsch-chinesischen Kombinationen wichtig, zählten Boll/Ma und Fang/Solja doch vor Turnierbeginn zu den größten Medaillenhoffnungen der Gastgeber. Auch Chinas Topfavoriten gaben spielerisch bereits ihre Visitenkarten ab.

Der Nachwuchs kann bei der WM nicht nur zuschauen, die Kinder und Jugendlichen können sich selbst an der Platte beweisen.

Der Nachwuchs kann bei der WM nicht nur zuschauen, die Kinder und Jugendlichen können sich selbst an der Platte beweisen.

Dabei sein ist alles

Beinahe schon traditionell gehören die ersten Tage den aus aller Welt zur Liebherr Tischtennis-WM angereisten Amateuren - den sogenannten Exoten. Wo Afghanen oder Aktive aus dem Oman bei den WM-Premieren ihrer Heimatländer in der Qualifikation bis zum letzten Punkt mit Leidenschaft kämpfen, lebt der wichtigste Gedanke des Sports buchstäblich auf: Dabei sein ist für diese WM-Teilnehmer tatsächlich alles.

Im Blickpunkt stand dabei in Düsseldorf Iljas Allanasarow. Der Turkmene feierte am ersten WM-Tag Geburtstag - seinen neunten. Als der jüngste WM-Teilnehmer am Abend zu seinem Ausscheidungsspiel im Doppel antrat, hatte sich schon lange vorher eine große Menschentraube auf der Tribüne gebildet - rund um die Box hatte sich bereits ein Pulk von Fotografen und Kamerateams eingefunden. Keine Frage - dieser ganz besondere Kindergeburtstag für den Sprößling einer geradezu tischtennis-verrückten Familie war trotz der Niederlage des Jungen das Ereignis der Qualifikationsspiele.

Allanasarows Gegenstück verdeutlicht die Größe und Vielfalt der weltweiten Tischtennis-Gemeinde: Die aus China stammende Luxemburgerin Ni Xia Lian ist mit 53 Jahren die älteste Spielerin in Düsseldorf. 1983 schon gewann Ni für ihr Heimatland Gold im Mannschafts-Wettbewerb - 25 Jahre vor Iljas Allanasarows Geburt.