
7 Minuten - Magazin 01 | 2026
Perfekte Premiere
Die ersten Geräte sind bereits bei unseren Kunden angekommen. Der MK 120-5.1E, das neueste Modell unserer Mobilbaukran- Familie, nimmt seine Arbeit auf.
Unser neuer Mobilbaukran MK 120-5.1E startet durch
Der Kran bietet nicht nur beeindruckende Leistungsparameter, wir haben bei der neuen Maschine auch großen Wert auf Komfort, Sicherheit und Funktionalität gelegt. Das Schweizer Traditionsunternehmen Zaugg AG Rohrbach hat den ersten MK 120-5.1E in Dienst gestellt. Ein prestigeträchtiger Paradeeinsatz in der Bundesstadt Bern war dem Neuen bei seinem Debüt geradezu wie auf den Leib geschneidert.

Genau der Richtige: „Der MK 120-5.1E ist genau der richtige Kran für unsere Flotte. Mit seiner Kombination aus Auslegerlänge und Traglast passt er ideal auf die Baustellen unserer Kunden“, sagt Stephan Zaugg, CEO der Zaugg AG Rohrbach. Sophie Albrecht, Mitglied des Liebherr-Verwaltungsrats, kam zur Übergabe des neuen Krans nach Reiden.
Man nehme enge Gassen, hohe Störkanten und eine historische Baustruktur mit grandiosem Panorama, dazu einen kniffligen Job unter Zeitdruck. Genau die richtige Mischung für unseren neuen Mobilbaukran! Seinen ersten Einsatz hatte der MK 120-5.1E von Zaugg in der schmucken Altstadt im schweizerischen Bern. Zwei mächtige, aus mehreren Elementen bestehende Notdächer mussten bei teils großer Ausladung in 25 Metern Höhe auf die Gerüste von Baustellen gehoben werden. Das Beste daran: Der Kran absolvierte die Arbeiten komplett im Elektromodus. Null Emissionen also und kaum Lärm für Bewohner, Touristen und Passanten in der Altstadt. Lassen Sie sich mitnehmen über die Dächer von Bern!
Bei Tagesanbruch rückt Adrian Sommer mit seinem fabrikneuen Mobilbaukran in die Berner Innenstadt vor. Es ist noch früh. Nur wenige Passanten eilen über das Kopfsteinpflaster. Langsam arbeitet sich der junge Kranfahrer mit seinem neuen Gefährt im Rückwärtsgang durch die Rathausgasse. Knapp an parkenden Autos und ausladenden Blumenkübeln vorbei passiert das Fahrzeug die malerischen Laubengänge, die seit dem großen Stadtbrand vor über 600 Jahren das Stadtbild prägen. Routiniert fährt Sommer den Kran zu seinem ersten Einsatz, denn er hat bereits viel Erfahrung mit dem ähnlich dimensionierten MK 140-5.1E. „Das Fahrzeug ist aufgrund seiner Allradlenkung natürlich sehr gut zu manövrieren“, sagt er.

Mittendrin: Direkt bei den Gerüstbauern steht Adrian Sommer, um den Kran via Funkfernbedienung präzise zu steuern. Zur Installation der Dächer fährt der Kranfahrer in seiner Kabine nach oben. „Sie ist luxuriös und super eingerichtet“, schwärmt er. Mit Klimaautomatik, Kühlbox, USB-Ladesteckdose und einem modernen Touchdisplay bietet die stufenlos höhenverstellbare Kabine serienmäßig viel Komfort.
Doch zum Plaudern ist Sommer nicht aufgelegt. Die Zeit drängt. Er und sein Kollege, Kranfahrer Oliver Rindlisbacher, müssen über zwei Baustellen in der Altstadt große sogenannte Notdächer installieren. Eine davon liegt hinter den angrenzenden Häusern am Rand der parallel verlaufenden Gasse. Die Distanz beträgt knapp 50 Meter. Dennoch genügt dieser eine Kranstandort, denn der Mobilbaukran erreicht mit seinem 52 Meter langen horizontalen Ausleger sogar dieses Ziel. An seiner Spitze können Lasten mit einem Gewicht von bis zu 2,1 Tonnen angehängt werden.
Der Kran ist schnell aufgestellt. Dabei ist der kleine Hilfskran am vertikal gestellten Teleskopturm von großem Nutzen. In wenigen Minuten haben die Männer von Zaugg damit die vier schweren Lastverteilerplatten um das Fahrzeug herum ausgelegt. Dann fährt Adrian Sommer über seine Funkfernbedienung die hydraulischen Stützen aus. Danach geht alles sehr schnell: Der Turm wird austeleskopiert und das vollautomatische Ausklappen des Auslegers wird in Gang gesetzt. Schließlich kehrt überraschend Stille ein.

Bis zur nächsten Gasse reicht der 52 Meter lange Ausleger des MK 120-5.1E. Sogar das Berner Münster schaut zu.

