News | 18.03.2026

Windenlösungen von Liebherr beschleunigen die Hafenlogistik

Liebherr entwickelt eine innovative Seilwinden-Lösung für das international agierende Unternehmen North Sea Handling. Ziel dieses Schiffs-Konzepts ist es, Paletten und Coils direkt per Stapler in einen Aufzug zu befördern und über diesen Weg die Ware im Schiff selbst zu verteilen – ganz ohne Container- oder Krananlagen. Die hohen Anforderungen an einen effizienten, präzisen und sicheren Frachtumschlag in Verbindung mit den engen Platzverhältnissen auf den Schiffen stellen hier eine besondere Herausforderung dar.

North Sea Handling mit Sitz in Norwegen ist ein marktführender Lösungsanbieter im Bereich Fracht- und Passagierzugangsausrüstung sowie Energieeffizienz für die Schifffahrts-, Offshore- und Aquakulturindustrie. Für acht neue Schiffe der niederländischen Reederei Spliethoff suchte das Unternehmen nach einer innovativen Windenlösung für Seitenlader, um den Umschlag von Paletten und Coils effizienter zu gestalten. Das Ziel dabei war es, die Waren direkt mit einem Gabelstapler in einen Seitenlader zu befördern, der in einer großen Seitentür im Schiffsrumpf installiert ist, um die Ladung auf verschiedene Decks im Inneren des Schiffes zu heben. Ein Gabelstapler im Inneren des Schiffes verteilt die Waren auf den verschiedenen Decks — ohne Container oder ein Kransystem. Das neue Seitenlader-System bietet den Reedern im Vergleich zu älteren Systemen mehrere Verbesserungen. Dabei handelt es sich um eine optimierte Frachtraumnutzung, Energierückgewinnung, geringere Emissionen im Hafen, schnellerer und präziserer Frachtumschlag, höhere Kapazität in Tonnen/ Stunde, kürzere Be- und Entladezeiten im Hafen und möglicherweise eine geringere Geschwindigkeit während der Fahrt, was die Emissionen auf See reduziert. Die engen Platzverhältnisse auf diesen Schiffen stellten also eine große Herausforderung dar. Eine innovative Lösung dazu fand das Liebherr-Produktsegment Komponenten.

An einem seiner Produktionsstandorte in Biberach an der Riss (Deutschland) entwickelt und fertigt Liebherr Komponenten für die Antriebstechnik. Dazu gehören unter anderem Seilwinden der Serie LWP 1632. Diese wurden so modifiziert, dass das Einschubgetriebe auf der gegenüberliegenden Seite des Motors liegt. Dadurch können der Motor und die Bremse getrennt positioniert werden, was wiederum für eine optimale Raumausnutzung sorgt. Eine solche Anordnung erlaubt außerdem einen einfachen Service und erhöhte Zugänglichkeit zur Bremse. Liebherr setzte sich mit diesem Konzept gegenüber anderen Mitbewerbern durch und überzeugte durch technische Beratung, umfassendes Know-how und die Fähigkeit, komplexe Herausforderungen zu verstehen und zu meistern.

Jede Winde zeichnet sich nicht nur durch ihre besondere Konstruktion, sondern auch durch ihre Tragfähigkeit aus. Die Traglast beträgt dabei bis zu 30 Tonnen (aufgeteilt auf zwei Seile mit jeweils 15 Tonnen) und liefert eine Seilzugkraft von insgesamt 361 kN (2x 180,5 kN*). Die ersten Winden sind bereits für die Auslieferung im kommenden Sommer vorgesehen und geben somit den Auftakt für dieses zukunftsweisende Projekt.

*Zur Verdeutlichung: Die Angabe „2× 180,5 kN“ bezieht sich auf zwei aufgewickelte Seile, deren kombinierte Zugkraft insgesamt 361 kN ergibt.

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Alexandra Nolde

Alexandra Nolde

Liebherr-Components AG