Erdbewegung

Liebherr verbuchte für das Produktsegment Erdbewegung im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 2.586 Mio. €, was einem Rückgang um 71 Mio.€ oder 2,7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr

Umsatz in Mio. €

von 2.657

- 2,7%

Beschäftigte

von 9.430

+ 0,9%

Umsatzanteile nach Absatzregionen

  • 66,2%

    Europäische Union

  • 12,4%

    Nicht-EU-Länder

  • 9,9%

    Nordamerika

  • 2,4%

    Mittel- und Südamerika

  • 3,1%

    Asien und Ozeanien

  • 6,0%

    Afrika / Naher und Mittlerer Osten

Angespannte Marktsituation im Erdbewegungssegment

Der globale Markt für Erdbewegungsmaschinen verzeichnete im Berichtsjahr 2025 erstmals seit drei Jahren wieder einen leichten Aufwärtstrend. Die abgekühlte Konjunktur sowie geopolitische und wirtschaftliche Umstände wirkten sich unterschiedlich auf das Marktgeschehen aus: Während die Märkte in Afrika und Asien wachsen, ist in Europa, Amerika und Ozeanien ein Rückgang zu verzeichnen.

Diese Marktdynamik führte bei Liebherr zu einer differenzierten Entwicklung in den Absatzregionen. In der Europäischen Union erzielte die Firmengruppe ein leichtes Umsatzplus. Im traditionell bedeutendsten Markt des Segments hat insbesondere der Einzelmarkt Deutschland dazu beigetragen. Dem stand ein Rückgang in den Nicht-EU-Ländern gegenüber. Auch in der Region Asien und Ozeanien konnten die Geschäfte nicht an den Trend des Vorjahrs anknüpfen. Ein deutliches Minus verzeichnete Liebherr auf dem amerikanischen Kontinent: Sowohl die Umsätze in Mittel- und Südamerika als auch in Nordamerika gingen im Geschäftsjahr 2025 zurück. Ein starkes Wachstum verzeichnete der Wirtschaftsraum Afrika / Naher und Mittlerer Osten – primär getrieben von erstmaligen Umsätzen im Einzelmarkt Oman.

Mit dem ersten autonom betriebenen Radlader präsentierte Liebherr auf der Bauma 2025 eine Weltneuheit und unterstreicht damit seinen Anspruch, Maßstäbe in Qualität und technologischer Innovation zu setzen.

Bauma-Jahr mit vielen Innovationen

Auf der Weltleitmesse Bauma 2025 in München (Deutschland) präsentierte Liebherr zahlreiche Neuheiten aus dem Erdbewegungsprogramm erstmals der Öffentlichkeit. Im Bereich der Mobilbagger kamen mit dem A 909 Compact und dem A 911 Compact zwei gänzlich neue Modelle in der 9- bzw. 11-Tonnenklasse hinzu. Ergänzt wurde das Portfolio durch den A 918 Compact, den ersten Mobilbagger der neuen Generation 8. Dieser ist, wie die beiden Kleinbagger, mit dem überarbeiteten Intuitiven User Interface (INTUSI) sowie der neuen Kabine emCab ausgestattet.

Mit dem batterieelektrischen A 918 E zeigte Liebherr zudem den Prototyp seines ersten elektrisch angetriebenen Mobilbaggers. Im Rahmen der Maschinenshow auf der Bauma 2025 war mit dem Prototyp eines autonom betriebenen Radladers eine weitere Neuheit zu sehen. Grundlage dafür bildet das neuentwickelte autonome System „Liebherr Autonomous Operations“, das künftig einen Betrieb ohne Fahrerin oder Fahrer ermöglicht.

Ein weiteres Highlight des Geschäftsjahrs war die Generation 6 der Teleskoplader. Mit dem Modell T 48-8s stieg Liebherr erstmals in die 8-Meter-Klasse ein und erweiterte damit sein Produktprogramm im Industriesegment.

Im Bereich Digitalisierung führte die Firmengruppe für die Mittel- und Großgeräte des Radlader-Portfolios das Assistenzsystem Skyview 2.0 ein. Das System bietet den Fahrenden einen 360°-Blick um die Maschine, wodurch Gefahrenquellen frühzeitig erkannt und Unfälle verhindert werden.

Die aktuelle geopolitische Lage und protektionistische Maßnahmen einzelner Länder sind auch im Jahr 2026 erhebliche Belastungsfaktoren in der weltweiten Wirtschaftspolitik. Dem stehen angekündigte Investitionen in der Infrastruktur sowie der Ausbau technologischer Innovationen gegenüber. Aufgrund dieses Spannungsfeldes blickt Liebherr dem Jahr 2026 im Segment Erdbewegungsmaschinen verhalten entgegen.