Projektplaner: „Wir können den Kran schnell und oft auch ohne zusätzlichen Ballast sehr wirtschaftlich einsetzen.“ Stefan Stettler hat den Einsatz über den Dächern der Berner Altstadt geplant.
Kaum Krangeräusche durch Elektromodus
Denn Sommer hat den Dieselmotor seiner Maschine abgestellt. Inzwischen ist die Energiequelle für die Arbeiten dieses Tages eingetroffen: ein Liduro Power Port LPO 100, der mobile, batteriebasierte Energiespeicher von Liebherr. Mit diesem fahrbaren Akku kann ein Mobilbaukran wie der MK 120-5.1E etwa zwei Tage lang im Strombetrieb arbeiten. Das Starkstromkabel wird einfach am Kran und an der Batterie eingesteckt und es kann losgehen.
Lärm machen jetzt nur noch die vielen Gerüstbauer, die auf der Straße die einzelnen Metallteile zu ausladenden Dächern zusammensetzen. Die Krangeräusche sind dagegen kaum zu hören und stören niemanden mehr. Weder die Anwohner noch die Arbeiter auf der Baustelle sind davon beeinträchtigt. Auch Touristen und Passanten, die die Rathausgasse während der ganzen Zeit weiter nutzen, können in Ruhe schlendern. „Wir haben die Kranstützen auf der der Baustelle abgewandten Seite nur zu 50 Prozent ausgefahren, so bleibt genügend Platz für Radfahrer und Fußgänger“, erklärt Stefan Stettler. Der Leiter der Kranabteilung von Zaugg hat diese Arbeiten in Bern geplant und lässt es sich nicht nehmen, beim ersten Einsatz des Neuen dabei zu sein. „Der MK 120-5.1E mit diesem langen Ausleger ist der ideale Kran für diesen Job. Auch, weil er am Boden nur wenig Platz beansprucht“, erzählt Stettler und wirkt dabei recht entspannt.

Reicht locker: Gegen Ende der Arbeiten hat der mobile Liduro Power Port noch weit über die Hälfte seiner ursprünglich gespeicherten Energie vorrätig.
Sichtkontakt zum Geschehen
Er scheint auch ganz zufrieden. Alles läuft bislang reibungslos. Der Kran positioniert die ersten Dächer mit einer beeindruckenden Ausladung von 45 Metern präzise auf die vorbereiteten Gerüste. „Immerhin wiegen die Lasten rund zweieinhalb Tonnen“, erzählt Stettler. Die über 20 Meter langen Metallkonstruktionen bringt der Mobilbaukran sicher über sämtliche Dächer und Kamine bis auf die andere Seite der historischen Bebauung. Um die ausladenden Lasten präzise zu navigieren, fährt Adrian Sommer seine Krankabine nach oben. So hat er Sichtkontakt zur Last und zu den Gerüstbauern. Für Arbeiten wie diese ist die stufenlos höhenverstellbare Kabine ein echtes Plus an Sicherheit.

„Absolut genial ist der Hilfskran zum Auslegen der Lastverteilerplatten“, sagt Christian Geissmann. Er ist bei Zaugg als Projektleiter der Kranlogistik und als Mitglied der Geschäftsführung tätig. „Damit ist diese Arbeit in wenigen Minuten erledigt.“
Am späten Nachmittag wird schließlich das vierte und letzte große Dachsegment eingebaut. Die Premiere des neuen MK 120-5.1E von Zaugg in Bern geht störungsfrei zu Ende. Auch der auf einem Trailer montierte Stromspeicher Liduro hat locker durchgehalten. Nach den Arbeiten war noch weit über die Hälfte der ursprünglich gespeicherten Energie in der fahrbaren Batterie vorrätig. Der MK 120-5.1 kann auch über jeden Baustromkasten mit Strom gespeist werden und ist optional sogar mit einem fest verbauten Energiespeicher erhältlich. Dieser ermöglicht autarkes Arbeiten im Strombetrieb für rund zwei Tage.

Origami über Dächern: Das vollautomatisierte Auf- oder Zusammenklappen eines Liebherr- Mobilbaukrans ist immer wieder ein Hingucker. Der MK 120-5.1E ist innerhalb kürzester Zeit gerüstet und zugbereit.
Doch zurück zur Baustelle in Bern: Der Job ist erledigt. Es dauert vielleicht eine halbe Stunde, dann ist der MK 120-5.1E wieder abfahrbereit. Anschließend geht es zurück nach Rohrbach, wo der neue Kran neben den drei MK-Kranen einparkt, die bislang bei Zaugg schon zum Einsatz kommen. Das 1936 gegründete Unternehmen beschäftigt in den Bereichen Holzbau, Stahlbau, Schreinerei, Spenglerei, Schwertransport und Kranlogistik 150 Mitarbeitende. Seit 2022 ist Zaugg mit der Tochtergesellschaft „Zaugg Timber Solutions“ auch auf dem nordamerikanischen Markt vertreten.
Dieser Artikel erschien im UpLoad Magazin 01 | 2026.


